Gläubig: Nicht nur wahnhaft

Lesezeit: ~ 2 Min.

Wer gläubig auf die Gnade seines Gottes vertraut, sieht sich mitunter harscher Kritik ausgesetzt:

meme: gläubig ist mehr als wahnhaft

Leute, die denken, dass ihr Gott ihnen besondere Gunst gewährt, während der gleiche Gott es zulässt, dass Millionen von Kindern leiden und hungern, sind nicht nur wahnhaft, sie sind auch besonders arrogant, eitel und egozentrisch.
(Original gefunden auf Facebook / wflatheism)

Dieser ganz offensichtliche Widerspruch scheint Gläubige nicht weiter zu stören. Es gibt tatsächlich auch heute noch erschreckend viele gläubige Menschen, die kein Problem mit Theodizee haben. Die Frage, warum ein angeblich allmächtigter und liebender Gott nichts gegen irdisches Leid und Elend unternimmt, scheint sich diesen Menschen nicht zu stellen.

Sie halten es für sinnvoll und angebracht, ihren Gott um irgendetwas zu bitten, so wie man einen (realen) Freund um etwas bittet.  Tritt das Gewünschte ein, so wurde ihr „Gebet erhört.“ Tritt es nicht ein, versucht man es beim nächsten Mal halt nochmal. Oder entschuldigt seinen Gott damit, dass seine Wege nun mal unergründlich seien.

Wenn man genug zu essen hat, spielt es auch keine Rolle, dass zum Beispiel eine Bitte wie „Unser tägliches Brot gib uns heute“ noch niemals von irgendeinem Gott auch nur wengistens ein einziges Mal erhört wurde. Auch Brot kommt nicht von Gott, egal, wer ihn darum bittet.

Und Gott wenigstens den Menschen, die kein tägliches Brot haben, welches geben würde, wenn er darum gebeten wird? Dann wäre er zwar eitel, aber wenigstens doch irgendwie gütig und hilfreich. Es sei denn, Leid und Elend gehören zu seinem Masterplan. Dann wäre Gott allerdings ein armseliger Sadist und wohl kaum „lieb“ – oder nicht allmächtig. Oder nicht existent.

Gläubig: nicht nur wahnhaft

Menschen, die meinen, dass ihr Gott  es gut mit ihnen meint, können dann oft gar nicht verstehen, warum man ihnen deswegen nicht nur Wahnvorstellungen, sondern auch Arroganz, Eitelkeit und Egozentrik vorwirft. Schließlich blenden sie, meist erschreckend effektiv, die andere Seite ihres Gottes aus. Dieser erhört eben nicht nur angeblich ihre privaten Wünsche. Er unternimmt gleichzeitig auch trotz seiner Allmacht nichts gegen Leid und Elend. Selbst wenn es wider jede Logik, Erfahrung und Vernunft einen Gott geben sollte: Was wäre das für ein Gott, der zwar für das gewünschte Fußballergebnis sorgt, gleichzeitig aber täglich tausende Kinder verhungern lässt?

Crisis. What chrisis?

Man sollte eigentlich meinen, dass es schon reichen sollte, einmal diesen unlösbaren Widerspruch erkannt zu haben. Erwachsene Menschen klaren Verstandes im 21. Jahrhundert müssten doch merken, dass hier etwas faul ist. Und zwar egal, für wie gläubig sie  sich halten.

Genaugenommen müsste doch allein diese Erkenntnis eine grundlegende Glaubenskrise auslösen, die nur dazu führen kann, die eigene religiöse Indoktrination früher oder später dann doch mal zu überwinden und sich von religiösen Wahngedanken zu befreien – sollte man meinen…

 

 

 

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5 Gedanken zu „Gläubig: Nicht nur wahnhaft“

  1. Hast du die Bibel überhaupt gelesen? es regiert der Teufel auf dieser Welt, und Gott wird erst beim gewissen Maß eingreifen. und das weiß keiner wann er eingreift, das weiß nicht mal der Teufel. wie ich das verstehe. haben wir einen freien Willen und wir machen viel selbst, wir Menschen auch das Elend.! wie ich das empfinde ist das alles Gottes Plan. und wer an Gott glaubt ,ist das Erdenleben meiner Meinung sowieso nur eine Prüfung. über einen Rückantwort würde ich mich echt freuen.

    Antworten
    • Und wer hat den Teufel angeblich erschaffen, wohlwissend was er da tut?!
      Wer ermordet in deinem Märchenbuch Millionen von Lebewesen?!
      Mal selber nachlesen wäre nicht schlecht…und dabei mal nachdenken auch nicht!

      Antworten
    • Welchem Glauben hängen Sie denn an, werter Andree?
      Bestimmt nicht dem christlichen.
      Oder Sie haben eine andere Bibel gelesen, die ich nicht kenne.
      In meiner Bibel ist das Eingreifen Gottes in die/der Welt Programm – und zwar von Anbeginn bis zum Jüngsten Gericht.
      Und sein Wirken ist auch nicht einseitig, sondern der fromme Gläubige kann durch seine Bittgebete Gott zum Eingreifen bewegen. Daher gibt es dann ja auch anschliessend die Dankgebete. Oder beten die Gläubigen ständig gegen eine Wand, oder sind die ganzen Marienerscheinungen nur Lug und Trug, wie die bösen Atheisten vermuten?

      Und der Teufel mag ja von den Ungläubigen, den Andersgläubigen oder den Agnostikern Besitz ergriffen haben, aber doch nicht von den Rechtgläubigen.
      Werden die jetzt in Sippenhaft genommen? Da nützt denen ja ihr schöner Glaube gar nichts.

      Wenn Sie jedoch das Erdenleben der Menschen nur als ein Jammertal und das Erdulden von Leid als höchste Tugend ansehen, dann frage ich mich allerdings, was Sie auf dieser Welt noch wollen?
      Man könnte zu dem Schluss kommen, dass Sie sehr viel Sympathie für Märtyrer haben.

      Antworten
    • Hallo Andree, vielen Dank für deinen Kommentar. Dazu eine Frage: Auf einer Skala von 1 bis 100: Wie überzeugt bist du, dass das, was du schreibst tatsächlich mit der irdischen Wirklichkeit übereinstimmt?
      1 = stimmt sicher nicht mit der Wirklichkeit überein
      100 = stimmt genau so mit der Wirklichkeit überein

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