Kommentar zu NACHGEDACHT (69) – Ohne Angst die Wahrheit sprechen

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Kommentar zu NACHGEDACHT (69) Ohne Angst die Wahrheit sprechen, Originalartikel verfasst von Christina Leinweber, veröffentlicht am 27.04.14 von Osthessennews

[…] Überspitzt gesagt – das Kind sagt noch die Wahrheit.*

Das Kind hat doch nur wiederholt, was seine Mutter gesagt hatte? Mit zwei Jahren wird es wohl eher noch nicht selbst den Preis eines Oberteils als “teuer” empfunden haben. Die “Wahrheit” war beim Kind dieselbe wie bei der Mutter.

[…] Man sollte keine Angst dabei [wenn man sich gegen Verletzungen wehrt] haben und rot vor Scham werden.*

Wieso sollte man denn rot vor Scham werden, wenn man sich gegen eine Verletzung wehrt?

[…] Jemanden höflich und trotzdem wertschätzend die Wahrheit zu sagen, ist eine Kunst, die nicht mehr viele beherrschen.*

Jemandem die Wahrheit sagen zu können setzt voraus, dass man die Wahrheit kennt. Um beim Beispiel vom teueren Oberteil aus dem Originalartikel zu bleiben: Vielleicht war das Oberteil ja in Wirklichkeit unter fairen Bedingungen und aus hochwertigen Materialien hergestellt worden. Dann wäre es in “Wahrheit” vielleicht gar nicht teuer, sondern vielleicht sogar sehr preiswert gewesen.

Ganz so einfach ist es mit der Wahrheit nicht immer und eine “falsche” Wahrheit wird auch dadurch nicht wahrer, wenn sie höflich und trotzdem wertschätzend (ist höflich nicht wertschätzend?) vorgetragen wird. Es lohnt sich, auch die eigene Vorstellung von “Wahrheit” immer wieder mal mit der natürlichen Wirklichkeit abzugleichen.

*Jede Woche fordert osthessennews.de unter der Rubrik „NACHGEDACHT“ mit „liberal-theologischen Gedanken“ zum Nachdenken auf. Die als Zitate gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Original-Artikel von Christina Leinweber.

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