Wie geht`s? – Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Thema Karwoche

Lesezeit: ~ 8 Min.

Wie geht`s? – Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Thema Karwoche, verkündigt von Pfarrerin Stefanie Schardien aus Fürth, veröffentlicht am 23.03.2024 von ARD/daserste.de

Darum geht es

Pfarrerin Schardien erläutert heute den Unterschied zwischen Jammern bei Elmo aus der Sesamstraße und kollektiver christlicher Klage in der Karwoche.

How is everybody doing?

„wie geht’s Euch allen denn so?“ Was für eine Frage!? Eigentlich ziemlich banal, habe ich gedacht. Aber: vor kurzem gab es darauf tausende Antworten im Internet. Dabei hat noch nicht einmal ein Mensch diese Frage gestellt. How is everybody doing? Wie geht’s euch allen denn so? Gefragt hat das – in einem sozialen Netzwerk – Elmo. Der hier. Eine lustige rote Figur aus der Sesamstraße.

(Quelle der so als Zitat gekennzeichneten Abschnitte: Wie geht`s? – Wort zum Sonntag, verkündigt von Pfarrerin Stefanie Schardien aus Fürth, veröffentlicht am 23.03.2024 von ARD/daserste.de)

Tausende Menschen, die einer fiktiven Gestalt freimütig mitteilen, wie es ihnen geht und welche Ängste und Sorgen sie umtreiben: Das muss der feuchte Traum eines jeden Berufschristen sein. „…noch nicht einmal ein Mensch!“

Wenn sich eine Puppe aus der Sesamstraße in den sozialen Medien zu Wort meldet, dann wird vermutlich niemand ernsthaft auch nur in Erwägung ziehen, dass die Botschaft tatsächlich von einem autark handelnden Wesen stammt, das in der Sesamstraße mit der Puppe „Elmo“ (der früher noch weiblich war und Elma hieß) dargestellt wird.

Es steht außer Frage, dass die Frage nach der allgemeinen Befindlichkeit nicht von der Phantasiefigur selbst verfasst und veröffentlicht worden war.

Und folglich wird auch hoffentlich niemand ernsthaft darauf hoffen, von der Puppe Elmo him/her/itself eine Antwort oder gar reale Hilfe bei Problemen zu erhalten.

Wohin mit dem Leid?

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie es erwachsene, ansonsten bestimmt vernünftig und aufgeklärt denkende Menschen schaffen, einerseits Handpuppen zuverlässig als fiktive, von Menschen erdachte Charaktere zu identifizieren. Und gleichzeitig ihren jeweils geglaubten, genauso fiktiven Gott für eine reale, selbständig handelnde, tat-sächlich ins irdische Geschehen eingreifende Entität halten.

Für eine Gestalt, die in einer ursächlichen Beziehung zur irdischen Wirklichkeit steht. Und von der man sich reale, effektive Hilfe erhoffen darf, wenn man sie nur unterwürfig genug darum anfleht.

Ob Elmo, dessen X-Profil „with the help of Elmo’s mommy and daddy“ betrieben wird auf die Antworten reagiert hatte und wenn ja, wie, verrät Frau Schardien nicht.

Natürlich ist die Story von Elmo im „Wort zum Sonntag“ nur Mittel zum Zweck. Der Zweck besteht diesmal darin, dem Publikum zu suggerieren, dass es sinnvoller sei, sein Leid statt dem fiktiven Charakter einer Handpuppe dem Gott aus der biblisch-christlichen Mythologie zu klagen:

Wie viel Leid es gibt, das weiß ich als Pfarrerin. Kaum zu ertragen. Aber wohin damit? Wo kann ich klagen? Klar, bei Elmo „Wie geht’s euch allen denn so?“ Aber reicht das?

