Gedanken zu: Letztes Weihnachtshochamt: Bischof Algermissen verurteilt Pränataldiagnostik – “Kein Kompromiss bei Sterbehilfe” – Weihnachtspredigt von Bischof Algermissen

Gedanken zu: Letztes Weihnachtshochamt: Bischof Algermissen verurteilt Pränataldiagnostik – “Kein Kompromiss bei Sterbehilfe” – Weihnachtspredigt von Bischof Algermissen, Originalbeitrag veröffentlicht am 26.12.2017 von Osthessennews

Frohe Botschaft aus Fulda: Algermissens letzte Weihnachts-Hassrede vor dem Ruhestand!

[…] Das heutige Evangelium spricht von dem Licht, das in der Finsternis leuchtet. Und dennoch hat die Welt es nicht aufgenommen. Diese Ablehnung hat sich seitdem nicht geändert.*

In Herrn Algermissens Vorstellungswelt läuft ein ewiger Kampf “Gut” (=sein Gott, vertreten von ihm) gegen “Böse” (=alle, die seinen Gott nicht anerkennen, mitunter auch irgendwelche obskuren Mächte der Finsternis). Diesmal haben also die an der Finsternis (=Leid) Schuld, die das angebliche Lichter-Angebot seines Wüstengottes ablehnen.

Schon allein mit diesem Satz zeigt Algermissen, dass er ganz offensichtlich in einer absurden, irrealen Scheinwirklichkeit lebt. Das sei ihm freilich unbenommen, die Gedanken sind frei und möglicherweise liegt ja auch einfach nur berufsbedingt eine ekklesiogen-psychische Erkrankung vor.

Während das, was Algermissen in seinen Verkündigungen behauptet, meistens irgendwo zwischen wirr, lächerlich, weltfremd, rückwärtsgewandt und menschenverachtend rangiert, gilt die eigentliche Kritik der Tatsache, dass er seine Mitmenschen auf Staatskosten in die Irre führt und beleidigt.

Let’s do the time warp again: Jesus macht den Quantensprung

Hier sind wir am Zentrum des Festes. Denn an Weihnachten feiern wir nicht einfach den Geburtstag irgendeines großen Mannes der Weltgeschichte, wie es deren viele gab. Nein, dieses Fest bezeichnet einen „Quantensprung“ der Weltgeschichte, weil Jesus Christus als Heiland und Retter einzig und mit keinem anderen zu vergleichen ist, weder etwa mit Buddha noch mit Mohammed.

Ein Absolutheitsanspruch darf freilich nicht fehlen, wenn Algermissen mit der verbalen Keule zum Rundumschlag gegen den Rest der Menschheit ausholt. Alle anderen Heilande und Retter sind natürlich nicht so toll wie sein Gottessohn. Dessen gesamte Biographie die anonymen Bibelschreiber auch nur von Lebensläufen früherer angeblicher Gottessöhne abgekupfert hatten.

Außerhalb der menschlichen Phantasie hat auch Jesus Christus nichts und niemanden gerettet. Hierbei handelt es sich um von Menschen erfundene Mythologie. Die Herr Algermissen gerne und ausgiebig mit der irdischen, natürlichen Wirklichkeit vermischt. Zum Beispiel in der Weihnachtspredigt.

Fremdwörter sind bei Algermissen offenbar Glückssache: Ein Quantensprung wäre eine unvorstellbar kurze Distanz. Wohl kaum das, was er zum Ausdruck bringen wollte. So gesehen kommt Algermissen aber doch wieder in die Nähe der Wirklichkeit, nur dass die Erfindung seines Gottessohns noch nicht mal einem Quantensprung entspricht. Außer in der menschlichen Phantasie hat kein einziger Gottessohn jemals irgendwen gerettet.

Jesus rettet genausowenig irgendwen vor irgendwas wie die Flussgeister die Bewohner des Sambesi-Beckens vor der Überflutung ihrer Heimat durch den Bau eines Staudammes retten. Obwohl die Bewohner einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Lebenszeit in die Besänftigung dieser Flussgeister steckten.

Der schweigende Gott nimmt Anteil an menschlichen Sorgen – ja und?

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, das Schweigen Gottes, das den Glauben vieler erschüttert und unsere Fragen herausfordert, ist im fleischgewordenen Wort im Grunde beantwortet: Seitdem können wir um einen Gott wissen, der Anteil nimmt am Leben seiner Menschen, an deren Freude und Hoffnung, deren Angst, Sorgen und Tränen.

Nein, die Frage ist nicht “im Grunde beantwortet” und wir können auch nicht um einen Gott wissen. Ob ein magisches Himmelswesen Anteil nimmt am Leben seiner Menschen oder nicht, ist völlig irrelevant, solange dieses Wesen nicht ins irdische Geschehen eingreift. Und das tut es bis zum Beweis des Gegenteils und wohl auch noch bis auf Weiteres nicht.

