Wahl 2017
Zur Bundestagswahl 2017 betrieb das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsens auf wählerisch-sein.de nach eigener Darstellung eine „Guerilla-Kampagne für mehr Wahlbeteiligung & Demokratie“.
Was war „wählerisch sein“?
Das Prinzip der Kampagne: Zu Artikeln des Grundgesetzes wurden jeweils passend erscheinende Bibelzitate gestellt – das Grundgesetz sozusagen biblisch beglaubigt. Verbreitet wurde das über eine eigene Webseite und soziale Medien unter dem Hashtag #wählerischsein. Die Kampagnenseite ist inzwischen offline.
Unsere Kritik
Der Versuch, einigen Artikeln aus dem Grundgesetz irgendwie passend erscheinende Bibelzitate zuzuordnen, legt eher die Vermutung nahe, dass es sich dabei um einen Versuch handelt, die Wahl zu nutzen, um die „Heilige Schrift“ noch als irgendwie relevant für die heutige Zeit darzustellen. Historisch ist das Grundgesetz aus der Erfahrung mit dem Nationalsozialismus und aus der Tradition der Aufklärung entstanden – nicht aus der Bibel.
Was du hier findest
Wir haben die Aktion Artikel für Artikel durchgearbeitet: Zu jedem Grundgesetz-Artikel dokumentieren wir die von wählerisch-sein.de ausgewählte Bibelstelle und kommentieren, ob sie inhaltlich trägt – unter anderem zu Art. 28, Art. 33 und Art. 38. Dazu kommen eine Gesamtanalyse zum Verhältnis von Bibel und Grundgesetz sowie die Frage, ob es sich um staatlich geförderte Kirchen-PR handelt.
Ausgezeichnet mit der Platin-Rosine
Für diese Kampagne erhielt wählerisch-sein.de die Platin-Rosine 2017 – die Steigerungsform der Goldenen Rosine am Band, mit der wir besonders bemerkenswerte Fälle von biblischem Rosinenpicken auszeichnen.
Die Bibel und das Grundgesetz: Analyse von #wählerischsein
21. September 2017
#wählerischsein versucht, passende Bibelstellen zu Grundgesetzartikeln zu finden. Ein Beitrag im Ketzerpodcast über die Analyse dieses Projektes.
Jetzt lesen
wählerisch-sein.de: Staatlich geförderte Kirchen-PR oder Aktion für mehr Wahlbeteiligung?
20. September 2017
Handelt es sich bei dem Projekt wählerisch-sein.de um eine staatlich geförderte Kirchen-PR oder um eine Aktion für mehr Wahlbeteiligung?
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