Jetzt stellt sich freilich die Frage: Was hat Frau Schardien als Vertrieblerin des Bibelgottes mehr zu bieten als das rote Fellmonster Elmo? Das zwar auch nur ein fiktiver, aber immerhin ein sympathischer Charakter ist? Und von dem niemand ernsthaft behauptet, es sei nicht nur ein fiktives, sondern ein reales Wesen?

Aber reicht das?

Es beginnt nun eine Woche, die uns auch ein Angebot dazu macht, eine Klagewoche. Die uns auch, so ein bisschen wie Elmo, die Möglichkeit gibt, dem Leid einen Ort zu geben. Die Karwoche. Kar kommt von „Karen“, ein altes Wort für Klagen.

Bis hierher lässt sich kein Unterschied feststellen: „Dem Leid einen Ort zu geben“ – das können sich die Verfasser des Elmo-Tweets genauso auf die Fahnen schreiben wie Frau Schardien.

Eine Klagewoche, in der die Rechte der Allgemeinheit mit einer religiös-mythologischen Begründung eingeschränkt werden als „Angebot“ zu bezeichnen, zeugt von der altbekannten christlich verzerrten (Selbst-)Wahrnehmung.

In der Kar-Klagewoche erzählen wir in der Kirche die Passion, die Leidensgeschichte Jesu. Der Tiefpunkt am Karfreitag. Die Erinnerung an den Tod am Kreuz. Wo Jesus, selbst der Sohn Gottes ganz menschlich ruft „Ich fürchte mich. Ich bin einsam. Ich kann nicht mehr.“ All das, woran wir auch oft leiden.

Vorab: Ein Gott, der keine weniger leidvolle Möglichkeit hat, als sich selbst mit einer selbst provozierten und inszenierten, wenn auch nur vorübergehenden Wochenend-Todesfolterung seines eigenen Sohnes im Interesse Dritter ein Menschenopfer zu seiner eigenen Befriedigung vorzugaukeln und auch noch selbst darauf hereinfällt ist nichts, woran auch ich oft leide.

Mit diesem Trick lenkt Frau Schardien den Fokus gleich wieder weg vom eigentlich in der Karwoche zu beklagenden Leiden des Gottessohnes aus der biblischen Mythologie, hin zum persönlichen Leid der Menschen aus ihrem Publikum.

…eine riesige gemeinsame Klage

Karfreitag. Da ist Platz für all unsere Klagen. Wir müssen doch irgendwo hin mit alldem, was kaum noch auszuhalten ist.

Hier sehe ich einen klaren Vorsprung für Elmo. Bei dem ist ja genauso „Platz für all unsere Klagen.“ Ohne dass erst irgendwer – ob in echt oder fiktiv – zu Tode gequält werden musste.

Solange es nur darum geht, irgendwem mal sein Leid geklagt zu haben, reicht Elmos Tweet allemal aus. Und so bleibt es weiter spannend, was denn Frau Schardiens Gott mehr zu bieten hat als Elmo.

Diese gemeinsame Klagewoche mit dem Karfreitag hilft, dass wir die Augen eben nicht nur einfach verschließen vor dem ganzen Leid, sondern ihm ins Auge sehen. In den Gottesdiensten mischen sich in die Klage um das Leiden Jesu all unsere Leiderfahrungen. So wird das eine riesige gemeinsame Klage. Unüberhörbar.

Die „riesige gemeinsame Klage. Unüberhörbar.“ ist sicher mehr religiöser Wunsch als Wirklichkeit.

Unüberhörbar. Aber für wen?

Für mich zeugt diese Darstellung von der altbekannten christlichen Selbstzentriertheit, die Christen dazu bringt, sich selbst und ihren Todeskult wahrscheinlich tatsächlich so überproportional bedeutsam wahrzunehmen.

Eine grundlegende Frage bleibt unbeantwortet: Nämlich, ob diese riesige gemeinsame Klage an eine bestimmte Adresse adressiert ist. Und wenn ja, an welche.

