Tiere und ewiges Leben

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Die evangelische Kirche bietet einen Online-Beantwortungsservice für religiöse Fragen. Dort finden sich allerlei Fragen, dazu Antworten aus evangelischer Sicht sowie ab und zu Kommentare von weiteren Lesern.

In dieser Anfrage wollte ein Besucher wissen, ob sein verstorbener Kater denn auch das “ewige Leben” erlangen würde. Ein Pfarrer beantwortete diese Frage aus seiner Sicht, was mich zu folgendem Kommentar bewegt hat:

Hallo Gast,

nach allen aktuellen Erkenntnissen gibt es keinen einzigen seriösen Anhaltspunkt dafür, dass es so etwas wie “ewiges Leben” gibt. Die Hirnforschung belegt, dass eine (menschliche) Persönlichkeit nicht ohne den zugehörigen, lebenden Körper existieren kann. Wer etwas anderes behaupten möchte, müsste das auf wissenschaftlicher Basis beweisen können und dieser Beweis steht nach wie vor aus.

Deshalb ist (bis zum Beweis des Gegenteils, wofür es wiegesagt bis heute keinen einzigen seriösen Anhaltspunkt gibt) davon auszugehen, dass mit dem endgültigen Tod auch die Existenz einer menschlichen Persönlichkeit definitiv aufhört zu existieren (abgesehen von möglicherweise weitergegebenen Genen oder einer Erinnerung; natürlich bleiben auch die Atome erhalten, aus denen der Mensch zuletzt bestand, aber die enthalten kein “Abbild” einer kompletten menschlichen Persönlichkeit).

Das gilt übrigens für sämtliches Leben, nicht nur für eine bestimmte Trockennasenaffenunterart wie den Homo sapiens sapiens.

Der Verlust der Hoffnung auf ewiges Leben ist vielleicht einfacher zu verkraften wenn man sich bewusst macht, dass dieses “ewige Leben” ebenso nur von Menschen erfunden ist wie die “ewigen Höllenqualen”.

Und einmal mehr muss der gute alte Epikur mit seiner Erkenntnis herhalten: “Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.”

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Ein Gedanke zu „Tiere und ewiges Leben“

  1. Dies ist eine sehr mathematisch / logische Sichtweise ohne Glaube und Hoffnung, wie ich sie einem ehrlichen Atheisten zutraue …

    Für die Sichtweise einen Theologen finde ich dies sehr schade!

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