Wie lange noch – was hält die Kirche am Leben?

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Wie lange noch? Diese Frage stellen sich nicht nur die Kleriker in Rolf Heinrichs neuem Cartoon:

Kirche: Wie lange noch?

Denn dass schon die christliche Lehre eines stabilen Fundamentes entbehrt, dürfte auch ihnen bewusst sein. Weil sie als monotheistische Religion nur auf einer Hypothese beruht.  Die aber unredlicherweise wie eine Tatsache behandelt wird.

Und sollte der liebe Gott entgegen jeder Logik, Wahrscheinlichkeit und Beobachtung doch existieren, so scheint ihm an der Institution seiner irdischen Anhänger nichts zu liegen. Egal, wie inständig diese ihn um Hilfe bitten.

Vielmehr sind es ganz reale, äußerst effektive Faktoren, die die Kirche auch im Jahr 2016 noch am Leben erhalten: Milliardenschwere und damit unverhältnismäßig hohe** Subventionen und mit nichts zu rechtfertigende, umfassende Sonderprivilegierungen.

Wie lange noch?

Wie man Predigten und anderen Verkündigungen entnehmen kann, scheint den Kirchen ihre prekäre Lage sehr wohl bewusst zu sein. Denn immer weniger Menschen sind bereit, Moralismen aus der Bronzezeit und aus dem Vormittelalter als für die Menschen im 21. Jahrhundert noch bedeutsam anzuerkennen.

Und immer mehr Menschen durchschauen, dass es ein recht billiger Trick ist, Menschen erst zu Sündern zu erklären, um sie anschließend zu erpressen, sich davon wieder (angeblich) erlösen zu lassen. Ein billiger Trick, den sich die Kirchen trotzdem unvorstellbar teuer bezahlen lassen. Ohne irgendeine reale Gegenleistung.

Eine Ideologie, die für sich beansprucht, im Besitz einer übergeordneten endgültigen Wahrheit zu sein, könnte ungemein an Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn sie es nicht nötig hätte, Kinder vom Säuglingsalter an mit ihrer Lehre zu indoktrinieren.

Ich halte es für wahrscheinlich, dass auch das Christentum nach spätestens zwei Generationen ohne Religionsunterricht das wäre, was es gerne sein kann: Ein optionales spirituelles Angebot für Erwachsene, für die das Wahrhalten von Fiktionen kein Problem für die intellektuelle Redlichkeit darsteht.

Religiöse Indoktrination von Kindern ist hierzulande skandalöserweise derzeit noch gesetzlich privilegiert. Luxemburg hat den Religionsunterricht dieses Jahr abgeschafft. Religionsfreiheit bedeutet auch: Freiheit von Religion.

*Cartoon © Rolf Heinrich – Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors, vielen Dank!
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