Für wen diese Klage unüberhörbar sein soll, verrät Frau Schardien nicht. Die christliche „Klage um das Leiden Jesu“, um die es ja eigentlich gehen soll, dient nur noch als Beimischung, als Trigger zur Klage über das eigene, persönliche Leid.

A propos riesige gemeinsame Klage: Auch wenn sich Größe, Umfang und Reichweite der christlich induzierten Klage nicht wirklich beziffern lassen: Mit Stand heute 215,7 Millionen Abrufen, 20.552 Kommentaren, 61.659 Retweets und 164.643 Likes von Elmos Tweet braucht sich die Handpuppe sicher nicht hinter dem Bibelgott und/oder seinem zweiten Drittel zu verstecken.

…ansonsten einfach mal still im Land? Von wegen!

Gerade übrigens, weil es ansonsten einfach mal still ist im Land. Ohne Ablenkung, ohne Shoppen und Parties.

Achso – DARUM geht es. Der alljährliche Versuch, die „stillen“ Feiertage zu rechtfertigen.

Frau Schardien, meinetwegen können Sie gerne an allen „stillen Feiertagen“, ja sogar auch an allen weiteren Tagen des Jahres trauern und wehklagen, wenn Sie möchten oder wenn es Ihnen Ihre Religion vorschreibt. Alleine – oder gemeinsam mit Menschen, die Ihren christlichen Aberglauben und Todeskult teilen.

Wenn Ihnen Ihr persönliches Leid leichter erträglich scheint, indem Sie Ihre Leiderfahrungen mit denen von Jesus vermischen – er hätte sicher nichts dagegen einzuwenden, wenn es ihn gäbe.

Nur sind religiös verordnete Trauerfeiern nichts, was die Allgemeinheit betrifft.

Die biblische Kreuzigungs- und Auferstehungsmythologie ist für Nichtchristen genauso irrelevant wie für Sie vermutlich die Stripperfabrik mit Biervulkan aus der Jenseitsmythologie der Pastafari.

Das mit dem „einfach mal still im Land“ ist zum Glück auch schon seit einiger Zeit längst nicht mehr so wie noch vor wenigen Jahren:

Laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2016 darf trotz Musik- und Tanzverbots an Stillen Tagen gefeiert werden. Die Richter*innen in Karlsruhe hatten am 7. Oktober 2016 entschieden, dass Artikel 5 des Bayerischen Feiertagsgesetzes mit der Weltanschauungsfreiheit und der Versammlungsfreiheit nicht vereinbar ist. Damit folgte es einer Verfassungsbeschwerde des bfg München, der sich nach dem Verbot seiner „Heidenspaß- statt Höllenqual-Party“ an Karfreitag 2007 durch alle Instanzen geklagt hatte.

(Quelle: bfg München via hpd.de: Feiern gegen Tanzverbote!)

Ganz im Gegenteil: Innerhalb weniger Jahre scheinen sich gerade die „Stillen Feiertage“ immer mehr zu besonderen Party-Highlights in der säkularen Szene zu entwickeln:

Feiern gegen Tanzverbote!

Allein schon die unter der Überschrift „Feiern gegen Tanzverbote!“ vom bfg Bayern veröffentlichte Liste umfasst dieses Jahr „47 Veranstaltungen in München an Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag.“

Quelle: https://www.clubstars.net/events/clubrevolution-do-28-03-2024-1

Und wer weitersucht, findet sicher auch in der eigenen Region interessante Alternativen zu religiös verordneter Kollektivtrauer.

Wie zum Beispiel im Südwesten die Heidenspaß-Party der gbs Stuttgart/Mittlerer Neckar am Karfreitag.

Quelle: https://gbs-stuttgart.de/content/keine-stille-am-stillen-feiertag-heidenspass-statt-hoellenqual-tanz

Irre

Und so hat dieses gemeinsame Innehalten eine irre Kraft. Nicht nur, dass ich mich weniger allein mit meiner Not fühle. Nein, ich glaube fest, dass dieses Innehalten, dieses gemeinsame Klagen hinausstrahlt.

