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	Kommentare zu: Unerschütterlich &#8211; Das Wort zum Wort zum Sonntag zu Alfred Delp	</title>
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	<description>Kirchen-, Glaubens- und Religionskritik • Aufklärung • Säkularismus • Humanismus</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 Dec 2020 10:20:27 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: Jörn Dyck		</title>
		<link>https://www.awq.de/2020/12/unerschuetterlich-das-wort-zum-wort-zum-sonntag-zu-alfred-delp/#comment-787</link>

		<dc:creator><![CDATA[Jörn Dyck]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Dec 2020 10:20:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ein toller Artikel, der die Widersprüche gut aufdeckt. Auch der Hinweis auf das Schicksal von Dietrich Bonhoeffer ist gut gewählt.

Ich möchte noch auf folgendes Detail hinweisen.

Auf der Bühne stehen also zwei Akteure: Der Märtyrer und Gott.

All diese Geschichten funktionieren auf die gleiche Weise. Sie verdichten das Szenario, sodass am Höhepunkt der Erzählung nur diese beiden Akteure übrig bleiben: Der Märtyrer, am Ende seiner Möglichkeiten angelangt und in völliger Verlassenheit; und der Gott, der im Jenseits das rettende Netz aufspannt.

Aber dieses Szenario mit den zwei Akteuren ist eine Täuschung. Es gibt nämlich noch einen Dritten, der leise hinter dem Vorhang steht und die Handlung auf der Bühne bestimmt.

Es ist der Priester. Ohne den Priester wäre der Märtyrer niemals auf die Idee gekommen, irgendein Gott könnte eventuell etwas darauf geben, zu wem oder was er sich bekennt. Auch die absurde Theorie, dieser Gott würde die Standhaftigkeit seiner Anhänger im Jenseits reich belohnen oder deren Fehlen hart bestrafen, hat dieser Priester verbreitet.

Und weil ein Gott weit und breit nicht zu sehen ist, sind die tatsächlichen Akteure nicht der Märtyrer und Gott, sondern der Märtyrer und der Priester. Der Priester ist ein wichtiger Teil der Ursache, warum es zu einem Todesfall kam. Erzählt wird die Geschichte aber immer so, als wäre der Priester völlig unbeteiligt. Tatsächlich ist er einer der Täter.

Die haarsträubende Ironie dieser Konstellation besteht nun darin, dass nicht nur einfache Gläubige auf diesen Trick hereinfallen, sondern auch andere Priester. Etwa Pfarrer Welter. 

Denn Pfarrer Welter denkt allen Ernstes, die Geschichte wäre ein Ausweis der besonderen Verbundenheit zwischen dem Märtyrer und Gott. Tatsächlich handelt es sich aber nur um die Verbundenheit des Märtyrers mit einem Priester. Dies wiederum spornt weitere Priester an, ebenfalls begeistert von dieser Verbundenheit zu predigen. Es ist ein Zirkelschluss. 

Übrigens ist Pfarrer Welter nur deswegen so fasziniert von dieser Verbundenheit, weil er sie selbst nicht spürt. Allerdings würde er das niemals zugeben, auch nicht gegenüber sich selbst. Er möchte es so sehr spüren, dass er anderen davon predigt, in der Hoffnung, dass es real wird. Seinen Zuhörern geht es ebenso. Der Zirkel schließt sich erneut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein toller Artikel, der die Widersprüche gut aufdeckt. Auch der Hinweis auf das Schicksal von Dietrich Bonhoeffer ist gut gewählt.</p>
<p>Ich möchte noch auf folgendes Detail hinweisen.</p>
<p>Auf der Bühne stehen also zwei Akteure: Der Märtyrer und Gott.</p>
<p>All diese Geschichten funktionieren auf die gleiche Weise. Sie verdichten das Szenario, sodass am Höhepunkt der Erzählung nur diese beiden Akteure übrig bleiben: Der Märtyrer, am Ende seiner Möglichkeiten angelangt und in völliger Verlassenheit; und der Gott, der im Jenseits das rettende Netz aufspannt.</p>
<p>Aber dieses Szenario mit den zwei Akteuren ist eine Täuschung. Es gibt nämlich noch einen Dritten, der leise hinter dem Vorhang steht und die Handlung auf der Bühne bestimmt.</p>
<p>Es ist der Priester. Ohne den Priester wäre der Märtyrer niemals auf die Idee gekommen, irgendein Gott könnte eventuell etwas darauf geben, zu wem oder was er sich bekennt. Auch die absurde Theorie, dieser Gott würde die Standhaftigkeit seiner Anhänger im Jenseits reich belohnen oder deren Fehlen hart bestrafen, hat dieser Priester verbreitet.</p>
<p>Und weil ein Gott weit und breit nicht zu sehen ist, sind die tatsächlichen Akteure nicht der Märtyrer und Gott, sondern der Märtyrer und der Priester. Der Priester ist ein wichtiger Teil der Ursache, warum es zu einem Todesfall kam. Erzählt wird die Geschichte aber immer so, als wäre der Priester völlig unbeteiligt. Tatsächlich ist er einer der Täter.</p>
<p>Die haarsträubende Ironie dieser Konstellation besteht nun darin, dass nicht nur einfache Gläubige auf diesen Trick hereinfallen, sondern auch andere Priester. Etwa Pfarrer Welter. </p>
<p>Denn Pfarrer Welter denkt allen Ernstes, die Geschichte wäre ein Ausweis der besonderen Verbundenheit zwischen dem Märtyrer und Gott. Tatsächlich handelt es sich aber nur um die Verbundenheit des Märtyrers mit einem Priester. Dies wiederum spornt weitere Priester an, ebenfalls begeistert von dieser Verbundenheit zu predigen. Es ist ein Zirkelschluss. </p>
<p>Übrigens ist Pfarrer Welter nur deswegen so fasziniert von dieser Verbundenheit, weil er sie selbst nicht spürt. Allerdings würde er das niemals zugeben, auch nicht gegenüber sich selbst. Er möchte es so sehr spüren, dass er anderen davon predigt, in der Hoffnung, dass es real wird. Seinen Zuhörern geht es ebenso. Der Zirkel schließt sich erneut.</p>
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		<title>
		Von: FLO		</title>
		<link>https://www.awq.de/2020/12/unerschuetterlich-das-wort-zum-wort-zum-sonntag-zu-alfred-delp/#comment-782</link>

