Das Wort zum Wort zum Sonntag von Alexander Höner, veröffentlicht am 21.03.26 von ARD/daserste.de
Darum geht es
Alexander Höner gesteht im „Wort zum Sonntag“, dass „Beten nichts bringt“ und „allein keinen Frieden schafft“, bleibt aber trotzdem Pfarrer und rechtfertigt seine Rolle („wer soll’s denn dann noch tun?“), weicht dem Theodizee-Problem aus („Gott nicht in die Schuhe schieben“ – obwohl ein allmächtiger Gott logisch verantwortlich wäre), verkitscht säkulare Lösungen (fairer Handel, Diplomatie, politisches Engagement) mit religiöser Auferstehungsmetapher, verschweigt die Rolle der Religion als Kriegstreiber (Ukraine, Gaza, Iran, USA, Sudan) und propagiert ein negatives Menschenbild („Habgier und Machthunger sind stärker, so ticken wir Menschen“), das empirisch falsch ist – halbherzige Ehrlichkeit ohne Konsequenz, wo Kirchenaustritt und säkulares Engagement die logische Folgerung wären.Am 21. März 2026 hält der evangelische Pfarrer Alexander Höner ein bemerkenswertes „Wort zum Sonntag“. Bemerkenswert nicht wegen neuer Einsichten, sondern wegen seiner Ehrlichkeit:
„Der Frieden ist tot. Da bringt auch Beten nichts.“
Und später:
„Beten allein schafft keinen Frieden.“
Endlich. Endlich sagt es mal jemand. Ein Pfarrer. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Beten bringt nichts.
Man möchte applaudieren. Man möchte sagen: Genau. Endlich Realismus. Endlich Ehrlichkeit.
Doch dann kommt der Rest des Texts. Und man merkt: Höner zieht keine Konsequenzen aus seiner eigenen Einsicht. Stattdessen:
- Rechtfertigt er seine Rolle als Pfarrer
- Weicht er der Gottesfrage aus
- Vereinnahmt er säkulare Lösungen religiös
- Verschweigt er die Rolle der Religion als Kriegstreiber
- Verkitscht er am Ende alles mit einer Auferstehungsmetapher
Widerspruch 1: „Beten bringt nichts“ – aber ich bleibe Pfarrer
Die Ehrlichkeit: Beten ist nutzlos
Höner gesteht offen:
„Ein junger Mann betet gerade für den Frieden in allen Kriegsgebieten. Und meine innere Reaktion darauf ist: Der Frieden ist tot. Da bringt auch Beten nichts.„
Und später:
„Beten allein schafft keinen Frieden und immer mehr Waffen auch nicht.“

Das ist bemerkenswert ehrlich. Höner gibt zu, was Säkularisten seit Langem sagen: Gebet hat keine kausale Wirkung auf die Realität.
Die STEP-Studie (Study of the Therapeutic Effects of Intercessory Prayer, 2006) zeigte sogar: Patienten, die wussten, dass für sie gebetet wurde, hatten mehr postoperative Komplikationen als die Kontrollgruppe. Gebet hilft nicht – es kann sogar schaden (Nocebo-Effekt).
Höner formuliert vorsichtiger („Beten allein schafft keinen Frieden“), aber die Kernaussage bleibt: Beten ist praktisch wirkungslos. Und zwar nicht deshalb, weil der Frieden tot ist (eine Formulierung, mit der Höner schon mal die noch folgende theologische Vereinnahmung anteasert). Sondern weil Beten in der behaupteten und geglaubten Form an sich wirkungslos ist.
Der Widerspruch: Aber ich bleibe im Job
Doch dann kommt die Rechtfertigung:
„Eine andere Stimme in mir lehnt sich dagegen auf: Hey, wenn nicht einmal mehr du als Pfarrer vom Frieden reden kannst, nicht mehr dafür betest, wer soll’s denn dann noch tun? Stimmt.“
Moment. Stimmt eben nicht.
Wenn Beten nichts bringt, dann ist die Frage „wer soll’s denn dann noch tun?“ absurd. Die richtige Antwort wäre: Niemand. Weil es nichts bringt. Auch dann nicht, wenn es mit typisch theologisch-rhetorischer Vernebelungstaktik an ein unverfängliches „vom Frieden reden“ drangehängt wurde.