Wie gesagt: Niemand hat etwas dagegen einzuwenden und – noch wichtiger – niemand hindert Sie daran, gemeinsam innezuhalten, um gemeinsam irre Kräfte zu erleben. Glauben Sie, was immer Ihnen glaubwürdig erscheint. Lassen Sie es in alle Richtungen strahlen, was das Zeug hält!

Aber bitte auf eigene Kosten und nicht auf Kosten und auch nicht unter Einbeziehung bzw. zu Lasten der Allgemeinheit.

Vielleicht ergibt sich daraus sogar eine neue berufliche Perspektive – als Klageweib?

Erkenntnis bis jetzt: Geteiltes Leid ist halbes Leid – egal, ob es auf einer Social Media-Plattform mit den Erschaffern und Followern einer Handpuppe oder im Gottesdienst mit den Followern und Vertrieblern eines Götterwesens geteilt wird.

Endlich doch noch erklärt: Das unterscheidet Jammern bei Elmo von Klage bei Gott

Kurz vor Ende der heutigen Verkündigung verrät Frau Schardien dann doch noch (wenigstens tut sie so, als ob), warum ihr Gott ein besserer Klage-Adressat ist als die Puppe Elmo aus der Sesamstraße:

Eben nicht einfach als Jammern, sondern weil die Klage ja auf etwas zeigt: Darauf, was uns fehlt und was wir wollen für unser Leben: mehr Frieden, mehr Zusammenhalt, mehr Liebe, mehr Gerechtigkeit.

Wenn wir für unser Leben mehr Frieden, mehr Zusammenhalt, mehr Liebe, mehr Gerechtigkeit wollen, dann müssen wir uns selbst darum bemühen.

Denn weder von Elmo und erst recht nicht vom kriegs-, rach-, eifersüchtigen und dauerbeleidigten Wetter-Berge-Vergeltungsgott mit Persönlichkeitsstörung, den sich ein kleiner Wüstenstamm in der ausgehenden Bronzezeit als ihren Stammesgott aus früheren Gottesvorstellungen zurechtgebastelt hatte ist zu erwarten, dass diesen menschliche Anliegen ein Anliegen sind. Geschweige denn, dass sie einen berechtigten Grund zur Hoffnung darauf liefern würden, von ihnen irgendeine Art von tatsächlicher Hilfe zu erhalten.

Hier konstruiert Frau Schardien eine Unterscheidung, die gar keine ist: Jammern „zeigt“ genauso „auf etwas“ wie die Klage. Oder, weniger verschwurbelt ausgedrückt: Jammern hat genauso Ursachen wie Klagen.

…da geht was für unser Leben! Was denn?

Statt nun mal konkret zu benennen, wie sie sich eine erhoffte oder gar zu erwartende göttliche Reaktion auf menschliche Klagezeremonien vorstellt, wird ausgerechnet das, was Gott von Elmo unterscheiden würde, bis zur Bedeutungslosigkeit verschwurbelt und vernebelt:

Tief unter den Klagen steckt eben Sehnsucht, ja, für mich als Christin schon die Hoffnung, die dann an Ostern gefeiert wird: Doch, da geht was für unser Leben! Das hier ist noch nicht alles.

Soso, da geht was für unser Leben. Was meinen Sie damit?

Und falls sich „Das hier ist noch nicht alles“ auf die biblisch-christliche Jenseitsmythologie bezieht: Wenn Sie das ernsthaft glauben und wenn Sie sich auch noch darauf freuen, dann muss Ihnen nicht nur Ihr Verhältnis zur Wirklichkeit, sondern auch das (angeblich angedrohte) Schicksal aller Menschen, die Ihren christlichen Aberglauben zu Lebzeiten nicht teilten und teilen vollkommen egal sein.

