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	Kommentare zu: Abschied &#8211; Das Wort zum Wort zum Sonntag	</title>
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	<description>Kirchen-, Glaubens- und Religionskritik • Aufklärung • Säkularismus • Humanismus</description>
	<lastBuildDate>Mon, 03 Dec 2018 20:01:37 +0000</lastBuildDate>
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		Von: Jörn Dyck		</title>
		<link>https://www.awq.de/2018/11/abschied-das-wort-zum-wort-zum-sonntag/#comment-345</link>

		<dc:creator><![CDATA[Jörn Dyck]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Nov 2018 09:48:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es tut gut, mal einen Text über Tod und Trauer zu lesen, der nicht die Intelligenz der Leser (oder der Trauernden) beleidigt.

Trauerarbeit wird oft als Domäne der Kirchen angesehen, selbst von Leuten, welche die kirchlichen Lehren gar nicht genau kennen und auch kaum in den Gottesdiensten anwesend sind. Ähnlich ist es bei Hochzeiten.

Das ist pures Marketing. Die Kirchen geben sich aus als zuständig für „das Menschliche“. Für das Gute. Für die letzte Wahrheit. Für das, was nach allem Zank und aller Mühsal übrig bleibt: der Mensch und seine Bedürfnisse.

Die Menschen (nicht alle) glauben das. Warum? Weil sie es glauben wollen. Sie wollen glauben, dass am Ende eben doch Gerechtigkeit waltet, dass es eine Art Heimkehr gibt, eine letzte Ruhe, ein ewiger Frieden. Die Kirchen nutzen diese Sehnsucht aus.

Ein Blick in die Bibel oder ein waches Ohr im Gottesdienst zeigt jedoch, dass nichts davon ein wesentlicher Bestandteil der christlichen Lehre ist. Jesus spricht in den Evangelien nicht vom ewigen Frieden, sondern von einem Gottesgericht. Er spricht vom Scheiden der Schafe und Böcke, von gnadenloser Abrechnung und rücksichtsloser Vergeltung. Es geht nicht um Vergebung, sondern um Rache. Er droht mit dem Höllenfeuer, selbst für winzigste Übertretungen seiner Gebote, die aber so überzogen formuliert sind, dass sie niemand einhalten kann.

In diesen Versen geht es nicht um Menschlichkeit, sondern um Fanatismus. Es ist nicht menschlich, sondern radikal. Die dort geäußerte „Moral“ ist nicht göttlich, sondern primitiv.

Frau Rabe-Winnen lässt ihre Zuschauer darüber absichtlich im Unklaren. Sie verschweigt, was wirklich in der Bibel steht. Das ist unredlich und feige. Wenn sie schon als Missionarin des christlichen Glaubens auftritt, dann soll sie diesen auch ehrlich darstellen. Ansonsten kann sie gerne ihre Privatreligion gründen und ihren privaten Phantasien freien Lauf lassen.

Ich persönlich finde, dass die Kirchen bei kaum einem Thema so irren und in die Irre leiten wie bei der Trauer um Verstorbene. Begräbnisgottesdienste sind nach meiner Erfahrung derart verlogen und ärgerlich, dass es die ohnehin traurige Stimmung weiter belastet.

Ich habe sowohl christliche als auch atheistische Begräbnisse erlebt. Bei den christlichen Begräbnissen war die verstorbene Person so gut wie nicht mehr sichtbar, weil das Gefasel des Priesters und der starre Ritus alles überlagerte. Bei den atheistischen Begräbnissen stand die verstorbene Person im Vordergrund — man erinnerte und würdigte die Person. Es wurde auch nicht versucht, die Trauer mit billigen Phrasen zu erschlagen. Man konnte ehrlich trauern, anstatt nur Staffage für ein Theater zu sein.