Stattdessen rechtfertigt Höner seine Rolle als Pfarrer mit genau der Praxis, die er selbst als nutzlos erkannt hat. Das ist intellektuell unredlich.
Die konsequente Reaktion auf die Einsicht „Beten bringt nichts“ wäre:
- Kirchenaustritt (warum einer Institution dienen, deren Kernpraktik nutzlos ist?)
- Berufswechsel (warum als Pfarrer arbeiten, wenn die zentrale Tätigkeit wirkungslos ist?)
- Öffentliche Kritik an der Kirche (die weiterhin Menschen zum Beten auffordert, obwohl es nichts bringt)
Höner tut nichts davon. Er bleibt Pfarrer. Er rechtfertigt das Beten. Er macht weiter wie bisher.
Das ist keine Ehrlichkeit. Das ist Halbherzigkeit.
Die psychologische Funktion: Selbstberuhigung
Warum bleibt Höner trotzdem? Warum zieht er keine Konsequenzen?
Vermutlich, weil die kognitive Dissonanz zu groß wäre:
- „Ich habe mein Leben dem Glauben gewidmet“
- „Ich habe Theologie studiert“
- „Ich bin Pfarrer“
- „Das alles war umsonst?“
Nein, das ist psychologisch zu belastend. Also rationalisiert Höner: „Jemand muss es ja tun“ – auch wenn es nichts bringt.
Das ist verständlich. Aber es ist nicht ehrlich, sondern ein Selbstbetrug.
Widerspruch 2: „Gott nicht in die Schuhe schieben“ – aber Gott ist allmächtig
Das Theodizee-Problem
Höner schreibt:
„Dass der Frieden tot ist, will ich Gott nicht in die Schuhe schieben.„
Das ist ein klassisches Theodizee-Ausweichen.
Das Theodizee-Problem (benannt nach Leibniz, aber schon antik diskutiert) lautet:
Wenn Gott allmächtig ist (er kann alles tun),
und wenn Gott allgütig ist (er will nur das Gute),
warum gibt es dann Leid und Übel in der Welt?
Logisch gibt es nur drei Möglichkeiten:
- Gott ist nicht allmächtig (er kann das Leid nicht verhindern)
- Gott ist nicht allgütig (er will das Leid nicht verhindern)
- Gott existiert nicht
Höner wählt keine dieser Optionen. Stattdessen weicht er aus: „Ich will Gott nicht in die Schuhe schieben.“
Aber das ist logisch inkohärent:
- Wenn Gott allmächtig ist, dann kann er Frieden schaffen
- Wenn Gott allgütig ist, dann will er Frieden schaffen
- Wenn beides zutrifft, dann müsste es Frieden geben
- Es gibt keinen Frieden
- Ergo: Mindestens eine der Prämissen ist falsch
Höner kann Gott nicht „nicht in die Schuhe schieben“, wenn er gleichzeitig an einen allmächtigen, allgütigen Gott glaubt. Das ist ein logischer Widerspruch.
Die klassischen Ausweichmanöver
Theologen haben jahrhundertelang versucht, das Theodizee-Problem zu lösen. Keine theologisch vertretbare Lösung funktioniert wirklich:
- „Freier Wille“: Menschen verursachen das Leid, nicht Gott → Aber warum hat Gott den Menschen so erschaffen, dass sie Leid verursachen? Warum greift er nicht ein?
- „Höherer Plan“: Gottes Wege sind unergründlich, Leid dient einem höheren Zweck → Dann ist Gott nicht allgütig (er nutzt Leid als Mittel)
- „Prüfung“: Leid ist eine Prüfung des Glaubens → Sadistisch: ein allwissender Gott braucht keine Prüfungen
- „Erbsünde“: Leid ist Strafe für die Sünde → Kollektivstrafe für eine mythische Ursünde ist ungerecht
Höner wählt ein anderes Ausweichmanöver: Ignorieren. „Ich will Gott nicht in die Schuhe schieben“ – fertig.
Das ist intellektuell feige, für einen Wort-zum-Sonntag-Berufschristen allerdings auch wenig überraschend.
Die säkulare Lösung: Es gibt keinen Gott
Die einfachste Lösung des Theodizee-Problems ist: Es gibt keinen Gott.