Und hier haben wir schon das zweite Beispiel in der heutigen Sendung, bei dem die christliche Selbstzentriertheit und Ignoranz den Mitmenschen gegenüber (der irrtümlich sprichwörtlichen „christlichen Nächstenliebe“ zum Hohn und Trotz) zum Vorschein kommt.

Probleme besprechen – mit Menschen

Wie geht’s denn so? Wenn Sie das in der kommenden Woche jemand fragt, dann finden Sie – vielleicht beide -den Mut und erzählen einander, was Ihnen wirklich auf der Seele liegt.

Das kommt darauf an, wer mich das fragt.

Ich möchte sicher nicht allen Menschen, die mich fragen, wie’s denn so geht erzählen, wie es mir denn so geht. Weder allen Menschen, noch Handpuppen und schon gar nicht Gottesanbeterinnen mit schwach ausgeprägtem Sinn für die irdische Realität und ihren Göttern.

Nachtrag

Frau Schardien, nach Ihrer eigenen Aussage wollen Sie ja für Ihr Leben „mehr Frieden, mehr Zusammenhalt, mehr Liebe und mehr Gerechtigkeit,“ weil Ihnen das fehlt.

Raten Sie mal, wo Sie mehr Frieden, ggf. auch mehr Zusammenhalt, auf jeden Fall aber mehr Liebe und mehr Gerechtigkeit finden als in Ihrer Religion? Richtig! Auf einer zünftigen „Heidenspaß statt Höllenqual“-Party!

…und wenn Ihnen nicht nach Party zumute ist, zum Beispiel, weil Sie gerade etwas stark belastet, dann könnten Sie stattdessen Ihre eigene Empfehlung beherzigen und Ihre Sorgen mit einem oder mehreren Menschen Ihres Vertrauens teilen.

Quelle: rbb24.de, abgerufen am 27.03.24

Wenn das nicht genügt, sind Sie sicher gut beraten, sich mal gut beraten zu lassen.

Das können Sie ganzjährig tun, sogar während des Karnevals oder während des Oktoberfestes. Also jederzeit – auch außerhalb religiös vorgeschriebener Klagewochen und Trauertage. An denen ja gar nicht Ihr eigenes Leid, sondern das für Ihre „Erlösung“ von Ihren Sünden unumgängliche, wenn auch nur ein paar Stunden dauernde Leiden des Gottessohns aus der biblisch-christlichen Mythologie beklagt werden soll.

Damit der dann an Ostern so schön glänzt, dass man sich drin spiegeln kann.

Das Wort zum Karfreitag (mit humanistischem Tanzsegen)
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5 Gedanken zu „Wie geht`s? – Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Thema Karwoche“

  1. JETZT REICHTS!!!
    Ist denen denn gar nix mehr heilig?! Jetzt wird schon die Sesamstrasse für deren Todeskult missbraucht!

    Hiermit rufe ich und mein Freund, das Krümelmonster, gemeinsam mit Elmo, zum unheiligen Gegenschlag auf:

    Tod den falschen Hostien!
    Bewerft sie mit Butterkeksen, bis zur volkommenen Überzuckerung!
    Mögen die 32 Zähne der Vergeltung an ihnen nagen!!!

    Attacke! Tanzt was das Zeug hält! Frohes Hasenfest euch allen!