Die ansonsten folgenlose göttliche Anteilnahme ist also völlig wertlos. Im Gegenteil: Was soll das denn für ein Allgütiger sein, der trotz Allmacht nur “Anteil nimmt”, statt etwas gegen Leid und Elend zu tun?

Wenn ich zum Beispiel die Möglichkeit hätte, ein Kind vor dem Ertrinken zu retten, dann würde ich das versuchen. Und ich bin weder allmächtig, noch allgütig. Trotzdem verfüge ich offensichtlich über höhere ethische Standards als Algermissens magischer Himmelsfreund. Denn der nimmt – trotz Allmacht und Allgüte! – nur Anteil am Leid des Kindes. Während er ihm tatenlos beim qualvollen Ertrinken zusieht.

Bedingung menschlicher Würde

Das Fest der Menschwerdung Gottes schenkt unserer Existenz Sinn, Halt und Stütze. Es nimmt unsere Fragen ernst und beantwortet, woher der Mensch ist und wo er zuhause ist: aus Gott und in Gott. Diese Beheimatung ist die Bedingung seiner Würde.

Wie schön, dass dies die letzte Weihnachts-Hassrede Algermissens war. Man darf gespannt sein, ob die katholische Kirche einen ebenso misanthropen und arroganten Nachfolger gefunden hat, der wie Algermissen Menschen, die nicht seine religiösen Spinnereien teilen, den Lebenssinn und die Menschenwürde abspricht.

Wo aber Gott aus dem Blick gerät, werden wir entwurzelt. Wo er nicht mehr vorkommt, werden wir heimatlos.

Niemand wird ohne Götter heimatlos. Nur Herr Algermissen und seine Kollegen würden ohne Menschen, die noch ihre Gottesvorstellung teilen, irgendwann arbeitslos.

Vorschlag für Algermissens Ruhestand

WeihnachtshochamtVielleicht könnte das Bistum Fulda von der Weihnachtskollekte ja ein paar Playmobil®-Figuren für Algermissen kaufen, denen er dann künftig mit seinen bizarren Vorstellungen einen Schrecken einjagen kann.

Er könnte sie auch prima in “Gut” und “Böse” einteilen, ein bisschen gegeneinander kämpfen lassen und dabei seinen imaginären Freund um Hilfe bitten. Damit bliebe es ihm wenigstens erspart, sich durch die öffentliche Verkündigung solcher schier hirnrissigen Beleidigungen der Lächerlichkeit preis zu geben.

Die tiefste Entwurzelung unserer Tage ist für mich die Trennung des Menschen von Gott, das menschliche Leben „etsi deus non daretur“, als ob es Gott nicht gäbe.

Bis zum Beweis des Gegenteils gibt es auch den Gott, den Algermissen für wahr hält, nur in der menschlichen Phantasie. Außerhalb dieser lässt sich nichts in einen ursächlichen Zusammenhang mit irgendwelchen Göttern, Geistern oder Gottessöhnen bringen. Wer sich solches einbildet, den könnte man als der Realität entwurzelt bezeichnen.

Zustände wie in den Niederlanden oder in Belgien

Wo die Gabe des Lebens nicht mehr als Geschenk des Schöpfers verstanden wird, sind Würde und Wert des Menschen vor seiner Geburt, in Krankheit und Alter in Gefahr. Da müssen wir achtgeben, dass die Lobby für aktive Sterbehilfe nicht am Ende siegt und wir Zustände wie in den Niederlanden oder in Belgien bekommen.

Herr Algermissen, Sie leben in einer religiösen Scheinwirklichkeit und möchten sich zu Themen wie Sterbehilfe äußern? Sie sprechen über die Würde und den Wert des Menschen? Und halten gleichzeitig an der Bedeutung biblischer Schöpfungsmärchen fest?

Ist Ihnen wirklich nicht bewusst, dass niemand Sie auch nur ansatzweise ernst nehmen kann, wenn Sie nicht mal bereit sind, die natürliche, irdische Wirklichkeit als solche anzuerkennen?

Ob, wie und aus welchen Gründen Menschen ihr Leben beenden, geht Sie nichts an. Kümmern Sie sich um Ihre Playmobil®-Männchen. Und gestalten Sie Ihr Lebensende, wie es Ihren Vorstellungen entspricht.

Es liegt in der inneren Logik dessen, was wir am Fest der Menschwerdung Gottes feiern, dass für die Kirche embryonale Stammzellforschung, aber auch Präimplantationsdiagnostik moralisch verwerflich sind, da sie alle mit der Tötung bzw. Selektion von Embryonen verbunden sind.

