Nicht von DIESER WELT: Gedanken zu Bischof Dieser: Herr Bischof, warum lässt Gott Leid zu?

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Nicht von DIESER WELT: Gedanken zu Bischof Dieser: Herr Bischof, warum lässt Gott Leid zu? Originalartikel von Till-Reimer Stoldt, Quelle: dpa, veröffentlicht von welt.de, Stand: 25.12.2016

Erst seit Wochen ist Aachens Bischof Helmut Dieser im Amt. (…) Es geht ihm um eine „existenzielle Sprache“. Die Menschen, sagt er, müssten begreifen, was Gott für ihr konkretes Leben bedeute.*

EinheitsübersetzungMit diesen Worten wird der neue Aachener Bischof am Ende des Artikels vorgestellt. Und genau das scheint bei Herrn Dieser tatsächlich der Fall zu sein. Wie aus dem Interview hervorgeht, macht sich der Bischof offenbar erst gar nicht die Mühe, in den christlichen Mythen und Legenden irgendwie einen Sinn hineinzuinterpretieren, wie es Theologen gemeinhin betreiben.

Nein, Herr Dieser verfolgt offenbar eine andere Strategie. Er verwendet einfach die biblischen Texte, wie sie sind. Die Behauptungen in der Bibel behandelt er wie Tatsachen. Als handle es sich dabei um allgemeingültige Fakten.

Dass die Argumentation: ¨In der Bibel steht, dass sie das wahre Wort Gottes beinhaltet, deshalb ist sie wahr.¨ ein Scheinargument ist, sollte nicht allzu schwer erkennen zu sein.

Eine Behauptung wird nicht dadurch wahr, dass man behauptet, sie sei wahr. Und auch nicht dadurch, dass Leute glauben, eine Behauptung sei wahr.

Die Aussagen von Herrn Dieser zeugen von einer in sich geschlossenen Fantasiewelt, in der Herr Bischof zu leben scheint. Hätte er die Möglichkeit, seine geäußerten Ansichten nur einmal ohne seine religiös-indoktrinierte Rundum-Immunisierung zu lesen, wie würde er sich wohl selbst einschätzen?

Bischof Dieser: Innenansichten einer religiösen Scheinwirklichkeit

Die Behauptungen des Aachener Bischofs sind so absurd und realitätsfern, dass ich mir nicht die Mühe machen werde, auf jede einzeln einzugehen. In Summe geht für mich aus dem Interview hervor, dass Herr Bischof Dieser seine religiösen Wahngedanken keineswegs nur zur Bewältigung seiner eigenen Wirklichkeit zugrunde legt. Was er ja selbstverständlich gerne tun kann, wenn es ihm bei der Bewältigung des Alltags hilft. Allerdings zeigt sich in seinen Ausführungen eine Überheblichkeit und Realitätsverweigerung, wie man sie immer wieder in religiösen Verkündigungen antrifft.

Er scheint tatsächlich überzeugt davon zu sein, dass er die einzig wahre und glücklichmachende Ideologie vertritt. Der Wunsch nach einer jenseitigen Belohnung scheint so stark zu sein, dass die natürliche, irdische Wirklichkeit einfach durch religiöse Wunschgedanken ersetzt wird.

Doch damit nicht genug: Aufgeklärter sei die Menschheit durch das Christentum geworden. Denn schließlich kläre dieses ja die Menschen über Gott und Jesus auf. Damit ist der Beitrag zur Aufklärung vergleichbar mit Grimms Märchen, die ja auch über Schneewittchen & Co. aufklären. Nur werden weder weltliche, noch religiöse Märchen dadurch realer. Und die Gebrüder Grimm erhoben zumindest keinen Anspruch auf eine übergeordnete Wahrheit ihrer Geschichten.

Aufklärung über Gott und Jesus

Religiöse Mythen und Legenden als Aufklärung zu bezeichnen, ist geradezu eine Pervertierung dieses Begriffes. Denn vielmehr vernebeln diese Geschichten den klaren Blick auf die irdische Wirklichkeit. Und in dieser kommen Götter, Geister, Gottessöhne nun mal nur in der Phantasie von Menschen vor.