    Antworten
  2. „…Gott für eine reale, selbständig handelnde,…“
    Häufig wird nicht einmal die Person Gott sondern eine ihrer angeblichen Eigenschaften als selbständig handelnde Entität geschildert: „die Liebe Gottes“ oder „Gottes Barmherzigkeit“; gerne auch verziert mit einem pompösen Adjektiv wie „unendlich“; also z.B. „die unendliche Liebe des barmherzigen Gottes“ bewirkt dieses und jenes…
    Hat mich köstlich amüsiert, das Bild mit den 3 Pinguinen. Trotzdem machte mich das „lass mich“ etwas nachdenklich ;-). „lassen“ ist da ja in etwa synonym mit „erlauben“, was impliziert, jemand sei in der Position, ggf. auch zu verbieten. Ich denke aber, dass man in diesem Zusammenhang das Erlauben wie das Verbieten auf beiden Seiten unterlassen sollte.
    Ich frage mich im übrigen, warum man in dieser Woche, und meinetwegen auch in der nächsten, nicht ein riesiges christliches Freudenfest veranstaltet. Gehörte das ALLES , ohne Tod keine Auferstehung, doch zum HEILS-Plan Gottes und war demzufolge weder für den Vater noch für den Sohn wirklich überraschend: unerwartete Schicksalsschläg verursachen hingegen erfahrungsgemäß intensiveres Leid.
    Klar, es hat was Zynisches, verschiedene Leidenserlebnisse miteinander zu vergleichen; aber mal ehrlich, sooo schlimm war das was der Jesus angeblich von Donnerstag abend bis Freitag nachmittag erleiden musste nicht im Vergleich zu dem was man in seinem Namen Ketzern und Hexen angetan hat. Weder was die Dauer noch was die Intensität angeht. Wann begehen die christlichen Kirchen denn mal eine „Kar“-Woche dafür ?
    Ja, doch, ich halte den Vergleich für legitim, wenn man bedenkt, was da gejammert wird vom EINGEBORENEN Sohn und seinem schlimmen Leid und Tod. Er hat das freiwillig gemacht ! Und er hat sich ewig lange drauf vorbereiten können !
    Dass wir heute immer noch jede Menge realen Grund zum Jammern und Klagen haben, liegt ja wohl auch daran, dass das mit der „Rettung“ und der „Erlösung“ so ganz und gar nicht funktioniert hat.
    Es ist schon eine deprimierende Woche. Andauernd muss man im TV die kitschigen Monumental-Schinken über das Alte und das Neue Testament um-zappen ! Ist schon a Kreuz !

    Antworten
    • Chapeau…
      Damit haste wirklich ins schwarze getroffen. So hab selbst ich das noch nicht mal betrachtet.
      Was ist mit den ganzen Opfern der Kirche, die sterben mussten, noch nicht mal anständig begraben, verhöhnt und verdammt…
      Welch Liebe sich doch dabei offenbart…

      Einfach Wahnsinn, wie religiöses Denken den Geist zerstört, das ist so übel!

      Ich wünschte mir, all diese Leute könnten mal ganz neutral und unvoreingenommen sich selbst dabei beobachten, wie sie rhetorische Purzelbäume schlagend, die schlimmsten Verbrechen aller Zeiten als Zeichen der Liebe rechtfertigen.

      Die staatlich subventionierte Indoktrination im frühesten Kindesalter muss endlich aufhören!!!

      Antworten
  3. „Er lehrte aber seine Jünger und sprach zu Ihnen: Des Menschen Sohn wird überantwortet in der Menschen Hände, und sie werden ihn töten; und wenn er getötet ist, so wird er am dritten Tage auferstehen. Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen.“
    Markus 9, 31-32

    Die ganze Passionsgeschichte ist nichts anderes als ein schlechter Blockbuster- Holywood-Film mit happy end, allerdings auch mit spoiler. 😉

    Und was das Klagen anbetrifft, so hatten die Juden eine bessere Idee als Elmo oder Karfreitag: die Klagemauer (bis 1967).
    Da konnte man ungestört und kostenlos gegen eine Wand anjammern. Und die war auch noch geduldiger als jeder Mensch.

    Antworten
  4. „Darauf, was uns fehlt und was wir wollen für unser Leben: mehr Frieden, mehr Zusammenhalt, mehr Liebe, mehr Gerechtigkeit.“ Weder Religionen noch Kirchen taugen dafür – weg damit!

    Und wer gedenkt eigentlich der Millionen von Opfern, die wir der christlichen Religion bis heute zu „verdanken“ haben?

    Antworten

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