Kommentar zu NACHGEDACHT 144: Liebe wird aus Mut gemacht

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Kommentar zu NACHGEDACHT 144: Liebe wird aus Mut gemacht …. Gedanken von Christina LEINWEBER
Original-Artikel verfasst von Christina Leinweber, veröffentlicht am 12.10.2015 von osthessen-news.de

Ich durfte am gestrigen Samstag Zeugin eines neuen Ehebündnisses sein und immer wieder ist es schön, die Magie zwischen den Paaren zu spüren – wenn sie „Ja“ zueinander sagen.*

Eine besondere Stimmung, eine tiefe Erfahrung, etwas “ganz Besonderes” – und trotzdem keine Magie, sondern eine tolle Leistung der Evolution. Der Mensch gilt als das empathischste Tier, nur wenige andere Tiere sind in der Lage, sich so in andere hineinzuversetzen und mitzufühlen, wie Menschen das können. Deshalb: Keine Magie, reine Natur, wenn auch noch immer in vielen Bereichen unerforscht! Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass Spiegelneuronen eine wichtige Rolle bei solchen “magischen” Momenten spielen.

Die Liebenden wissen, dass nicht jede Ehe bis zum Ende des Lebens hält.*

Im Zeitraum der Jahre von 2001 bis 2010 kamen in Deutschland 1,94 Eheschließungen auf eine Scheidung (Quelle).

Aber sie hoffen und erbitten den Beistand Gottes, dass sie es doch zusammen schaffen mögen. Sie trauen sich.*

Da, wie schon öfter ausgeführt, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass es keinen Gott gibt, lässt sich von ihm auch kein Beistand erwarten, genauso könnte man das Fliegende Spaghettimonster um Beistand bitten. Wäre die Dauer eine Ehe tatsächlich von göttlichem Beistand abhängig, dann gäbe es wahrscheinlich die Ehe (oder die Menschheit) nicht mehr.

Nennen Sie mich schonungslos naiv oder stimmen Sie mit mir ein: Mit dem Menschen, dem unser Herz gehört, werden wir stark und vollkommen.*

Jedem gehört sein Herz selbst, wenn man in dem Zusammenhang von “gehören” sprechen kann. Deshalb liegt es auch primär an uns, ob wir “stark und vollkommen” werden. Wer meint, ohne Partner “schwach und unvollkommen” zu sein, sollte sich dringend Gedanken zum Thema Selbstwertgefühl machen – ob mit oder ohne Partner.

Dieses Gefühl gilt es, über die vielen Jahre hinweg immer wieder zu entflammen. Das ist tägliche Arbeit. Aber eine Kraftaufwendung, die sich lohnt. Denn was gibt es denn bitte Schöneres als die Liebe?*

Es ist unwahrscheinlich, dass das Gefühl der Verliebtheit über viele Jahre hinweg immer wieder “entflammbar” ist. Was tun, wenn die Liebe in einer Ehe erlischt und trotz (beidseitiger) Bemühungen auch nach Jahren nicht wieder auflodern will?

Menschen entwicklen sich mitunter sehr unterschiedlich im Lauf ihres Lebens. Praktisch alles kann sich ändern, und zwar bei beiden Partnern: Von der Toleranzgrenze gegenüber den “Macken” des/der anderen, über sexuelle oder sonstige Bedürfnisse bis hin zur kompletten Weltsicht. Was, wenn man irgendwann feststellt, dass man selbst, der Partner oder die Partnerin ganz andere Interessen verfolgt? Oder wenn der Partner oder die Partnerin plötzlich gewalttätig wird? Dann kann es sein, dass die Kraftaufwendung, die Ehe aufrecht zu erhalten, nicht mehr geleistet werden kann und dass es sich nicht mehr lohnt, an der Ehe festzuhalten, auch nicht, wenn das Eheversprechen im Namen eines Gottes gegeben worden war.

Umgekehrt können Partnerschaften natürlich auch ein Leben lang eine wertvolle Quelle für beide Partner sein – mit allen Höhen und Tiefen – völlig unabhängig, ob die Partnerschaft mit oder ohne göttlichem Segen und unabhängig davon, ob sie zwischen Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau geschlossen wurde.

*Das Online-Portal osthessennews.de fordert jede Woche unter der Rubrik “NACHGEDACHT” mit “liberal-theologischen” Gedanken zum Nachdenken auf. Alle Zitate stammen aus dem oben genannten und verlinkten Artikel.

Meme Liebe

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