Dieser: Aber eine Welt ohne Jesus wäre nun mal kaum aufgeklärt über Gott und sein Wesen. Mit Jesus hat Gott uns sein Innerstes gezeigt. Hätte er das nicht getan, würde die Menschheit in der Gottesfrage, also in der Frage nach dem letzten Grund des Seins im Dunklen tappen. Mutmaßlich würde sie sich ersatzweise jede Menge Mythen schaffen – und dabei immer noch auf die Erlösung, auf das Beste warten.

Man kann sich kaum vorstellen, dass Herrn Bischof Dieser die Absurdität dieser Behauptung nicht bewusst zu sein scheint. Denn was ist sein Erlösungsmärchen anderes als ein Mythos? Natürlich sind die Menschen auf der Suche nach dem Sinn ihres Daseins. Zu Zeiten, in denen die Menschheit erst über einen Bruchteil des heutigen Wissens verfügte, waren behauptete überirdische Wesen offenbar immernoch plausibler als die Erkenntnis, etwas einfach (noch) nicht zu wissen.

Dabei ist die Frage nach dem Sinn doch recht einfach zu beantworten: Nach heutigem Wissens- und Erkenntnisstand lässt sich kein übergeordneter Sinn erkennen. Lebewesen verfolgen das Ziel, ihr Wohl zu mehren und Leid zu vermeiden. Deshalb ist die Sinnfrage auch keine Gottesfrage, auch wenn das ein Bischof vielleicht gerne hätte. Götter haben ausgedient. Sowohl, was die Frage nach der Ursache von Donner, als auch, was die Frage nach dem Sinn des Lebens angeht. Denn selbst wenn die Erkenntnisse von Wissenschaft und Philosophie noch längst nicht alle Fragen beantworten können:  Religionen können überhaupt keine Fragen beantworten. Weil schon die Prämissen nicht stimmen.

Ein Bischof erzählt von Liebe

Dieser: Die Liebe, die Gott für jeden Einzelnen von uns empfindet. Sie ist die letzte Sehnsucht von uns allen. (…) Diese elterliche Liebe empfindet auch Gott für uns. Das ist die christliche Urerfahrung.

Wenn es um religiöse Fiktionen geht, sind Verallgemeinerungen immer besonders problematisch. Herr Bischof scheint also demzufolge nicht nur zu wissen, dass sein behaupteter Gott existiert. Er scheint darüberhinaus auch noch sagen zu können, welche Eigenschaften dieser Gott hat.

Da sein religiöses Wahngebäude auf einem einzigen Buch aufbaut, muss wohl das biblische Gottesbild zugrunde gelegt werden. Und dieses sieht ganz anders aus. Denn da empfindet Gott eben nicht ¨für jeden Einzelnen von uns¨ Liebe. Sondern nur für die, die sich ihm vollständig unterwerfen. Und auch das ist alles andere als sicher. Auf alle anderen wartet ewige Bestrafung durch Höllenqualen, wahlweise eine Folter, die so lange dauert, bis sich jemand doch noch diesem Gott unterwirft. Auf eine solche Liebe, selbst als Fiktion, kann ich gerne verzichten.

Dieser: Ja, die Theodizee-Frage treibt Menschen immer wieder um. Ohne Weihnachten wäre diese Frage wirklich schwer auszuhalten. Aber mit Weihnachten hat Gott uns gezeigt, dass er gerade nicht die Majestät auf dem Thron ist. An Weihnachten feiern wir, dass Gott in Jesus herabgestiegen ist in das Leid dieser Welt. Schon die Geburt in Bethlehem war elend. All diese Armut, ein dreckiger Stall voller Tiere…

Die Theodizee-Frage treibt nur die Menschen um, die den jeweils behaupteten Gott für wahr halten möchten (oder berufsbedingt müssen). Bewältigungsversuche der Theodizee-Frage habe ich ja schon wirklich viele gelesen und gehört. Dass die rustikalen, aber vermutlich nicht unüblichen unkomfortablen Umstände einer Geburt in einer nachweislich erfundenen Geschichte ein Beweis für das göttliche Mitleid sein soll, hatte ich bis jetzt noch nicht.

