Kommentar zu NACHGEDACHT (27) Alles ist relativ

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Kommentar zu NACHGEDACHT (27) Alles ist relativ, Originalartikel verfasst von Christina Leinweber, veröffentlicht am 14.07.13 von Osthessennews

[…] Diesen Tagesablauf von oben könnte jeder von uns haben: man hat verschiedenes zu erledigen, da kommt mal was dazwischen, etwas verschiebt sich wieder.*

Dass sich das Leben manchmal anders gestaltet als geplant, ist in der Natur der Sache begründet. Wenn jemand diese Flexibilität nicht aufbringen möchte, wer gar unter nicht vorhersehbaren Ereignissen leidet oder wer wegen solchen Ereignissen nicht mehr dazu kommt, auch mal durchzuatmen, der hat die Freiheit, sein Leben so zu gestalten, dass es seinen ganz individuellen Vorstellungen entspricht. Noch niemals hatten wir so umfangreiche Freiheiten und Möglichkeiten dazu.

[…] Schlechte Laune kann da ganz schnell Herr über die Situation werden.

Schon allein deshalb ist es ratsam, besonderes Augenmerk auf die eigene Lebensführung zu legen. Dazu ist es hilfreich, den eigenen Wünschen und Bedürfnissen den hohen Stellenwert einzuräumen, der diesen zusteht. Dann fällt es auch in turbulenten Situationen leichter, Herr (oder Frau) über diese Situation zu bleiben.

[…] Wie im Fall oben kommt dann aber ein ganz anderes Gefühl noch dazu: Glück gehabt, das Auto hätte dich eben erwischen können.

Religiös indoktrinierte Menschen neigen oft dazu, solche Situationen irrtümlicher- oder auch ignoranterweise dem angeblichen Einfluss eines wohlwollenden Gottes zuzuschreiben. Genau dieses gute Gefühl könnte die Erklärung dafür sein, warum Menschen in Situationen, bei denen andere einen Schaden erlitten haben, beten.

[…] Erst im Vergleich öffnet sich der Blick von der eigenen – manchmal verengten Perspektive und der Blick wird wieder klarer – unter Umständen dann auch die Laune wieder besser, denn zumeist hätte es immer noch schlimmer werden können.

Natürlich kann es sinnvoll und hilfreich sein, seine Weltsicht immer wieder mal mit der Umwelt abzugleichen. Trotzdem stellt sich die Frage, was jemand von seinem Leben erwartet und welche Ziele jemand verfolgt.

Nach allem, was wir heute wissen, handelt es sich beim Leben auf der Erde in Form einer menschlichen Persönlichkeit um ein einmaliges, einzigartiges Gastspiel ohne Zugabe und ohne Wiederholung.

Deshalb sollte man mal darüber nachdenken, ob das Mittelmaß wirklich das erstrebenswerte Maß für einen Lebensentwurf ist. Oder ob es nicht vielleicht eine, wenn nicht sogar die wichtigste, auf jeden Fall aber höchst legitime Aufgabe ist, unser Leben so angenehm und lebenswert zu gestalten** wie möglich – ohne dabei gleichberechtigte Interessen Anderer zu verletzen.

*Unter der Rubrik „NACHGEDACHT“ fordert Osthessennews jede Woche zum Nachdenken auf. Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Original-Artikel von Christina Leinweber.

**Wir haben keinen materiellen Nutzen von verlinkten oder eingebetteten Inhalten oder von Buchtipps.

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