Gedanken zu NACHGEDACHT 199 zum Thema Distanz: Heimatlust

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Gedanken zu NACHGEDACHT 199: Heimatlust, Originalartikel zum Thema Distanz verfasst von Christina Lander, veröffentlicht am 30.10.16 von Osthessennews

[…] Distanz kann Nähe schaffen.*

Dem stimme ich zu. In der Soziologie spricht man zum Beispiel von “innerer Nähe durch äußere Distanz.” Man beschreibt damit das Phänomen, dass sich das Verhältnis zwischen Kindern und ihren Eltern oft verbessert, nachdem die Kinder das Elternhaus verlassen haben.

Diese räumliche Trennung erleichtert es offenbar Eltern und Kindern, ihre bisherigen Eltern-Kinder-Rollen abzulegen. Und sich als selbständige, voneinander unabhängige Persönlichkeiten neu zu begegnen.

Doch nicht nur räumliche Distanz kann helfen, Vertrautes aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Denn auch, sich einmal nur gedanklich vom alltäglichen Standpunkt zu distanzieren kann helfen, näher zu sich selbst zu finden. Weil man die eigene Weltanschauung mal aus einer anderen als der gewohnten, alltäglichen Perspektive betrachten kann. Am besten aus der Draufsicht.

Aus der Distanz betrachtet...Wobei natürlich auch eine Reise der Auslöser sein kann, mal einen solchen gedanklichen Perspektivenwechsel zu wagen. Dieses Vorgehen ist auch bestens geeignet, um zum Beispiel mal die eigenen Glaubensüberzeugungen zu hinterfragen. Sofern man noch welche hat.

Aus einiger Distanz…

Hier drei Beispiele, wie die gedankliche Distanzierung von einer religiösen Weltanschauung neue Einsichten und wertvolle Erkenntnisse liefern kann:

  1. Viele Gläubige geben an, dass sie Gott in persönlichen Empfindungen erfahren, ihn erleben, ihm nahe sind. Dies sagen auch Gläubige, die an ganz andere Götter glauben als zum Beispiel den jüdisch-christlichen Wüstengott Jahwe. Woran könnte zum Beispiel ein Angehöriger eines isoliert lebenden Inselvolkes, das Meeres- und Waldgötter verehrt erkennen, dass es in Wirklichkeit Jahwe ist, der zu ihm “spricht” und den er erlebt?
  2. Wie wirkt die Schrumpfkopfsammlung eines Schamanen auf Christen, die ja ihrerseits ein Todesfolterungsinstrument und ebenfalls menschliche Überreste verehren? Wie lässt sich Aberglaube von Glaube unterscheiden?
  3. Und schließlich kann man sich auch mal überlegen, ob man zum Beispiel Zeus, Anubis oder das Fliegende Spaghettimonster für wahr hält. Wenn man feststellt, dass man das nicht tut, schreibe man sich drei Gründe auf, warum man diese Götter nicht als wahr akzeptiert.  Und im letzten Schritt untersucht man, ob diese drei Gründe auch auf den Gott angewendet werden können, den man selbst für wahr hält.

Weitere Impulse für die Betrachtung des gewohnten Standpunktes aus einiger Distanz bietet unsere neue Webseite wenigerglauben.de.

Und wer sich von einem etwas veralteten Schreibstil und einer nicht mehr zeitgemäßen Rahmenhandlung nicht abschrecken lässt, dem sei das bemerkenswerte Büchlein Flächenland wärmstens zur (Urlaubs-)Lektüre empfohlen.

Viel Spaß beim Perspektivenwechsel und beim Entdecken neuer Horizonte!

*Der als Zitat gekennzeichnete Abschnitt stammt aus dem eingangs genannten und verlinkten Originalartikel.
**Wir haben keinen materiellen Nutzen von eingebetteten oder verlinkten Inhalten oder von Buchtipps.

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