Und dann nehmen Sie auch noch den Begriff “Logik” in den Mund? Ernsthaft!? Herr Algermissen, “Logik” steht Ihnen gar nicht zur Verfügung, solange Sie Götterfiktionen für wahr halten!

Und ganz abgesehen davon: Das Christentum ist moralisch orientierungslos. Ihre Ideologie erfüllt nicht mal die Mindeststandards eines Moralsystems.

Die biblisch-christliche Mythologie ist keine Grundlage, auf der Sie sich sinnvoll an einer Diskussion über ethische, moralische oder sonstige Fragen außerhalb der Fantasiewelt beteiligen können. Jedenfalls können Sie nicht erwarten, dass Sie irgendjemand ernst nimmt.

Damit können Sie ja dann gerne die Regeln in Ihrer persönlichen Playmobil®-Fantasiewelt aufstellen. Aber bitte auf eigene und nicht auf Staatskosten.

Niemals die Spur eines Kompromisses

[…] Keine Therapie, und sei sie noch so phantastisch, kann es rechtfertigen, einen Menschen im vorgeburtlichen Zustand zu töten. Da wird es mit der Kirche niemals die Spur eines Kompromisses geben. Jetzt nicht und auch nicht in Zukunft.

Kein funktionierendes Moralsystem und dazu noch keine Ahnung, worüber man redet: Da kann nichts Sinnvolles herauskommen.

Es wäre nicht weiter verwunderlich, wenn sich die Kirche die Durchsetzung von Sterbehilfe oder PID irgendwann mal als ihre Errungenschaft auf die Fahnen schreibt. So, wie sie es mit anderen Werten heute tut. Die sie früher bis aufs Blut bekämpfte. Und die sie heute als “christliche Werte” ausgibt.

Dank der völligen Beliebigkeit der biblischen Grundlage ist es problemlos möglich, jederzeit alles Beliebige biblisch zu rechtfertigen – oder auch das genaue Gegenteil.

Ohne Kreuz schrumpft der Mensch zur Mumie

[…] Weihnachten dagegen klärt uns auf: So viel Wert Gott in dieser Welt bekommt, so viel Wert hat der Mensch in all seinen Lebensumständen. Wohingegen Gott nicht mehr vorkommen darf, wo das Kreuz aus dem Blick kommen soll, schrumpft der Mensch zu einer Mumie.

MumieWas für ein armseliges, heuchlerisches und selbstgerechtes Würstchen muss man sein, um Menschen öffentlich so zu beleidigen.

Der Wert eines Lebewesens hat nichts mit Ihrem schizophrenen Psychogott zu tun, Herr Algermissen.

Sie haben Angst, ohne den Anblick eines Todesfolterungsinstrumentes zu mumifizieren? Dann hängen Sie sich doch einfach Ihre Wohnung voll damit.

Sie haben das Glück, in einer Gesellschaft zu leben, die gegen den erbitterten Widerstand Ihrer Kirche die Grundlagen dafür geschaffen hat, dass Sie sich Ihre Wirklichkeit nach Ihren Wünschen, Ängsten und Vorstellungen frei gestalten können.

Bitte sehen Sie allerdings davon ab, anderen Menschen deren Wert abzusprechen, nur weil Sie nicht in der Lage sind, Ihre religiöse Phantasiewelt und die natürliche irdische Wirklichkeit auseinanderzuhalten.

Weihnachtspredigt: Transitus aus der Transzendenz

Anders und unter dem Eindruck des Weihnachtswunders gesagt: Erst der Blick in die Krippe und zum Kreuz hin zeigt, wer der Mensch wirklich ist. Diesem Realismus wird die Zukunft gehören, da bin ich mir ganz sicher!

Realismus! Der glaubt noch an Götter und spricht in seiner Weihnachtspredigt von Realismus!

[…] Gott, der mit uns etwas zu tun haben möchte, uns nicht abgeschrieben hat, wagte den weihnachtlichen Transitus aus der Transzendenz in unsere Nähe, aus der Allmacht in die Ohnmacht.

Ihre Playmobil®-Männchensammlung freut sich sicher schon darauf, wenn Sie ihr verkündigen, dass der von Ihnen für wahr gehaltene Allmächtigte den weihnachtlichen Transitus aus der Tranzdendenz in ihre Nähe wagt. Das wird bestimmt super spannend!

Und niemand wird sich mehr lustig machen über Sie, wenn Sie künftig Ihrer Playmobil®-Sammlung die Weihnachtspredigt verkünden.

*Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Originalbeitrag zur glücklicherweise letzten Weihnachtspredigt von Bischof Algermissen (Fulda).

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Letzte Aktualisierung: 28. Dezember 2017