Unbeschwert und leicht? – Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Thema Sterben

~ 14 Minuten

Unbeschwert und leicht? – Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Thema Sterben, verkündigt von Annette Behnken am 4.7.2020, veröffentlicht von ARD/daserste.de

Darum geht es

Dass es auch beim Thema Sterben und Tod von Vorteil ist, wenn die Weltanschauung einigermaßen mit der Wirklichkeit übereinstimmt, hatte schon Epikur erkannt. Tatsächlich rückt Frau Behnken auch gar nicht den Tod ins Bewusstsein, sondern den Menschen. Ihr Gott muss sich mit einem gestotterten Gebet oder Schweigen zufrieden geben.

EpikurEigentlich erübrigt sich ein detaillierter Kommentar zur heutigen Fernsehpredigt, die sich ungefähr wie folgt zusammenfassen lässt:

  • Obwohl der Tod eine, wenn nicht die zentrale Rolle im biblisch-christlichen Glaubenskonstrukt spielt, hat die Religion zum Thema nichts Sinnvolles beizutragen. Das ist aber auch gar nicht erforderlich, weil selbst Frau Behnken fast ganz ohne irgendwelche absurden Jenseitsphantasien auskommt und sich mit rein (zwischen-)menschlichen Aspekten der Themen Tod und Sterben befasst.

…Da ich sie jetzt aber sowieso schon aufgeschrieben hatte, hier noch ein paar weitere Anmerkungen zur heutigen Fernsehpredigt:

Take it easy

Frau Behnken berichtet, dass sie in lauen Sommernächten gerne mal die Gedanken schweifen lässt. Wir erfahren, dass es ihr dieses Jahr offenbar schwer fällt, “mal nix Schweres” zu denken.

[…] Und dann hab ich mich umgehört. Was Sie und Euch diesen Sommer eigentlich so beschäftigt. In den sozialen Medien hab’ ich gefragt, worüber Sie sich gerade wohl so Gedanken machen? Und – was mir geschrieben wurde, hat nichts mit Sommer und Leichtigkeit zu tun. Im Gegenteil, es geht voll ans Eingemachte. Die großen Themen haben Sie genannt: Endlichkeit. Verwundbarkeit. Unsicherheit. Hoffnung. Von der Angst vorm Sterben haben Sie geschrieben. Dass die letzten Wochen mit ihren “Corona-Bestattungen” und der fehlenden Möglichkeit der Begleitung Spuren hinterlassen haben.

In einer Antwort heißt es: Wir müssen uns geradezu das Stottern über den Tod wieder erringen.
(Quelle der so als Zitat gekennzeichneten Abschnitte: Unbeschwert und leicht? – Wort zum Sonntag, verkündigt von Annette Behnken am 4.7.2020, veröffentlicht von ARD/daserste.de)

Man braucht nur in den richtigen Kreisen nachzufragen. In diesem Fall: In der eigenen Filterblase. Genauer: Auf der eigenen Facebook-Seite. Wo nur Leute kommentieren können, die mit Frau Behnken auf Facebook befreundet sind.

Das erhöht schon mal deutlich die Chance, auch ein Thema genannt zu bekommen, in dem man die Vermarktung des eigenen Heilsproduktes gut unterbringen kann. Außerdem sind auf diesem Weg kaum Themenvorschläge zu erwarten, die Kirche, Glaube und Religion in Frage stellen oder gar kritisieren.

Das Sterben adressieren

Zum Glück für Frau Behnken wünscht sich eine Kommentatorin, dass die Frau Pastorin doch mal das Sterben “adressieren” möge.

Das dürfte als Thema natürlich wesentlich einfacher zu beackern sein sein, als sich zum Beispiel damit abmühen zu müssen, diverse, teils umstrittene (politische) Positionen der EKD oder theologische Absurditäten kunstvoll in möglichst unverfängliche, nicht angreifbare Wortwatte zu verpacken.

Über Sterben lässt sich viel einfacher und allgemeingültiger etwas sagen, ohne sich irgendwie positionieren zu müssen. Als wenn es zum Beispiel um – für manche – so problematische Stichpunkte wie “Seenotrettung”, “Deutungshoheit. Führung. Werte.”, “Rassismus” oder “10 Gebote” geht.  Alles Themen, die sich auch unter den Themenvorschlägen auf Frau Behnkes Facebookseite finden. Und die es aber nicht in die Sendung geschafft haben.

Nein nein. Sterben ist ein wundervolles Thema für eine Vertreterin eines Totenkultes (die diese Bezeichnung sicher weit von sich weisen dürfte). Da braucht man eigentlich nur das Thema “Kirchliche Einmischung in das menschliche Selbstbestimmungsrecht am Lebensende” wegzulassen und schon kann kaum noch was schief gehen.

Totentanz quer über den Allgemeinplatz

Und schon gehts los, mit einer weiteren flotten Walzerrunde (oder eher einem Totentanz?) über den weiträumigen Allgemeinplatz:

Wir versuchen so viel, setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um den Tod zu vergessen. Ihn rauszuzögern. Zu beherrschen. Suchen nach Impfstoffen, nach Medikamenten. Wälzen Statistiken. Leben schützen ist ein hohes Ziel. Gar keine Frage. Und doch werden wir ihn nicht los. Am Ende werden wir ihn nicht los, den Tod. Er ist uns in die DNA geschrieben.