		<dc:creator><![CDATA[FLO]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2020 17:14:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[So fest wie von den meisten Chrissten behauptet, scheint der eigene Glaube doch nicht zu sein.

Sonst wäre jede christliche Beerdigung ein rauschendes Freudenfest, da der Verstorbene nun im Himmel ist...

Aber wohin man schaut, nur Trauer und lange Gesichter!

Aber es ist doch schön, wenn man sich in Märtyrerphantasien ergehen kann, ist ja ach so inspirierend und der eigene Tod beweist eindeutig, die unendliche Liebe eines Gottes, der Leuten in allen Lebenslagen hilft, z.B. den verlorenen Autoschlüssel zu finden!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So fest wie von den meisten Chrissten behauptet, scheint der eigene Glaube doch nicht zu sein.</p>
<p>Sonst wäre jede christliche Beerdigung ein rauschendes Freudenfest, da der Verstorbene nun im Himmel ist&#8230;</p>
<p>Aber wohin man schaut, nur Trauer und lange Gesichter!</p>
<p>Aber es ist doch schön, wenn man sich in Märtyrerphantasien ergehen kann, ist ja ach so inspirierend und der eigene Tod beweist eindeutig, die unendliche Liebe eines Gottes, der Leuten in allen Lebenslagen hilft, z.B. den verlorenen Autoschlüssel zu finden!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Christian		</title>
		<link>https://www.awq.de/2020/12/unerschuetterlich-das-wort-zum-wort-zum-sonntag-zu-alfred-delp/#comment-780</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2020 16:37:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#062;&#062;Allerdings frage ich mich schon, inwieweit es sinnvoll oder mitmenschlich ist, andere Menschen dazu zu animieren, in Krisensituationen ebenfalls auf einen Gott zu vertrauen, der sich, wie alle anderen Götter auch, aus dem irdischen Geschehen komplett heraushält. Und zu dessen allmächtigem Heilsplan es zu gehören scheint, dass sich immermal Menschen für ihn bzw. seinetwegen umbringen lassen.&#060;&#060;

Das ist eben genau der Punkt!
Zudem, kann jemand der an einem übersinnlichen, überirdischen Wesen glaubt, nur vermuten was es von mir will, oder wie ich mich verhalten soll.
Wo ist der unbestrittenen, nicht-menschengemachte Beleg für Gottes Handeln? Oder, dass er einen Gebetswunsch konkret umgesetzt hat?
Und Gottvertrauen, veleitet schnell zu Leichtsinn, schlimmstenfalls sogar zur Untätigekeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&gt;&gt;Allerdings frage ich mich schon, inwieweit es sinnvoll oder mitmenschlich ist, andere Menschen dazu zu animieren, in Krisensituationen ebenfalls auf einen Gott zu vertrauen, der sich, wie alle anderen Götter auch, aus dem irdischen Geschehen komplett heraushält. Und zu dessen allmächtigem Heilsplan es zu gehören scheint, dass sich immermal Menschen für ihn bzw. seinetwegen umbringen lassen.&lt;&lt;</p>
<p>Das ist eben genau der Punkt!<br />
Zudem, kann jemand der an einem übersinnlichen, überirdischen Wesen glaubt, nur vermuten was es von mir will, oder wie ich mich verhalten soll.<br />
Wo ist der unbestrittenen, nicht-menschengemachte Beleg für Gottes Handeln? Oder, dass er einen Gebetswunsch konkret umgesetzt hat?<br />
Und Gottvertrauen, veleitet schnell zu Leichtsinn, schlimmstenfalls sogar zur Untätigekeit.</p>
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