Was Trauer oft so schwer macht ist Ehrlichkeit. Der Tod ist ein Augenblick der Wahrheit. Es ist endgültig. Kein Einspruch, kein Appell, keine Bitte kann an einer Todesnachricht etwas ändern. Es ist schwer, die schroffe Endgültigkeit zu akzeptieren. Doch eben daraus besteht Trauer und deren Verarbeitung. Wer die Endgültigkeit leugnet, schiebt diese Trauerarbeit nur vor sich her.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es tut gut, mal einen Text über Tod und Trauer zu lesen, der nicht die Intelligenz der Leser (oder der Trauernden) beleidigt.</p>
<p>Trauerarbeit wird oft als Domäne der Kirchen angesehen, selbst von Leuten, welche die kirchlichen Lehren gar nicht genau kennen und auch kaum in den Gottesdiensten anwesend sind. Ähnlich ist es bei Hochzeiten.</p>
<p>Das ist pures Marketing. Die Kirchen geben sich aus als zuständig für „das Menschliche“. Für das Gute. Für die letzte Wahrheit. Für das, was nach allem Zank und aller Mühsal übrig bleibt: der Mensch und seine Bedürfnisse.</p>
<p>Die Menschen (nicht alle) glauben das. Warum? Weil sie es glauben wollen. Sie wollen glauben, dass am Ende eben doch Gerechtigkeit waltet, dass es eine Art Heimkehr gibt, eine letzte Ruhe, ein ewiger Frieden. Die Kirchen nutzen diese Sehnsucht aus.</p>
<p>Ein Blick in die Bibel oder ein waches Ohr im Gottesdienst zeigt jedoch, dass nichts davon ein wesentlicher Bestandteil der christlichen Lehre ist. Jesus spricht in den Evangelien nicht vom ewigen Frieden, sondern von einem Gottesgericht. Er spricht vom Scheiden der Schafe und Böcke, von gnadenloser Abrechnung und rücksichtsloser Vergeltung. Es geht nicht um Vergebung, sondern um Rache. Er droht mit dem Höllenfeuer, selbst für winzigste Übertretungen seiner Gebote, die aber so überzogen formuliert sind, dass sie niemand einhalten kann.</p>
<p>In diesen Versen geht es nicht um Menschlichkeit, sondern um Fanatismus. Es ist nicht menschlich, sondern radikal. Die dort geäußerte „Moral“ ist nicht göttlich, sondern primitiv.</p>
<p>Frau Rabe-Winnen lässt ihre Zuschauer darüber absichtlich im Unklaren. Sie verschweigt, was wirklich in der Bibel steht. Das ist unredlich und feige. Wenn sie schon als Missionarin des christlichen Glaubens auftritt, dann soll sie diesen auch ehrlich darstellen. Ansonsten kann sie gerne ihre Privatreligion gründen und ihren privaten Phantasien freien Lauf lassen.</p>
<p>Ich persönlich finde, dass die Kirchen bei kaum einem Thema so irren und in die Irre leiten wie bei der Trauer um Verstorbene. Begräbnisgottesdienste sind nach meiner Erfahrung derart verlogen und ärgerlich, dass es die ohnehin traurige Stimmung weiter belastet.</p>
<p>Ich habe sowohl christliche als auch atheistische Begräbnisse erlebt. Bei den christlichen Begräbnissen war die verstorbene Person so gut wie nicht mehr sichtbar, weil das Gefasel des Priesters und der starre Ritus alles überlagerte. Bei den atheistischen Begräbnissen stand die verstorbene Person im Vordergrund — man erinnerte und würdigte die Person. Es wurde auch nicht versucht, die Trauer mit billigen Phrasen zu erschlagen. Man konnte ehrlich trauern, anstatt nur Staffage für ein Theater zu sein.</p>
<p>Was Trauer oft so schwer macht ist Ehrlichkeit. Der Tod ist ein Augenblick der Wahrheit. Es ist endgültig. Kein Einspruch, kein Appell, keine Bitte kann an einer Todesnachricht etwas ändern. Es ist schwer, die schroffe Endgültigkeit zu akzeptieren. Doch eben daraus besteht Trauer und deren Verarbeitung. Wer die Endgültigkeit leugnet, schiebt diese Trauerarbeit nur vor sich her.</p>
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