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	Kommentare zu: Du bist Gottes Kind … &#8211; Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Thema Menschenwürde	</title>
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	<description>Kirchen-, Glaubens- und Religionskritik • Aufklärung • Säkularismus • Humanismus</description>
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		Von: Jörn Dyck		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jörn Dyck]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Dec 2019 23:18:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das Durcheinander der christlichen Theorien zur Menschenwürde wird in dem Artikel gut beschrieben; ebenso die Tatsache, dass es eigentlich überhaupt keiner Begründung bedarf. Es ist wiedermal ein Scheinproblem, an dem sich der Herr Pfarrer abmüht.

Die Predigt ist ein gutes Beispiel dafür, dass weder die Prediger noch ihre christlichen Zuhörer die Bibel kennen. Hier wird einfach die malerische Schöpfungsgeschichte verwendet, um die glorreiche Verbindung mit Gott zu begründen. Was auf den folgenden Seiten der Bibel steht, ist offenbar egal.

Denn im gesamten Rest der Bibel geht es im Grunde um kaum etwas anderes als die Drohung, dass Gott den Menschen jederzeit ihre Würde nehmen kann. Bei Gottes cholerischen Wutausbrüchen geht es eben nicht nur darum, dass Gott seinen Willen bekommt. Sondern der sündige Mensch muss stets gedemütigt werden. Er darf nicht einfach sterben, sondern er muss zuvor muss grausam gequält werden. Das ganze Alte Testament birst vor solcher Geschichten.

Die Botschaft der Bibel ist daher keineswegs, dass der Mensch ein unantastbare Würde habe. Sondern die Botschaft ist, dass sie ihm jederzeit genommen werden kann. Aber das traut sich der Herr Pfarrer nicht zu sagen.

Es gibt in der Bibel sogar ein ganzes Buch darüber, nämlich das Buch Hiob. Der ganze Witz dieser Erzählung besteht darin, dass der arme Hiob gequält wird, obwohl er völlig tadellos ist. Die Geschichte will darauf hinaus, dass selbst größtes Leid und größte Ungerechtigkeit nicht kritisiert werden dürfen, und dass Gott das Recht hat, selbst völlig unbescholtene Menschen zu demütigen, wann immer er Lust darauf hat. Der Mensch ist hingegen rechtlos. 

Die christliche Lehre bedient sich hier eines Winkelzugs, der auf den ersten Blick nicht leicht zu durchschauen ist. Die Lehre sagt zweierlei: Erstens, dass die Würde eines Menschen nicht von *anderen* Menschen genommen werden kann. Das könnte nur Gott. Zweitens, selbst wenn Gott das ganze Füllhorn seiner Boshaftigkeit über einem Menschen auskippen würde, behielte dieser Mensch dennoch einen Rest an Würde, weil er ja immer noch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde. 

Mit dieser seltsamen Konstruktion hat die katholische Kirche jahrhundertelang die Sklaverei legitimiert. Man argumentierte, dass ein Sklave trotz allem immer noch das Ebenbild Gottes wäre, und folglich würde die Versklavung nicht die Würde schmälern. Folglich wäre es legitim.

Wer so argumentiert, der nimmt dem Begriff der Würde jede Bedeutung. 

Und genau das steckt hinter vielen dieser scheinheiligen Predigten beim „Wort zum Sonntag“. Die Begriffe werden so lange mit wirren Vergleichen ausgehöhlt und vernebelt, dass sie am Ende alles oder nichts bedeuten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Durcheinander der christlichen Theorien zur Menschenwürde wird in dem Artikel gut beschrieben; ebenso die Tatsache, dass es eigentlich überhaupt keiner Begründung bedarf. Es ist wiedermal ein Scheinproblem, an dem sich der Herr Pfarrer abmüht.</p>
<p>Die Predigt ist ein gutes Beispiel dafür, dass weder die Prediger noch ihre christlichen Zuhörer die Bibel kennen. Hier wird einfach die malerische Schöpfungsgeschichte verwendet, um die glorreiche Verbindung mit Gott zu begründen. Was auf den folgenden Seiten der Bibel steht, ist offenbar egal.</p>
<p>Denn im gesamten Rest der Bibel geht es im Grunde um kaum etwas anderes als die Drohung, dass Gott den Menschen jederzeit ihre Würde nehmen kann. Bei Gottes cholerischen Wutausbrüchen geht es eben nicht nur darum, dass Gott seinen Willen bekommt. Sondern der sündige Mensch muss stets gedemütigt werden. Er darf nicht einfach sterben, sondern er muss zuvor muss grausam gequält werden. Das ganze Alte Testament birst vor solcher Geschichten.</p>
<p>Die Botschaft der Bibel ist daher keineswegs, dass der Mensch ein unantastbare Würde habe. Sondern die Botschaft ist, dass sie ihm jederzeit genommen werden kann. Aber das traut sich der Herr Pfarrer nicht zu sagen.</p>
<p>Es gibt in der Bibel sogar ein ganzes Buch darüber, nämlich das Buch Hiob. Der ganze Witz dieser Erzählung besteht darin, dass der arme Hiob gequält wird, obwohl er völlig tadellos ist. Die Geschichte will darauf hinaus, dass selbst größtes Leid und größte Ungerechtigkeit nicht kritisiert werden dürfen, und dass Gott das Recht hat, selbst völlig unbescholtene Menschen zu demütigen, wann immer er Lust darauf hat. Der Mensch ist hingegen rechtlos. </p>
<p>Die christliche Lehre bedient sich hier eines Winkelzugs, der auf den ersten Blick nicht leicht zu durchschauen ist. Die Lehre sagt zweierlei: Erstens, dass die Würde eines Menschen nicht von *anderen* Menschen genommen werden kann. Das könnte nur Gott. Zweitens, selbst wenn Gott das ganze Füllhorn seiner Boshaftigkeit über einem Menschen auskippen würde, behielte dieser Mensch dennoch einen Rest an Würde, weil er ja immer noch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde. </p>
<p>Mit dieser seltsamen Konstruktion hat die katholische Kirche jahrhundertelang die Sklaverei legitimiert. Man argumentierte, dass ein Sklave trotz allem immer noch das Ebenbild Gottes wäre, und folglich würde die Versklavung nicht die Würde schmälern. Folglich wäre es legitim.</p>
<p>Wer so argumentiert, der nimmt dem Begriff der Würde jede Bedeutung. </p>
<p>Und genau das steckt hinter vielen dieser scheinheiligen Predigten beim „Wort zum Sonntag“. Die Begriffe werden so lange mit wirren Vergleichen ausgehöhlt und vernebelt, dass sie am Ende alles oder nichts bedeuten.</p>
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