Argument #23 – Pascals Wette: „Es ist besser, zur Sicherheit an Gott zu glauben.“

Lesezeit: ~ 2 Min.

Religiöse Argumente unter der Lupe - Pascals WetteBehauptung: „Es ist besser, zur Sicherheit an Gott zu glauben. Wenn es ihn gibt, gewinnt man dann das ewige Paradies, wenn es ihn nicht gibt, hat man nichts verloren. Wenn man nicht an ihn glaubt und es gibt ihn, landet man hingegen in der Hölle.“ (Pascals Wette)

Antwort: Dieses Argument, das nach seinem Urheber Blaise Pascal „Pascals Wette“ genannt wird, beinhaltet einige fragwürdige Annahmen.

  1. Das Argument geht davon aus, dass es nur diese zwei Möglichkeiten gibt: Entweder gibt es den christlichen Gott oder keinen. Das ist ein falsches Dilemma, da viele weitere von Menschen angebetete Götter rein theoretisch existieren könnten. Man ist also nicht einfach in Sicherheit, wenn man an einen der unzähligen möglichen Götter glaubt.
  2. Das Argument „Pascals Wette“ geht davon aus, dass Gott es nicht durchschauen würde / es ihm egal wäre, dass man nicht ehrlich an ihn glaubt, sondern nur berechnend zur Sicherheit.
  3. Das Argument geht davon aus, dass Glaube allein durch Willenskraft herbeigeführt werden kann. Versuchen Sie einmal, sich allein durch Willenskraft davon überzeugen, dass Ihnen irgendwann in Ihrem Leben ein mysteriöser Wohltäter eine Million auszahlen wird. Wie Sie merken werden, klappt das nicht, denn was wir über die Realität glauben, können wir nicht einfach grundlos entscheiden.
  4. Das Argument geht davon aus, dass religiöser Glaube keinerlei Investitionen beinhaltet. Glaubt man aber der Bibel, so ist einiges an Engagement nötig, um es in den Himmel zu schaffen. Und wenn sie nicht wahr wäre, hätte man die Zeit eindeutig besser einsetzen können. Die Behauptung von vorhin mit dem mysteriösen Wohltäter würde denjenigen, der sie glaubt, bestimmt fröhlich stimmen – aber sie würde wohl auch dazu führen, dass er sein Denken, seine Entscheidungen und sein ganzes Leben auf diesen Glaubenssatz ausrichtet. Er hätte vernünftigere Entscheidungen treffen und seine Zeit sinnvoller einsetzen können.

Repost des Beitrages mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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2 Gedanken zu „Argument #23 – Pascals Wette: „Es ist besser, zur Sicherheit an Gott zu glauben.““

  1. 4. Punkt: Das Christentum grenzt sich in dieser Hinsicht von anderen Religionen ab, weil es in erster Line nicht darum geht ein guter Mensch zu sein – „Solus Christus, sola gratia“.
    Nicht die Taten sind entscheidend! Bsp. Jesus kurz vor seinem Tod mit dem Verbrecher am Kreuz. Der Verbrecher lebte sein lebenlang in Sünde und dennoch wurde ihm die Ewigkeit mit Gott von Jesus zugesagt. Das wäre in anderen Religionen nicht möglich gewesen. Ich stimme Ihnen zu, das Pascals Wette völlig undurchdacht ist, jedoch grenzt sich das Christentum stark von anderen Religionen ab, weil es nicht um die Tat an sich geht. Gute Taten resultieren,
    aus Liebe zu Gott ein Leben zu leben, wie Jesus es gelebt hat. Und damit macht man wirklich nichts falsch!
    Wenn Sie fragen, warum das Christentum? Antwort: weil es wissenschaftlich fundiert ist und die wenigsten Problemstellen zulässt.
    Vielen Dank für Ihre Arbeit
    MfG

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    • Zitat: “ Gute Taten resultieren,
      aus Liebe zu Gott ein Leben zu leben, wie Jesus es gelebt hat. Und damit macht man wirklich nichts falsch!“

      1.Man braucht keinen Gott (welchen eigentlich?) um ein gutes und gerechtes Leben zu führen.
      Empathie, Altruismus und wohlüberlegtes Handeln reichen volkommen aus.
      Bei genauer Betrachtung erweist sich diese „Liebe zu Gott“ als Angst vor vermeintlicher Bestrafung und pure Speichelleckerei!
      Ihr tut nichts gutes um des guten Willens, sondern nur um bei einem fiktiven Tyrannen Bonuspunkte zu kassieren!!!

      Zitat: „Wenn Sie fragen, warum das Christentum? Antwort: weil es wissenschaftlich fundiert ist und die wenigsten Problemstellen zulässt.“

      2. Wo ist da bitte irgendwas wissentschaftlich fundiert?!
      Die Bibel ist eine Ansammlung diverser uralter Texte, teilweise aus anderen Kulturen und Mythologien entlehnt, aufgeschrieben von anonymen Autoren, jahrzehnte nach den angeblichen Ereignissen.
      Sie wurde derart oft teils fehlerhaft übersetzt und letztlich haben jahrhunderte später diverse Kleriker darüber befunden, was überhaupt in diese Schriftensammlung aufgenommen werden darf und was verworfen werden soll…
      Fundiert geht anders!

      3. Manchmal tut es echt gut, die einem durch Indoktrination aufgezwungenen Scheuklappen nur mal kurz abzusetzen und dieses mythologische Machwerk, genannt Bibel, von Anfang bis Ende zu lesen.

      Wer dann immer noch nicht erkennt, dass dies das abscheulichste Märchenbuch der Geschichte ist, wer den darin beschriebenen Gott für gut, barmherzig, gnädig empfindet, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen!!!

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