Dann ist alles konsistent:
- Es gibt Leid, weil die Welt nicht von einem allgütigen Wesen gestaltet wurde
- Es gibt Kriege, weil Menschen (und ihre Systeme) Konflikte verursachen
- Es gibt keine göttliche Intervention, weil es nichts gibt, das eingreifen könnte
Höner kommt dieser Einsicht sehr nahe („Beten bringt nichts“), aber er zieht die daraus folgende Konsequenz nicht. Ein Problem an der eigenen Argumentation erst freimütig einzuräumen, um dann statt auf die Konsequenzen einzugehen trotzdem an der Argumentation festzuhalten, ist eine immer wieder gern angewendete rhetorische Trickserei, der man in theologischen Verkündigungen immer wieder begegnet.
Besonders in solchen, in denen die Trickser keine kritischen Rückfragen befürchten müssen. Bei den Schäfchen indes bleibt sowieso nur das hängen, was denen in den Kram passt, und das weiß auch der Pfarrer: „Der Pfarrer im Fernsehen hat gesagt, dass Beten nichts bringt, aber er betet trotzdem. Das wird also schon passen.“
Widerspruch 3: Säkulare Lösungen – religiös verkitscht
Die Lösungen: Alles säkular
Höner nennt konkrete Lösungen:
„Es ist Zeit, selbst etwas zu verändern, fairen Handel unterstützen, politische Kräfte stärken, die die wirtschaftliche Ausbeutung nicht einfach so hinnehmen und konsequenter die Chancen von Verhandlungen nutzen. Es ist Zeit, selbst mehr Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, dass es auch anders geht, nicht nur mit Habgier und Machthunger, auch mit Diplomatie und ehrlichem Verzicht.“
Das ist alles richtig. Und das ist alles säkular:
- Fairer Handel: Wirtschaftsethik, keine Religion nötig
- Politische Kräfte stärken: Demokratie, Aktivismus, keine Religion nötig
- Verhandlungen: Diplomatie, Konfliktforschung, keine Religion nötig
- Verantwortung übernehmen: Ethik, Selbstwirksamkeit, keine Religion nötig
- Verzicht: Konsumkritik, Nachhaltigkeit, keine Religion nötig
All das funktioniert ohne Gott, ohne Gebet, ohne Kirche.
Höner selbst sagt es ja: „Beten allein schafft keinen Frieden“ – also sind es die säkularen Maßnahmen, die funktionieren.
Die Vereinnahmung: „Von den Toten auferstehen“
Aber dann kommt die weiter oben schon vorbereitete religiöse Kitschmetapher:
„Ich will mich mehr für Gerechtigkeit einsetzen und dann, davon bin ich fest überzeugt, dann wird der Frieden auch wieder eine Chance haben und von den Toten auferstehen.“
„Von den Toten auferstehen“. Ernsthaft?
Höner hat gerade säkulare Lösungen genannt (fairer Handel, Diplomatie, politisches Engagement). Dann verkitscht er das Ganze mit einer religiösen Metapher.
Das ist religiöse Vereinnahmung – genau wie bei sein nominell katholischer Glaubenskollege Buß (MISEREOR, „Reich Gottes“).
Die säkularen Lösungen funktionieren trotz Religion, nicht wegen Religion. Aber Höner rahmt sie religiös, um seine eigene Rolle zu rechtfertigen.
Tatsächlich ist „Auferstehung“ eine absurde Metapher für politisches Engagement:
- Auferstehung impliziert göttliches Wunder – aber Höner sagt selbst, es braucht menschliches Handeln
- Auferstehung impliziert Passivität (etwas geschieht mit dir) – aber Höner fordert Aktivität („selbst mehr Verantwortung übernehmen“)
- Auferstehung impliziert Jenseits – aber Frieden muss hier und jetzt erkämpft werden
Die richtige Formulierung wäre: „Dann wird Frieden wieder eine Chance haben – durch menschliches Handeln, nicht durch göttliche Intervention.“
Aber das würde Höners Rolle als Pfarrer obsolet machen.
Was Höner verschweigt: Religion als Kriegstreiber
Höner spricht von Kriegen, von „Habgier und Machthunger“, von ungerechten Wirtschaftsformen.