Theodizee – das tut weh…

Ist eine solche Aussage noch an Naivität und Einfältigkeit zu überbieten? Wohl kaum. In welcher Wirklichkeit lebt ein Mensch, der die augenscheinliche Abwesenheit seines Gottes in Anbetracht von realem Leid und Elend auf diese Weise zu bewältigen versucht?

(…) Er schaut uns nicht zu, während wir leiden. Er leidet mit. Und dieses anteilnehmende, liebende Wesen Gottes spiegelt Jesus vom Anfang in der Krippe bis zum Ende am Kreuz – als der Mann der Schmerzen, der sogar das grausamste irdische Leid am Kreuz auf sich nahm.

Ob er/sie/es zuschaut, wissen wir nicht. Und es spielt auch keine Rolle, solange Gott trotz seiner angeblichen Allmacht, Allwissendheit und Allgüte nichts gegen Leid und Elend unternimmt. Und auch sonst in keiner Weise seriös belegbar ins Weltgeschehen eingreift. Das angebliche göttliche Mitleid war und ist wertlos.

Dieser: Gott hat eine Welt geschaffen, in der Liebe möglich ist. Lieben, also Gott ebenbildlich sein, kann man aber nur, wenn man frei ist und sich ohne Zwang dazu entscheidet. In einer Welt ohne Freiheit wäre vielleicht noch Instinkt möglich, aber keine Liebe. Mit der Freiheit aber kommt auch die Möglichkeit zum Bösen und das Leid in die Welt.

Diese Argumentation ist hingegen wohlbekannt. Dass der hier behauptete ¨freie Wille¨ in dieser Form nicht existiert und dass damit die Behauptung, dieser sei schuld am Leid, hinfällig ist, scheint Herrn  Bischof Dieser nicht weiter zu stören. Ebensowenig der Umstand, dass viel Leid und Elend eben auch nicht auf den bösen menschlichen freien Willen zurückzuführen ist. Wie zum Beispiel Naturkatastrophen, Epedemien etc.

Somit bleibt die Theodizee-Frage auch diesmal unbeantwortet.

Die Liebe von Menschen, die die religiösen Hirngespinste nicht für wahr halten zum Instinkt herabzuwürdigen, ist an Überheblichkeit kaum zu überbieten.

Schmerzhafter Schmerz, leidvolles Leid

Dieser: Atheisten können gar keinen Punkt machen. In einer Welt ohne Gott wäre der Schmerz ja noch schmerzhafter und das Leid noch leidvoller. Wer dagegen auf den Gott vertraut, der sich an Weihnachten zeigt, hat in allem Leid stets einen Trost: Gott hat mit uns etwas noch viel Höheres im Sinn als Ausgleich für das Leid, das wir auf Erden erfahren.

Einmal mehr zeigt sich die geradezu widerliche Arroganz, man habe das einzig glückseligmachende Rezept für die Menschheit parat. Dabei fallen immer weniger Menschen auf die bestenfalls hoffnungsvolle Illusion herein, ein höheres Wesen meinte es irgendwie, irgendwo und irgendwann gut mit ihnen. Dass es sich bei dem christlichen Heilsversprechen um einen billigen Taschenspielertrick handelt, durchschauen immer mehr Menschen.

Der Schmerz wird nicht schmerzvoller und das Leid nicht leidvoller, wenn man sich von der Vorstellung befreit, ein höheres Wesen habe noch etwas mit einem vor. Statt auf eine Belohnung im Jenseits zu hoffen, kann man sich mit einem klaren Blick, Vernunft und Verstand den Herausforderungen der Wirklichkeit stellen, ohne an dieser verzweifeln zu müssen.

(…) Und weil Gott jeden Menschen ebenfalls so hoch schätzt, würde ich sogar sagen, dass Trauernde dem ganzen Weltall gegenüber ihren Schmerz hoch halten sollten.

