Argument #28: „Gott ist trotz Leid in der Welt gut, denn wir Menschen allein tragen die Verantwortung dafür.“

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Religiöse Argumente unter der Lupe - LeidBehauptung: „Gott ist trotz Leid in der Welt gut, denn wir Menschen allein tragen die Verantwortung dafür.“

Antwort: Dieses Argument ignoriert zunächst einmal alles Leid, das nicht menschengemacht, sondern in der Welt angelegt ist. Darunter Krankheiten, Naturkatastrophen, große Teile des Leides in der Tierwelt etc.

Zudem: Gott ist definiert als allmächtig und allwissend. Was bedeutet, dass er bei der Erschaffung jedes Menschen wüsste, was dieser Mensch auf der Erde tun würde.

Das bedeutet, er entschiede sich mit der Erschaffung jedes Menschen dafür, dass die Vorhaben dieses Menschen Wirklichkeit werden.

Ein allmächtiger, allwissender Gott hätte etwa Hitler erschaffen, vorhergesehen, was dieser auf der Erde tun würde, und ihn dann in Kenntnis dessen auf die Erde geschickt und so bewusst und mit voller Absicht den Holocaust ausgelöst.

Zudem ist Gott ja eben definiert als allwissend, allmächtig und allgegenwärtig. Ein solcher Gott stünde gewissermaßen bei jeder unmoralischen Tat auf der Erde daneben. Mit dem Wissen darum, was gleich geschehen wird. Und mit den Fähigkeiten, es ohne Probleme zu verhindern.

Wenn es einen allmächtigen, allgütigen, allwissenden, allgegenwärtigen Gott gäbe, so könnte nichts ohne seine Einwilligung geschehen. Somit wäre so ein Gott für alles Leid direkt verantwortlich bzw. mitverantwortlich.

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2 Gedanken zu „Argument #28: „Gott ist trotz Leid in der Welt gut, denn wir Menschen allein tragen die Verantwortung dafür.““

  1. Wunderschönen guten Mittag,

    Vielen Dank, für Ihre Gedanken zu diesem Thema. Tatsächlich ist die Frage der Tehodizee eine mit gigantischem Spaltpotential, und der Diskurs über eine solche Frage ist deswegen umso wichtiger. Allerdings bin ich mir auch relativ sicher, dass ich hier auf eine etwas erhärtete Front stoße, dennoch möchte ich mit meinen bescheidenen Mitteln versuchen, etwas gegen zu argumentieren.

    „Dieses Argument ignoriert zunächst einmal alles Leid, das nicht menschengemacht, sondern in der Welt angelegt ist. Darunter Krankheiten, Naturkatastrophen, große Teile des Leides in der Tierwelt etc.“
    Dies ist aus theologischer Sicht mit dem Sündenfall zu erklären. Weil der Mensch und die gesamte Schöpfung nun in „Sünde“ lebt (Sünde als Bezeichnung des Zustandes der Trennung des Menschen von Gott) geschehen nun solch tragische Dinge wie Naturkatastrophen o.Ä.

    Ich stimme ihnen zu, dass vieles Leid, dass auf der Erde passiert, einen „zulassenden Gott“ als grausam erscheinen lässt. Ich selbst habe auch , gerade gesundheitlich, Leid erfahren welches ich nicht als „fair“ bezeichnen würde. Allerdings habe ich erfahren, dass Gott dieses Leid auch genutzt hat um an anderer Stelle Gutes zu bewirken.

    Stichwort Holocaust: Gott ließ zweifelsfrei zu, dass sein Volk unglaubliches Leid erfahren musste. Dieses Leid war allerdings eine große Variable in der Entstehung des Staates Israel. Ganz nach Josef:“ Menschen gedachten es Böse zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen!“

    Das Thema ist wahrhaftig nicht in einem Kommentaraustausch ausreichend zu behandeln. Doch ich freue mich über eine Antwort ihrerseits.

    Mit freundlichen Grüßen
    P.Gesk

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    • Der Sündenfall erklärt das Leid in der Welt, ok.
      Aber wer hat den Sündenfall zugelassen? Bzw. eine Welt erschaffen, in der der Sündenfall von Anfang an feststand? Und damit dann auch das Leid in der Welt. Nichtwissen kann keine Ausrede sein …

      Antworten

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