Kommentar zu NACHGEDACHT (60) Ich kann nicht ohne mein Handy?!

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Kommentar zu NACHGEDACHT (60) Ich kann nicht ohne mein Handy?!, Originalartikel verfasst von Christina Leinweber, veröffentlicht am 23.02.14 von Osthessennews

Es war einmal in einem Land vor unserer Zeit, da hatte noch niemand ein Smartphone — oder Internet — oder Zeit.*

Inwiefern hat sich denn die Zeit verändert, verglichen zu früher?

  • Mit dem Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung vom 12. März 1893 (RGBl. S. 93) ist für das Deutsche Reich ab dem 1. April 1893 die mittlere Sonnenzeit des fünfzehnten Längengrades östlich von Greenwich als gesetzliche Uhrzeit festgelegt worden. (Quelle: Wikipedia)

Zumindest seit dieser Festlegung dauert eine Minute genauso lang wie heute auch noch (wenn man von den minimalen Schwankungen über sehr lange Zeiträume absieht).

Wenn Menschen früher weniger Zeit hatten, dann nur deshalb, weil sich die Lebenserwartung der Menschen in erster Linie dank der medizinischen Errungenschaften in kurzer Zeit mehr als verdoppelt hat.

[…] Eigentlich bin ich für den Fortschritt – eigentlich mag ich innovative Ideen und auch Veränderungen. Aber mittlerweile ist all das Neue für mich kein Segen mehr, sondern ich erkenne oft den Fluch darin.*

Das ist kaum verwunderlich. Hat doch “all das Neue” dazu geführt, dass alle Religionen heute restlos entzaubert sind. Es gibt heute wahrlich keine einzige Notwendigkeit mehr, an irgendetwas Überirdisches glauben zu müssen – dazu wissen wir schon viel zu viel.

Wer an archaischen Märchen und Mythen heute noch festhalten will, sie für die Menschheit bedeutsam oder gar real hält, sollte konsequenterweise kein Handy, kein Auto, keinen PC, keinen elektrischen Strom und natürlich auch keine moderne Medizin nutzen. Nur so lässt sich der gewünschte Fluch-und-Segen-Dualismus glaubhaft aufrecht erhalten.

  • “Sollen sich auch alle schämen, die gedankenlos sich der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.” – Albert Einstein am 22. August 1930, anlässlich der Eröffnung der 7. Deutschen Funkausstellung und Phonoschau in Berlin

[…] Und mittlerweile schreibe ich nicht mal mehr für mich selbst Nachrichten – in den USA lesen sie ja jetzt auch mit. Da muss ich mir überlegen, was ich überhaupt schreibe, vielleicht kommt es ja irgendwann mal raus?!*

Nicht wegen einer möglichen Überwachung durch Geheimdienste, sondern wegen der Verantwortung gegenüber den Menschen, die das, was Sie öffentlich schreiben, lesen, sollten Sie sich überlegen, was Sie “überhaupt” schreiben. Diese Leser könnten nämlich vielleicht nicht merken, dass Sie manchmal Märchen und Wünsche als reale Wirklichkeit darstellen. Sie könnten glauben, dass sie sich im echten Leben irgendetwas von einem Gott erwarten könnten.

Was die Handynutzung angeht: Wir haben selbst die Freiheit zu bestimmen, wie umfangreich wir unser Handy nutzen.

*Unter der Rubrik „NACHGEDACHT“ fordert Osthessennews jede Woche zum Nachdenken auf. Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Original-Artikel von Christina Leinweber.

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