Was er nicht erwähnt: Religion war und ist – gerade in unserer Zeit wieder – sehr oft Brandbeschleuniger oder Legitimation von Kriegen.
Aktuelle Beispiele
- Ukraine: Russisch-Orthodoxe Kirche legitimiert den Krieg als „heiligen Krieg“ gegen westliche Dekadenz
- Israel/Gaza: Hamas legitimiert Gewalt religiös (islamischer Dschihad), jüdische Siedler berufen sich auf biblische Landverheißungen
- Iran: Theokratie als Herrschaftsinstrument, religiöse Legitimation für regionale Destabilisierung
- USA: Christlicher Nationalismus legitimiert politische Gewalt, „geistlicher Krieg“ gegen „dämonische“ Gegner
- Sudan: Ethnisch-religiöse Konfliktlinien verschärfen den Bürgerkrieg
Religion konstruiert unverhandelbare Wahrheiten („Gott will es“), delegitimiert Kompromisse (wer Gottes Willen kennt, muss nicht verhandeln), legitimiert Gewalt (im Namen Gottes) und vertieft Spaltungen (Gläubige vs. Ungläubige).
Höner spricht davon, dass „nicht alle Menschen den Frieden wollen“. Richtig. Aber er verschweigt: Viele, die keinen Frieden wollen, legitimieren das religiös.
Die Verantwortung der Kirchen
Höner sagt:
„Ich ertrage aktuell das ganze Gerede darüber nicht mehr. Wir hoffen auf Frieden, wir singen und beten für Frieden, wir veranstalten Konferenzen für den Frieden. Aber was bringt’s?“
Richtig. Es bringt nichts. Aber Höner verschweigt: Die Kirchen sind Teil des Problems.
- Historisch: Kreuzzüge, Inquisition, Religionskriege, koloniale Ausbeutung (kirchlich legitimiert), Judenverfolgung
- Aktuell: Russisch-Orthodoxe Kirche legitimiert Ukraine-Krieg, radikale Christen in den USA legitimieren Gewalt
- Strukturell: Kirchen horten Milliarden, vertuschen Missbrauch, bekämpfen Frauenrechte, behindern Selbstbestimmung
Höner könnte sagen: „Die Kirchen haben versagt. Sie haben Jahrhunderte Zeit gehabt, Frieden zu schaffen – stattdessen haben sie unzählige Kriege und Verbrechen zu ihrem eigenen Vorteil angezettelt und legitimiert.“
Aber das sagt er nicht. Stattdessen: Selbstmitleid („es fällt mir gerade so unendlich schwer“).
Das negative Menschenbild: „So ticken wir Menschen“
Höner schreibt:
„Habgier und Machthunger sind stärker als der Friedenswille. […] Es wird immer, immer jemanden geben, der stärker, reicher, mächtiger auf Kosten von anderen sein will. Und dem jedes Mittel dafür recht ist, auch Krieg. So ticken wir Menschen.„
Das ist ein deterministisches, negatives Menschenbild:
- „Habgier und Machthunger sind stärker“ → Der Mensch ist von Natur aus schlecht
- „Es wird immer jemanden geben“ → Hoffnungslosigkeit, Determinismus
- „So ticken wir Menschen“ → Verallgemeinerung, keine Differenzierung
Das ist empirisch falsch:
- Viele Menschen sind friedlich, kooperativ, solidarisch – ohne Religion
- Säkulare Gesellschaften sind friedlicher (Skandinavien: niedrigste Religiosität, höchste Lebensqualität, geringste Kriminalität)
- Empathie, Kooperation, Fairness sind evolutionär verankert (nicht nur Habgier und Machthunger)
Höners Menschenbild ist einseitig negativ – und das ist kein Zufall. Es ist das christliche Menschenbild:
- „Der Mensch ist von Natur aus sündig“
- „Das Herz ist trügerisch“ (Buß)
- „Ohne Gott kann der Mensch nicht gut sein“
Dieses Menschenbild ist selbsterfüllende Prophezeiung: Wer Menschen ständig sagt, sie seien schlecht, macht sie schlechter (erlernte Hilflosigkeit, moralische Lizenzierung).
