Kirchenaustritt 2018: Warum du jetzt austreten solltest

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Für den Kirchenaustritt gibt es viele gute Gründe. Trotzdem zögern selbst Leute, die mit Gott und seinen selbsternannten Vertretern gar nichts am Hut haben, diesen Schritt zu tun.

Kirchenaustritt 2018Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Punkte diesem wichtigen Schritt zusammen. Er stammt vom MGEN-Team* und wurde zuerst hier veröffentlicht.

So hält sich zum Beispiel in den Köpfen vieler “Light-Christen” hartnäckig die Legende von der selbstlosen Kirche. Eine Wohlfahrtsorganisation, die ständig auf finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Natürlich nur deshalb, weil sie ihre Einkünfte für mildtätige Zwecke, also zum Wohl der Menschheit ausgibt.

Kein Grund für schlechtes Gewissen – im Gegenteil

Dass es sich bei den christlichen Großkirchen um milliardenschwer subventionierte Wirtschaftskonzerne handelt, die nur einen verschwindend geringen Teil ihres Vermögens tatsächlich für karitative Zwecke verwenden, ist ihnen oft nicht bewusst. Und haben ganz umsonst Angst vor einem schlechten Gewissen, wenn sie über den Kirchenaustritt nachdenken.

Und schließlich wissen manche auch einfach nicht, wie das mit dem Kirchenaustritt im eigenen Bundesland geregelt ist.

Besonders für unsere Leserinnen und Leser, die diesen Schritt noch vor sich haben, kommt der zwar schon etwas ältere, aber nach wie vor aktuelle MGEN-Beitrag hier nochmal (mit freundlicher Genehmigung von MGEN) als Repost:

Kirchenaustritt

Es gibt viele gute Gründe aus der Kirche auszutreten:

  • Man glaubt nicht mehr an die religiösen Dogmen,
  • man ist mit den Aussagen der Kirche, z.B. in gesellschaftlichen Fragen, nicht mehr einverstanden,
  • man möchte seine Kinder vor übergriffigen Priestern bewahren,
  • man ist gegen eine Vermengung von Staat und Kirche,
  • man möchte den Hasspredigern im Fernsehen nicht mehr die Stimme leihen, oder
  • man möchte einfach etwas Geld sparen.

Ein schlechtes Gewissen braucht dabei niemand zu haben, denn die Kirchensteuer wird zum größten Teil für die interne Verwaltung der Kirchenhierarchie verwendet. Soziale Einrichtungen tragen zwar oft kirchliche Namen, werden aber zum allergrößten Teil unabhängig von der Kirchensteuer vom Staat finanziert. Bischöfe werden als Spitzenbeamte ebenfalls zusätzlich zur Kirchensteuer direkt von den Bundesländern bezahlt.

Obendrauf zahlen die Bundesländer noch ca. 500 Millionen Euro für die sog. Staatsleistungen, die von Kirchenlobbyisten mit angeblichen Verpflichtungen aus dem Umfeld des Dreissigjährigen Kriegs und der französischen Revolutionskriege begründet werden. Kohle hat die Kirche auch ohne die Extrasteuer noch genug.

In Deutschland ist man mit 14 Jahren religionsmündig, darf also ohne Zustimmung der Eltern aus der Kirche austreten. In den meisten Bundesländern muss man dazu persönlich zum örtlichen Amtsgericht oder Standesamt gehen, seinen Ausweis vorzeigen und eine Gebühr (meist zwischen 30 und 60 Euro) zahlen. Das Geld hat man natürlich schnell wieder drin, selbst wenn man nur sehr geringe Steuern zahlt.

Wie genau trete ich aus der Kirche aus? –> Hier!

Vorsicht: Die Austrittsbescheinigungen unbedingt aufbewahren! Es gibt immer wieder Fälle, in denen die Kirchen nach einem Umzug in ein anderes Bundesland den Austritt ohne Beleg nicht anerkennen und über Jahre rückwirkend Kirchensteuer eintreiben lassen. Das kann also richtig teuer werden.

Ist in einer Ehe der eine Partner Mitglied einer Kirche, kann dem anderen Partner – obwohl er/sie nicht Mitglied ist – das „Besondere Kirchgeld“ in Rechnung gestellt werden. Besonders dreist ist dabei, dass die katholische Kirche, die ja immer wieder gegen Homosexuelle hetzt und ihre Gleichstellung  planmäßig hintertreibt, auch für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften das Besondere Kirchgeld eintreiben lässt. Wenn’s um Geld geht, spielen die religiösen Dogmen offenbar keine Rolle.

Also, Leute, falls ihr noch in einer Kirche seid: Mit eurer Mitgliedschaft gebt ihr den in den Talkshows geifernden Kirchenoberen eure Stimme. Solange ihr Mitglied bleibt, sprechen die auch in eurem Namen. Tretet jetzt aus!

Informationen zum Kirchenaustritt:

  • Nähere Informationen zum Kirchenaustritt in den einzelnen Kommunen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es hier.
  • Ein FAQ des Internationalen Bunds der Konfessionslosen findet sich hier.
  • Matthias „Skydaddy“ Krause bringt eine Menge Informationen zum Thema Kirchenaustritt und den wilden juristischen Manövern der Großkirchen in einer Folge des sehr empfehlenswerten Ketzer-Podcasts (hier).

*Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des MGEN-Teams. MGEN veröffentlicht jeden Monat eine interessante und unterhaltsame Podcast-Folge über “Religion und andere Esoterik.”

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Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2018