Schmerz hochhalten

Dieser Appell erstaunt wenig. Schließlich lebt die Kirche davon, dass Menschen ihren Schmerz hochhalten. Sonst wäre ihr widersinniges Heilsversprechen ja noch überflüssiger, als es so schon ist. Mit Menschen, die sich im Hier und Jetzt selbst um ein glückliches und erfülltes Leben kümmern, kann man schlecht Geld verdienen in dieser Sparte…

(…) Dieser: Auf der anderen Seite der Todesgrenze wartet Gott auf unsere Verstorbenen. Und zwar nicht irgend ein unbarmherziges oder unberechenbares Göttliches, von dem man nichts Genaues weiß, sondern der Gott, der über sich selbst aufgeklärt hat in Jesus.

Was weiß man denn Genaueres? Nichts weiß man. Stattdessen behauptet man. Und biegt sich das furchtbare biblische Gottesbild so zurecht, wie es einem in den Kram passt. Dass eine Aufklärung in Form eines Gottessohnmythos hinfällig ist, hatte ich weiter oben schon ausgeführt. Auf die Frage, was Menschen nach dem Tod erwarten würde, antwortet Bischof Dieser:

Die herrliche Ewigkeit Gottes. Zu ihr gehört zuvor aber auch das Gericht. Gott stellt Gerechtigkeit her, er wird auch den Mördern von Berlin eines Tages spürbar verdeutlichen, welches Unglück sie anderen zugefügt haben.

Hier zeigt sich die allzu naive Wunschvorstellung, es gäbe so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit. Und zwar natürlich nach den Maßstäben des Herrn Dieser, Bischof von Aachen. Und natürlich nicht nach den Maßstäben eines anderen Gottes, nach dessem angeblichen Willen womöglich ein solches Attentat so ziemlich das beste ist, was ein Mensch mit seinem Leben anfangen kann. Es erstaunt mich immer wieder, wie fernab jeder Realität jemand unterwegs sein kann…

Den Tod überwinden?

Dieser: Wir Menschen brauchen jedenfalls den lebendigen Gott, um den Tod zu überwinden. Für uns ist der Tod eine absolute Grenze, die wir aus eigener Kraft nicht überwinden können. Wir können nicht wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht. (…)

Was wir aber nach heutigem Stand wissen können ist, dass es sich bei dieser ¨anderen Seite¨ um nichts weiter als eine menschliche Fiktion handelt. Bis zum Beweis des Gegenteils und wohl auch noch bis auf Weiteres ist der Tod einfach nur die unabdingbare Folge allen Lebens. Mit dem Ausfall der Hardware hört auch die Software auf zu existieren. Da gibt es nichts zu überwinden. Und sollte es wider Erwarten doch so sein, so ist das völlig belanglos für das diesseitige Leben. Das wusste schon Epikur und vielleicht spricht es sich auch noch bis nach Aachen herum.

(…) Wir können nur rätseln, wohin es (das Leben) ist. Weiter reicht unser Erkenntnisvermögen nicht.

Wieder schließt Herr Bischof Dieser von seiner eigenen, religiös vernebelten und beschränkten Sichtweise auf ¨uns¨. Doch, unser Erkenntnisvermögen reicht weiter. Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit und bis zum Beweis des Gegenteils kein Leben nach dem Tod. Das christliche Heilsversprechen ist damit eine Farce. Eine Illusion.

Es gibt Zeugen!

Auf die Frage, ob christlicher Glaube nicht einfach nur eine menschengemachte Vorstellung sei, antwortet Bischof Dieser:

Das ist eben falsch! Der Glaube an den einen liebevollen Gott trat mit dem alten Israel und in Christus gipfelnd in die Geschichte ein. Für diesen Glauben gibt es keine Vorläufer und keine historische Erklärung. Plötzlich war er da. Diese Botschaft stammt nicht von Menschen, sie ist eine Offenbarung des Schöpfers, der Leben und Tod umfasst…

Und wieder kann man sich nur an den Kopf fassen und fragen, ob ein Bischof Dieser wirklich so naiv, ignorant oder realitätsfern ist, dass ihm nicht bewusst ist, dass auch seine Religion genauso von Menschen erfunden und konzipiert worden war wie jede andere auch. Die Entstehung der abrahamitischen Religionen ist gut untersucht und dokumentiert. Einfach so zu tun, als gäbe es diese Erkenntnisse nicht, kommt dem Verhalten eines Fünfjährigen gleich, der die Augen schließt, sich die Ohren zuhält und plärrt: ¨Ätsch, und ich hab doch recht!¨

