Für alle Mütter und Frauen… Gedanken zu Nachgedacht… (227) über das weibliche Geschlecht

Für alle Mütter und Frauen … Gedanken zu Nachgedacht… (227) über das weibliche Geschlecht, Originalbeitrag verfasst von von Christina Lander, veröffentlicht am 14.05.2017 von Osthessennews

Obwohl es dieses Wochenende mit der Heiligsprechung von zwei Hirtenkindern, die vor 100 Jahren unter Halluzinationen gelitten hatten, ein zutiefst katholisches Thema gegeben hätte, widmete sich die Autorin einmal mehr und wie gewohnt dem Thema Muttertag.

Den Schritt zur erwachsenen Frau scheint sie vollzogen zu haben:

Ja, ich bin eine Frau (und lobe mich im Prinzip selbst), aber dadurch weiß ich, wie sich das weibliche Geschlecht fühlt, wie es lebt, wie es arbeitet, wie es liebt.

Kinder-Küche-KircheAllein aufgrund der Tatsache, dass die Autorin selbst eine Frau ist, kann sie natürlich noch längst keine allgemeingültigen Aussagen über das weibliche Geschlecht an sich machen.

Dazu müsste sie zunächst einen aussagekräftigen Teil des weiblichen Geschlechts befragt haben, um daraus allgemeingültige Aussagen ableiten zu können. Dass sie das offenbar nicht getan hat, demonstriert sie eindrucksvoll in ihrem heutigen Beitrag.

Denn was dann folgt, lässt auf ein Frauenbild schließen, das bestens in die 1950er Jahre passen würde.

Und offenbar auch in die Fuldaer Region anno 2017: Da könnte man sich schon vorstellen, dass die Bevölkerung in einigen entlegenen Rhöndörfchen oder auch im Schatten des Fuldaer Doms die Entwicklungen der letzten 50-60 Jahre einfach verpennt hat.

Ich bin eine Frau, deshalb weiß ich alles über das weibliche Geschlecht

Nun spricht Frau Lander aber nicht für diese gesellschaftlich zurückgebliebenen (oder rückwärtsgewandten) Zeitgenossinnen. Sondern für das weibliche Geschlecht in cumulo. Von dem sie angeblich weiß, wie es fühlt, lebt, arbeitet und liebt.

Das weibliche GeschlechtNatürlich müssen Frauen Arbeit, Haus, Garten und Familie gleichzeitig händeln. Aber das müssen Männer ganz genauso. Welche Frau lässt sich heute noch freiwillig in eine Opferrolle, wie sie die Autorin darstellt, hineinzwingen?

Noch krasser wird es im nächsten Satz: Meist seien es doch die Frauen, die sich wirklich emotional auf andere Menschen einlassen können, ihnen zuhören, ihnen Trost spenden, Empathie zeigen. Ein Psychologe hätte sicher alle Hände voll zu tun, die möglichen Ursachen einer solch verzerrten Vorstellung zu ergründen:

Vaterkomplex? Schlechte Erfahrung mit Männern? Sonstige Erlebnisse oder Erfahrungen, die dazu führten, dass sie Männern die Fähigkeit zu Emotionalität, Mitgefühl und Empathie abspricht? Indoktrination mit einer patriarchalischen Religionsideologie, der offenbar auch die nach eigenem Bekunden “liberal-theologische” Ausrichtung der Autorin nichts anhaben konnte?

Die Zeiten, in denen Frauen ihre Karriere einem Kind opfern und die eigenen Bedürfnisse – oft auf das mindeste – herunterschrauben mussten, sind hierzulande zum Glück längst vorbei.

Denn auch wenn es sich noch nicht überall herumgesprochen haben könnte: Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt. Neue, flexible und vor allem faire Lebensentwürfe machen es für Männer wie für Frauen wesentlich einfacher, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Und Rechte wie Pflichten so aufzuteilen, wie es für alle Beteiligten am besten passt.

Dennoch scheint die Geschlechterdiskriminierung noch fest in den Köpfen so mancher – auch junger – Erwachsener verankert zu sein. Offenbar scheint die Autorin aber davon auszugehen, ihr längst überholtes, rückwärtsgewandtes Frauenbild entspreche dem allgemeinen Durchschnitt im Jahr 2017.

Geschlechterdiskriminierung vom Feinsten

Es sind doch meist die Frauen, die immer wieder zeigen müssen, wie stark und selbstbewusst sie sind, obwohl oder weil sie auch sehr emotional sein können.

Dieser Satz trifft auf Männer exakt genauso zu. Auch wenn sich die Autorin das vielleicht nicht mal vorstellen kann.

Es sind doch meist die Frauen, die sich für friedliche Lösungen einsetzen, als sich zu bekämpfen.

Nein – friedlicher sind Frauen nicht. Warum das vielleicht so erscheinen mag und wie es sich tatsächlich verhält, wird in diesem Beitrag** auf zeit.de erläutert. Aber natürlich hätte das prima zum Landerschen Wunsch-Frauenbild gepasst, keine Frage… Und die Autorin wird ja vermutlich sowieso nicht davon ausgehen, dass jemand ihre Behauptungen hinterfragt. Besonders die, die der eigenen Wunschvorstellung entsprechen.

Und es waren doch wirklich die Frauen, die nicht angsterfüllt das Weite gesucht haben, als Jesus am Kreuz – als Verbrecher beschimpft – ermordert wurde. Sie fürchteten nicht, dass sie auch gefangengenommen werden, sie stellten sich der Gefahr und zeigten Mut.

Als Frauen hatten sie seinerzeit auch nicht wirklich zu befürchten, gefangengenommen zu werden. Denkbar wäre auch, dass in Wirklichkeit niemand während der Todesfolterung von Jesus anwesend war. Jedenfalls niemand, dessen Name überliefert worden war. Frauen konnte man dann problemlos in die Geschichte hineinschreiben, weil deren Zeugnis sowieso nicht verbindlich gewesen wäre. Lieber ein paar Frauen als so ganz allein…

Verfechter eines längst überholten Frauenbildes

Welche Gründe auch immer die biblischen Geschichtenschreiber veranlasst hatten, die Anwesenheit einiger Frauen an dieser Stelle zu betonen: Ein speziell weiblicher, dem männlichen überlegener Mut dürfte kaum der Grund gewesen sein. Auch hier scheint einmal mehr der Wunsch Vater des Gedankens gewesen zu sein. In den übrigen Texten, die später ausgesucht und zum “Wort Gottes” erklärt worden waren, spielen Frauen die Rolle, die sie damals spielten: Eine untergeordnete.

Nicht, weil sich eine biblische Legende irgendwie wunschgemäß auslegen lässt, sondern weil das weibliche Geschlecht hierzulande und heutzutage dem männlichen gleichgestellt ist (gegen den erbitterten Widerstand des Christentums, worauf einmal mehr hingewiesen sei), konnte die ungerechte Geschlechterdiskriminierung weitgehend überwunden werden.

Und trotzdem gibt es auch 2017 noch Institutionen, die sich für diese, längst überholte (Opfer-)Rolle der Frau stark machen. Hier sind besonders die erzkonservativen Parteien und die genauso rückwärtsgewandten, patriarchalisch ausgerichteten Religionen, allen voran die abrahamitischen Monogottreligionen zu nennen.

*Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Originalbeitrag.
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