Fundstück der Woche: Kardinal Woelki sorgt für Austritts-Boom in Köln

~ 3 Minuten

Unser Fundstück der Woche ist ein Satz aus einem Beitrag, den katholisch.de am 11.12.2020 veröffentlichte.

Unter der Überschrift “Nach Vertuschungsvorwürfen: Der Druck auf Kardinal Woelki wächst” berichtet Andreas Otto (KNA) über die jetzt bekannt gewordenen Vorwürfe gegen Kardinal Rainer Maria Woelki.

Der soll den massiven Missbrauch eines Kindergartenkindes durch einen seiner Priester und langjährigen Weggefährten nicht wie vorgeschrieben nach Rom gemeldet, sondern vertuscht haben.

Wie dem Artikel zu entnehmen ist, hatte das Opfer den Missbrauch, der Ende der 1970er Jahre stattgefunden hatte erst Jahrzehnte später zur Anzeige gebracht. Und war daraufhin mit 15.000 Euro entschädigt worden. Was dem Dreifachen dessen entspricht, womit die katholische Kirche die Opfer sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester üblicherweise abzuspeisen pflegt.

Woelkis Begründung Meldung des klerikalen Straftäters aus Rücksicht auf dessen Gesundheitszustand unterlassen zu haben, hat nicht mal vor dem Kirchenrecht Bestand: “Auch fragmentarische Ergebnisse seien an den Vatikan zu leiten, der dann über ein kirchenrechtliches Strafverfahren zu entscheiden habe.”, wird der Tübinger Kirchenrechtler Bernd Anuth zitiert.

Fundstück der Woche

Ein bemerkenswerter Satz beschreibt eine bemerkenswerte Folge dieses Gebarens und ist unser Fundstück der Woche:

Quelle: Screenshot katholisch.de

In Köln häufen sich Kirchenaustritte derart, dass das Amtsgericht dafür erst wieder für März Termine vergibt.
(Quelle: Andreas Otto (KNA) via katholisch.de: Nach Vertuschungsvorwürfen: Der Druck auf Kardinal Woelki wächst, abgerufen am 11.12.2020)

Ob Woelki nur das ihm vorgeworfene Fehlverhalten, oder auch diese Austrittswelle persönlich zu verantworten hat, geht aus dem Artikel nicht eindeutig hervor. Immerhin liefert die katholische Kirche ihren Schäflein auch noch viele weitere Gründe, sich besser heute als morgen von der Herde zu verabschieden.

Den erfreulichen Trend bestätigt auch die Zugriffsstatistik von AWQ.DE: Unsere Infoseiten zum Kirchenaustritt gehören seit vielen Monaten regelmäßig zu den am häufigsten abgerufenen Seiten.

Verdienste um dem Rückbau der katholischen Kirche

Trotzdem dürfte sich Kardinal Rainer Maria Woelki schon jetzt seinen Platz in der Ruhmeshalle jener Berufschristen gesichert haben, die durch ihre Worte und Taten maßgeblich zum Rückbau der katholischen Kirche beigetragen haben.

Und zwar vermutlich mehr und effektiver als alle zeitgenössische Aufklärer und Kirchenkritiker zusammen.

Woelki vs. Tebartz-van Elst

Ob Kardinal Woelki dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Sachen Verdienste um die selbst verursachte Kirchenschrumpfung den Rang streitig machen wird, bleibt abzuwarten: Mit Bekanntwerden der Geldverschwendung in Form von Baukosten für seinen Bischofssitz in schwindelerregender Millionenhöhe war die Austrittsstatistik 2013 und 14 deutschlandweit signifikant in die Höhe geschossen:

Quelle: https://www.kirchenaustritt.de/statistik
Quelle: https://www.kirchenaustritt.de/statistik

Diesem Thema hat das Team vom MGEN-Blog gerade ein hörenswertes Segment gewidmet, auf das wir an dieser Stelle kurz hinweisen möchten:

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Eine interessante Beobachtung dabei: Offensichtlich hatte der Finanzmissbrauch des Limburger Bischofs damals mehr Katholiken zum Austritt bewegt als der damals schon seit einigen Jahren bekannt gewordene sexuelle Kindesmissbrauchsskandal der katholischen Kirche.

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1 Gedanke zu „Fundstück der Woche: Kardinal Woelki sorgt für Austritts-Boom in Köln“

  1. Bravo, geht doch!!!

    Es ist immer wieder schön zu sehen, dass diese scheinheilige Institution es offenbar besser schafft, sich selbst zu demontieren, als es all die “bösen Atheisten” könnten.

    Sehr gut, weiter so!!!

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