Natürlich stammt diese Botschaft von Menschen. Einen Schöpfer, der Leben und Tod umfasst und der sich in der Bibel geoffenbart hat, gibt es nur in der Phantasie von Menschen und in den Narrativen aus der Bronzezeit und aus dem Vormittelalter. Sowohl der ¨Lebenslauf¨ des alttestamentarischen Gottes Jahwe vom kleinen Provinzial-Wüstengott mit Fachgebiet Wetter, Berge und Krieg hin zum ¨lieben Gott¨ des neuen Testaments ist heute nachvollziehbar. Da gibt es nichts Übernatürliches oder Wunderbares.

Nun folgt eine weitere, oft anzutreffende Methode, mit der religiöse Verkündiger versuchen, die Absurdität ihres Glaubens zu bewältigen:

Die Fantasie wirrer, merkwürdiger Menschen

Dieser: Die Hoffnung, dass sich in Jesus wirklich Gott mitgeteilt hat, ist nicht der Fantasie wirrer, merkwürdiger Menschen entsprungen. Diese Botschaft stammt von Augenzeugen, die beschworen haben, sie hätten erlebt, wie der gekreuzigte und gestorbene Jesus plötzlich wieder lebendig war.

Offenbar scheint Herr Bischof Dieser schon mal mitbekommen zu haben, dass es Menschen gibt, die die biblische Auferstehungslegende wirren, merkwürdigen Menschen zuschreiben. Also behauptet er einfach, dass dies natürlich nicht der Fall sei. Und führt stattdessen angebliche Augenzeugen ins Feld, die die Historizität dieser Legende beschwören sollen. Ein Exkurs, warum diese Zeugen natürlich alles andere als vertrauenswürdig waren, würde hier zu weit führen. Wer sich dafür interessiert, findet in unseren Buchtipps viele lesenswerte Lektüre auch zu diesem Thema.

Dieser: Die Erfahrung des Auferstandenen. Von da an waren die Jünger so entschlossen und überzeugt, dass sie fast alle bereit waren, sich für ihre Überzeugung hinrichten zu lassen. Das scheinen mir sehr glaubwürdige Zeugen zu sein.

Um mit Michael Schmidt-Salomon zu sprechen: Es ist höchste Zeit, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen. Sind die Sieben Zwerge demzufolge auch sehr glaubwürdige Zeugen für die Existenz von Schneewittchen?

Auf die Frage, worin die Berufung des Menschen bestehe, antwortet der Bischof:

Dieser: Darin, andere Menschen zu lieben, denn das heißt, die Sprache zu erlernen, die wir eines Tages in Gottes Herrlichkeit sprechen werden.

Andere Menschen zu lieben heißt, andere Menschen zu lieben. Und zwar dieser Menschen wegen. Wer eine Gottesfiktion braucht, um das erkennen zu können, hat bestenfalls Mitleid verdient. Abgesehen davon halte ich es für reichlich unrealistisch, alle Menschen zu lieben. Das ist aber auch gar nicht erforderlich, viel wichtiger wäre ein fairer und respektvoller Umgang – auch mit denen, die wir nicht lieben.

Fazit

Einmal mehr stellt sich mir die Frage, warum jemand für die Verkündigung solch schier wahnhafter, realitätsferner Fiktionen aus der Staatskasse mit einem fürstlichen Gehalt bezahlt wird.

Nochmal: Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie er sich seine Wirklichkeit gestaltet. Auch Herrn Bischof Dieser. Ob man Menschen einen Gefallen damit tut, dass man sie wie in diesem Beispiel eindrucksvoll belegt in die Irre führt, halte ich für äußerst fraglich. Denn die einzigen, die einen tatsächlichen Nutzen davon haben, dass Menschen diese Geschichten für wahr halten, sind die, die damit ihr Geld verdienen.

Einen positiven Beitrag könnte Herr Bischof Dieser mit solchen Verkündigungen aber doch leisten: Die von ihm vertretenen Ansichten sind so abstrus und weltfremd, dass es noch mehr Menschen klar werden dürfte, wie marode das Fundament des christlichen Glaubens in Wirklichkeit ist.

*Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Originalartikel.
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