Gedanken zu: Wort des Bischofs: Hoffnungsträger

~ 4 Minuten

Gedanken zu: Wort des Bischofs: Hoffnungsträger, Originalbeitrag verkündet von Herrn Woelki, veröffentlicht von domradio.de

Quelle: domradio.de

[…] Ich lebe und arbeite für das Unternehmen Hoffnung schlechthin: die Katholische Kirche.*

Herr Woelki, worin besteht Ihrer Meinung nach diese Hoffnung? Handelt es sich dabei nicht vielmehr um eine eine vielleicht irgendwie hoffnungsvolle Illusion? Was unterscheidet das Hoffnungsversprechen der katholischen Kirche von dem anderer Konfessionen oder Religionen?

Wie erklären Sie sich das massive, kontinuierliche Schrumpfen Ihrer Herde? Warum verzichten Ihrer Meinung nach immer mehr Menschen auf das, woraus Sie Ihre Hoffnung beziehen?

Imaginärer Hoffnungsträger

Mein Hoffnungsträger heißt Jesus Christus. Er meint es gut mit mir und hat mich in meinen 60 Jahren noch nie im Stich gelassen.

Herr Woelki, wie sicher sind Sie sich, dass der von Ihnen vermutete Hoffnungsträger tatsächlich Jesus Christus ist? Und nicht vielleicht Osiris, Zeus oder das Fliegende Spaghettimonster?

Oder angenommen, Sie wären in Indien geboren: Wie hätten Sie erkennen können, dass Ihr Hoffnungsträger nicht Shiva, sondern Jesus Christus ist?

Klar, es gab auch in meinem Leben Durststrecken und Dunkelheit. Aber gerade dann, wenn es wirklich eng wurde, war Jesus Christus an meiner Seite! Immer – ohne Ausnahme.

HoffnungsträgerEs freut mich zu hören, dass Ihnen Ihre (Auto-)suggestion offenbar dabei geholfen hat, diverse Krisen zu überwinden.

Aber Sie sind doch nicht wirklich allen Ernstes der Meinung, dass es tatsächlich Ihr imaginärer Freund war, der Ihnen geholfen hat?

Ein Allmächtiger, der zwar nichts gegen das vielfältige Leid und Elend in der Welt tut? Und der sich stattdessen um die Wehwehchen des Herrn Herrn Woelki kümmert? Weil der sich das doch so sehr wünscht? Nicht wirklich, oder?

Wie können Sie Ihre Vorstellung, Jesus sei immer an Ihrer Seite von einem Hirngespinst unterscheiden? Oder von einer kindlich-naiven Realitätsflucht? Verbunden mit einem rekursiven Bestätigungsfehler in der Gestalt, dass Sie alles Positive Ihrem vermeintilchen Hoffnungsträger zuschreiben?

2000 Jahre eingebildete Hoffnung

Seit 2000 Jahren setzen Menschen überall auf der Welt ihre ganze Hoffnung auf Jesus.

Und seit 2000 Jahren ist außer eines Placebo-Effekts nichts passiert. Nirgends auf der Welt lässt sich auch nur ein einziger Kausalzusammenhang zwischen irdischem Geschehen und dem Einfluss von überirdischen Wesen nachweisen.

Christen können gar nicht anders.

Was ein Grund dafür sein könnte, warum die Christen immer weniger werden. Denn Menschen haben natürlich und zum Glück viele andere Hoffnungsträger, die nicht nur erfunden sind. Zum Beispiel sich selbst.

Dass Sie Menschen die Fähigkeit, zum Beispiel auf sich selbst zu vertrauen offenbar absprechen, kann nicht weiter verwundern. Schließlich leben Sie ja davon, dass Christen “gar nicht anders” können, als auf den von Ihnen behaupteten Gott zu vertrauen. Oder auf dessen Sohn oder zweites Drittel.

Ich möchte auch Ihnen Jesus ans Herz legen. Ich bin mir ganz sicher, dieser Hoffnungsträger hält, was er verspricht!

Was verspricht er denn, Herr Woelki? Dass er für Ihre Sünden gestorben ist? Oder dass Sie sich auf eine ewige Belohnung im Jenseits freuen dürfen, weil Sie ihn und seine beiden anderen Drittel zu Lebzeiten für wahr gehalten haben? Oder weil Erzbischöfe schon von Berufs wegen mit einer Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit rechnen dürfen?

Realitätsflucht als Bewältigungsstrategie

Auch das ist natürlich eine Möglichkeit, mit den Unwägbarkeiten und Kümmernissen der irdischen Wirklichkeit umzugehen. Auf einen imaginären Freund zu hoffen, scheint mir allerdings nicht gerade ein Zeichen von besonderer Reife oder Vernunft zu sein, wie man sie von einem ansonsten aufgeklärten Erwachsenen erwarten würde.

Das Ganze wäre keinerlei Beachtung wert, wenn Sie Ihre Flucht in religiöse Scheinwirklichkeiten als Ihre Privatangelegenheit behandeln würden. Bei öffentlichen Verkündigungen sollten Sie anstandshalber dazusagen, dass es sich dabei nur um Fiktion handelt.

Denn sonst könnten naive, unkritische oder leichtgläubige Menschen gar noch denken, sie könnten sich von Ihrem imaginären Hoffnungsträger tatsächlich aktive Unterstützung erhoffen. Obwohl dieser noch nicht mal von einem Hirngespinst unterschieden werden kann.

*Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Beitrag.
**Wir haben keinen materiellen Nutzen von verlinkten oder eingebetteten Inhalten oder von Buchtipps.

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

FacebooktwitterredditpinterestlinkedintumblrmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedintumblrmail