Gläubig: Nicht nur wahnhaft

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Wer gläubig auf die Gnade seines Gottes vertraut, sieht sich mitunter harscher Kritik ausgesetzt:

meme: gläubig ist mehr als wahnhaft

Leute, die denken, dass ihr Gott ihnen besondere Gunst gewährt, während der gleiche Gott es zulässt, dass Millionen von Kindern leiden und hungern, sind nicht nur wahnhaft, sie sind auch besonders arrogant, eitel und egozentrisch.
(Original gefunden auf Facebook / wflatheism)

Dieser ganz offensichtliche Widerspruch scheint Gläubige nicht weiter zu stören. Es gibt tatsächlich auch heute noch erschreckend viele gläubige Menschen, die kein Problem mit Theodizee haben. Die Frage, warum ein angeblich allmächtigter und liebender Gott nichts gegen irdisches Leid und Elend unternimmt, scheint sich diesen Menschen nicht zu stellen.

Sie halten es für sinnvoll und angebracht, ihren Gott um irgendetwas zu bitten, so wie man einen (realen) Freund um etwas bittet.  Tritt das Gewünschte ein, so wurde ihr “Gebet erhört.” Tritt es nicht ein, versucht man es beim nächsten Mal halt nochmal. Oder entschuldigt seinen Gott damit, dass seine Wege nun mal unergründlich seien.

Wenn man genug zu essen hat, spielt es auch keine Rolle, dass zum Beispiel eine Bitte wie “Unser tägliches Brot gib uns heute” noch niemals von irgendeinem Gott auch nur wengistens ein einziges Mal erhört wurde. Auch Brot kommt nicht von Gott, egal, wer ihn darum bittet.

Und Gott wenigstens den Menschen, die kein tägliches Brot haben, welches geben würde, wenn er darum gebeten wird? Dann wäre er zwar eitel, aber wenigstens doch irgendwie gütig und hilfreich. Es sei denn, Leid und Elend gehören zu seinem Masterplan. Dann wäre Gott allerdings ein armseliger Sadist und wohl kaum “lieb” – oder nicht allmächtig. Oder nicht existent.

Gläubig: nicht nur wahnhaft

Menschen, die meinen, dass ihr Gott  es gut mit ihnen meint, können dann oft gar nicht verstehen, warum man ihnen deswegen nicht nur Wahnvorstellungen, sondern auch Arroganz, Eitelkeit und Egozentrik vorwirft. Schließlich blenden sie, meist erschreckend effektiv, die andere Seite ihres Gottes aus. Dieser erhört eben nicht nur angeblich ihre privaten Wünsche. Er unternimmt gleichzeitig auch trotz seiner Allmacht nichts gegen Leid und Elend. Selbst wenn es wider jede Logik, Erfahrung und Vernunft einen Gott geben sollte: Was wäre das für ein Gott, der zwar für das gewünschte Fußballergebnis sorgt, gleichzeitig aber täglich tausende Kinder verhungern lässt?

Crisis. What chrisis?

Man sollte eigentlich meinen, dass es schon reichen sollte, einmal diesen unlösbaren Widerspruch erkannt zu haben. Erwachsene Menschen klaren Verstandes im 21. Jahrhundert müssten doch merken, dass hier etwas faul ist. Und zwar egal, für wie gläubig sie  sich halten.

Genaugenommen müsste doch allein diese Erkenntnis eine grundlegende Glaubenskrise auslösen, die nur dazu führen kann, die eigene religiöse Indoktrination früher oder später dann doch mal zu überwinden und sich von religiösen Wahngedanken zu befreien – sollte man meinen…

 

 

 

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