Das humanistische Menschenbild ist differenzierter:
- Menschen sind fähig zu beidem: Ethisch richtiges und ethisch falsches Verhalten
- Welches Verhalten dominiert, hängt ab von: Erziehung, Gesellschaftsstruktur, wirtschaftlichen Bedingungen, Bildung
- Gerechtere Systeme produzieren friedlichere Menschen – nicht umgekehrt
Höner sagt: „So ticken wir Menschen.“ Nein. So ticken manche Menschen in ungerechten Systemen. Und diese Systeme zu ändern ist möglich – durch Politik, Bildung, Wirtschaftsreform. Nicht durch Beten.
Fazit: Halbherzige Ehrlichkeit ist keine Konsequenz
Alexander Höners „Wort zum Sonntag“ verdient Anerkennung für seine Ehrlichkeit:
- „Beten bringt nichts“
- „Beten allein schafft keinen Frieden“
- Säkulare Lösungen sind bekannt, denn sie werden genannt (fairer Handel, Diplomatie, politisches Engagement)
Aber: Höner zieht keine Konsequenzen aus seiner eigenen Einsicht.
Die Widersprüche:
- „Beten bringt nichts“ – aber ich bleibe Pfarrer: Intellektuell unredlich. Wer die Kernpraxis seines Berufs als nutzlos erkennt, sollte den Beruf wechseln.
- „Gott nicht in die Schuhe schieben“ – aber Gott ist allmächtig: Theodizee-Ausweichen. Logisch inkohärent. Entweder Gott ist verantwortlich, oder er ist nicht allmächtig/allgütig/existent.
- Säkulare Lösungen – religiös verkitscht: „Von den Toten auferstehen“ ist eine absurde Metapher für politisches Engagement. Religiöse Vereinnahmung säkularer Erfolge.
Was Höner verschweigt:
- Religion als Kriegstreiber: Ukraine, Israel/Gaza, Iran, USA, Sudan – überall verschärft Religion Konflikte
- Verantwortung der Kirchen: Historisch und aktuell – Kirchen haben versagt, Kriege legitimiert, Missbrauch vertuscht, Milliarden gehortet
- Negatives Menschenbild: „So ticken wir Menschen“ – empirisch falsch, selbsterfüllende Prophezeiung
Die konsequente Reaktion auf Höners Einsichten wäre:
- Kirchenaustritt: Warum einer Institution dienen, deren Kernpraxis (Beten) nutzlos ist?
- Atheismus/Agnostizismus: Wenn Gott nicht eingreift und Beten nichts bringt – warum an ihn glauben?
- Säkulares Engagement: Fairer Handel, Diplomatie, politisches Engagement – alles ohne religiöse Rahmung
- Öffentliche Kritik: An Kirchen, die mit Gebetsaufrufen weiterhin unbeirrt zu einer Handlung auffordern, die, außer vielleicht geistiger Selbstbefriedigung, nichts bringt
Höner tut nichts davon. Er bleibt Pfarrer. Er rechtfertigt seine Rolle. Er verkitscht säkulare Lösungen religiös. Er weicht der Gottesfrage aus.
Das ist halbherzige Ehrlichkeit. Und halbherzige Ehrlichkeit ist keine Konsequenz.
Die humanistische Botschaft bleibt:
- Beten bringt nichts – Höner hat recht. Hört auf zu beten, fangt an zu handeln.
- Frieden braucht säkulare Lösungen – fairen Handel, Diplomatie, gerechte Wirtschaftssysteme, Bildung, Abrüstung. Keine Götter.
- Religion ist Teil des Problems – sie konstruiert unverhandelbare Wahrheiten, legitimiert Gewalt, vertieft Spaltungen.
- Menschen sind nicht von Natur aus schlecht – gerechtere Systeme produzieren friedlichere Menschen.
- Wer Beten als nutzlos erkennt, sollte Konsequenzen ziehen – nicht halbherzig weitermachen und hoffen, dass der Frieden „von den Toten aufersteht“.
Herr Höner, Sie sind fast da. Nur noch einen Schritt weiter: Kirchenaustritt. Säkulares Engagement. Ohne Götter, ohne Gebete, ohne religiösen Kitsch, ohne intellektuelle Unredlichkeit, ohne (Selbst-)betrug.
Dann wird Frieden wirklich eine Chance haben – nicht durch Auferstehung, sondern durch menschliches Handeln.






















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