Kontrolle! … Gedanken zu Nachgedacht… (228)

Kontrolle! …Gedanken zu Nachgedacht… (228), Originalbeitrag verfasst von Christina Lander, veröffentlicht am 21.5.2017 von osthessennews

[…] Und das Gegenteil von Kontrolle ist? Vielleicht die Freiheit? Tatsächlich könnte es doch so sein, dass ohne Kontrolle, ohne feste Pläne mehr Wege offen stehen, sogar womöglich mehr „Leben“ zur Verfügung steht.*

Tja, das könnte tatsächlich so sein. Die Wahrheit liegt, wie so oft, auch hier in der Mitte. In manchen Situationen ist es sicher von Vorteil, wenn man sie (oder auch sich selbst) möglichst unter Kontrolle hat.

Und genauso kann es in anderen Situationen oder unter nur geringfügig anderen Umständen sinnvoll sein, etwas einfach mal auf sich zukommen zu lassen. Und bewusst auf eine Kontrolle zu verzichten. Zum Beispiel bei kreativen Tätigkeiten.

Sicher spielt auch die Prägung durch Erziehung und Lebenserfahrung eine wichtige Rolle, ob Menschen eher in Richtung Kontrollfreak tendieren oder ob sie sich vielleicht lieber kontrollieren lassen.

Auch mal die Kontrolle verlieren…

Generell erleichtert ein realitätskompatibles Weltbild die Gestaltung des eigenen Lebens. Wer eine Situation, die eigenen Fähigkeiten und auch die eigenen Schwächen möglichst realistisch einschätzen kann, der kann besser entscheiden, ob Kontrolle oder “Lass dich überraschen!” die geeignetere Strategie ist.

Und wenn man sich doch mal vertan und sich zu sehr auf sein Glück (oder was auch immer) verlassen hat: Lebbe geht weiter – Krönchen zurechtrücken und weiter gehts!

Vielleicht müssen Menschen einmal ihre Kontrolle verlieren, um zu spüren, dass das Leben, das Glück und die Liebe nicht kontrollierbar sind?

Ja, manche Menschen müssen vielleicht mal ihre Kontrolle verlieren. Und so erkennen, dass manche Dinge nicht, manche nur zum Teil und manche sehr wohl kontrollierbar sind.

Besonders Menschen, die vom Säuglingsalter an beigebracht bekommen haben, dass es da ein überirdisches, allmächtiges und allwissendes Wesen gibt. Einen Gott, der jederzeit selbst die geheimsten Gedanken und Taten von ausnahmslos allen Menschen kontrolliert.

Der Liebe Gott: Allwissender Kontrollfreak

Die Vorstellung eines allwissenden Gottes ist der Superlativ von Kontrolle – mehr Kontrolle geht nicht. Und selbst, wenn die heute verbreitet anzutreffenden Wischiwaschi-Christen diese angebliche Eigenschaft ihres lieben Gottes zumeist weitestgehend verdrängen:  Es dürfte auch unbewusst das Denken und Fühlen von Menschen negativ beeinflussen, die mit solchen Vorstellungen indoktriniert worden waren.

KontrolleDenn schließlich gehört zum Narrativ ja auch dazu, dass dieses Wesen dereinst noch sein gesammeltes Wissen auswertet. Und aufgrund dessen anhand von unbekannten Maßstäben entscheidet, ob jemand zeitlich unbegrenzt belohnt oder bestraft wird.

Religionen verfügen über ein großes Repertoire an Kontrollmechanismen. Denn Kontrolle bedeutet Macht. Angst ist ein äußerst effektives Mittel, um Kontrolle über Menschen zu erlangen. Und so wundert es kaum, warum etwa manche Vertreter des Christentums, wie zum Beispiel der Fuldaer Bischof Algermissen bei jeder Gelegenheit die Angst vor obskuren “bösen Mächten” schüren. Die Kontrolle über Menschen ist ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Zweck von Religionen.

Gleichzeitig meint auch die christliche Kirche, sich anmaßen zu dürfen, Menschen ihr Recht auf Selbstkontrolle absprechen zu können. Diese Einmischung bis in die persönlichsten Bereiche wie Weltsicht und Lebensführung, sexuelle Orientierung oder selbstbestimmtes Sterben ist nur als skandalös zu bezeichnen. Mindestens genauso skandalös ist die milliardenschwere staatliche Subventionierung und die umfangreiche Sonderprivilegierung, die das Christentum künstlich am Leben erhalten.

Nachtrag von Volker Dittmar zum Thema Religion und Kontrolle:

Mein Ansatz der Religionskritik lautet: Monotheistische Religionen sind soziale Kontrolltechnologien. Es geht einer klerikalen Minderheit darum, die Regeln des sozialen Lebens zu beeinflussen, ohne dafür legitimiert worden zu sein – man holt sich seine “Legitimation” von außen, nicht von den Leuten, die sie betrifft. Diese werden dazu manipuliert, diese Art der Pseudorechtfertigung zu akzeptieren.

Die nichtklerikalen Mitglieder werden von klein auf indoktriniert und mit der Hoffnung infiziert, dass diese Art der Manipulation in ihrem Interesse ist, weil sie mit ihrer Duldung zu einem besseren und friedfertigerem sozialen Miteinander beitragen. Sie werden damit auch teilweise selbst zu Ausübenden dieser Sozialkontrolltechnologie – weil sie glauben, damit zu einer besseren Gesellschaft beizutragen.

Selbstverständlich gibt es weder historische, noch logische, noch einer gegenwärtigen Empirie bestätigende Befunde. Wenn, deuten diese eher in die andere Richtung: Je instabiler eine Gesellschaft ist, je dysfunktionaler, desto religiöser sind ihre Mitglieder im Durchschnitt. Genau das ist ja der Antrieb der Religionen: Die Hoffnung, man könne es mit Religion besser machen als ohne. Basierend auf der Behauptung, die Gesellschaft sei dysfunktional, weil die Leute “nicht religiös genug” sind.

Vergleichbar damit, dass man die Feststellung, dass Homöopathie nicht funktioniert, dadurch auszugleichen versucht, dass man die Dosis erhöht.

Manchester

Nun zum aktuellen Bezug – Manchester. Wenn man sagt, das habe nichts mit dem Islam zu tun, sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Gerade eine politische Religion wie der Islam, deren Ausbreitung in erster Linie militärisch erfolgte, ist eine Kontrolltechnologie, die es gerade Soziopathen ermöglicht, sie für ihre Zwecke zu benutzen.

Auch der liberalste Islam spielt den Dschihadisten in die Hände, wenn man keine Zweifel an der Grundlage duldet – nämlich, dass ein göttlicher Tyrann über eine vermittelnde Offenbarung über unser soziales Zusammenleben die alleinige Verfügungsgewalt hat. Oder anders gesagt, wer den Koran interpretiert, hat die Macht.

Und diese Macht wird genutzt werden, so oder so.

*Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Originalbeitrag.
**Wir haben keinen materiellen Nutzen von verlinkten oder eingebetteten Inhalten oder von Buchtipps.

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