Himmel und Hölle helfen weder beim Vergessen des Todes (im Gegenteil, der Tod ist ja erst die Voraussetzung für Jenseits-Phantasien), noch beim Herauszögern des Todes.

Während der Jahrhunderte, in denen die Kirche die Macht hatte, die Deutungshoheit für sich zu beanspruchen, lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei ca. 30-40 Jahren. Erst durch die weitgehende Entmachtung der Kirche im Zuge der Aufklärung entstand nach und nach ein wissenschaftlicher Raum, in dem Forscher ohne Angst vor klerikaler Repression arbeiten und sich dabei an der Wirklichkeit orientieren konnten, auch wenn dadurch ein christliches Dogma nach dem anderen als Irrtum entlarvt wurde.

In der Folge machte die Wissenschaft so rasante Fortschritte, dass sich die Lebenserwartung seit etwa Ende des 19. Jahrhunderts mehr als verdoppelt hat.

Zu verdanken haben wir das Menschen, die die zahlreichen Unzulänglichkeiten der göttlichen Schöpfung nicht einfach so als “gottgegeben” hinnehmen wollten. Und die sich mit funktionierenden wissenschaftlichen Methoden darum bemühten und bis heute bemühen, die gröbsten Schnitzer und gefährlichsten Fiesheiten dieses göttlichen Flickschusters, sofern es ihn gibt, nach und nach auszubügeln.

Den Tod mitten ins Leben bringen: Ureigenste christliche Aufgabe?

Der Tod gehört mitten ins Leben. Und es ist ureigenste christliche Aufgabe, ihm diesen Platz einzuräumen.

Wenn Christen behaupten, es sei ihre ureigenste Aufgabe, den Tod mitten ins Leben zu bringen, dann wird man als Glaubensfreier hellhörig.

Natürlich spielt Frau Behnken hier nicht auf die 10bändige Kriminalgeschichte des Christentums an. Ihr geht es um ein Bewusstsein für die Themen Sterben und Tod.

Aus christlicher Sicht spielt der Tod tatsächlich eine, wenn nicht die zentrale Rolle: Keine christliche Kirche, in der nicht ein mehr oder weniger abstrakt dargestellter Mensch, der gerade zu Tode gefoltert wird zur Schau gestellt wird. Oder zumindest das Todesfolterungsgerät. Nicht etwa die Auferstehung wird dargestellt. Sondern das Show-Sterben des Gottessohnes, der eigens dafür mal ein paar Stunden Leid ausgehalten haben soll.

Außer in der Versicherungs- und Bestattungsbranche fällt mir keine Institution ein, die so sehr darauf angewiesen ist, das Thema Tod immer wieder “mitten ins Leben” zu rücken wie der christliche Kirchenkonzern.

Den Tod überwinden?

Historisch betrachtet ist das leicht nachvollziehbar: Eine möglichst dauerpräsente Angst vor dem Tod, der größten Kränkung der Menschheit überhaupt, war der ideale Nährboden für das kirchliche Heilsversprechen: Glaube an unseren Gott, und er sorgt dafür, dass du den Tod überwindest!

Dieses absurde Feature war unverzichtbar, um überhaupt eine Jenseitsvorstellung konstruieren zu können, in der man jedes beliebige Versprechen und jede beliebige Androhung bequem vor der Wirklichkeit und Überprüfbarkeit in Sicherheit bringen konnte.

Aus ureigenster christlicher Sicht war es darum gegangen, die Anhänger immer wieder daran zu erinnern, dass ihr irdisches Dasein nur eine Prüfung sei für das , was sie nach ihrem Tod angeblich erwarten würde.

Und natürlich diente die allgegenwärtige Präsenz des Todes im Christentum auch dazu, das inszenierte, vorübergehende innerfamiliäre Todesfolterungs-Menschenopfer besonders wertvoll erscheinen zu lassen.

Noch vor wenigen Jahren hatte mir eine evangelische Verkünderin in einer Online-Diskussion erklärt, dass der Tod das Schlimmste sei, was es gäbe. Etwas, dass unbedingt überwunden werden müsse. Wie sie sich das konkret vorstellte und was ihre biblisch-christliche Mythologie dazu beitragen könne, konnte oder wollte sie mir damals leider nicht verraten. Wenn es jemals gelingen sollte, virtuelle Backups von menschlichen Persönlichkeiten herzustellen, dann wird dies ganz sicher in einem Labor stattfinden. Und nicht in einer Kirche.

Memento mori

Memento mori – so heißt es in der christlichen Tradition – bedenke, dass du sterben musst. Diese Corona-Zeit ist wie ein gigantisches, globales Memento mori, dem wir kaum ausweichen können. Bedenke, dass du sterben musst – wie kann das gehen?

Bedenken wird immer besonders dann ergiebig, wenn man sich den Luxus einer möglichst realitätskompatiblen Weltanschauung leistet. Auf Glauben in religiösem Sinn kann man dabei komplett verzichten.

Wer sich vor Augen führt, dass menschliche Persönlichkeiten mit dem Versagen der zugehörigen biologischen “Hardware” nach allem, was wir heute wissen ebenfalls aufhören zu existieren, für den verliert der eigene Tod schlagartig seinen Schrecken.

Diese, eigentlich triviale Erkenntnis ist freilich nicht neu:

  • “Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.”
    (Quelle: Epikur – Brief an Menoikeus, 125, Zit. n. wikiquote.org)

Was die Tatsache der eigenen Sterblichkeit angeht, ist damit alles gesagt.

Eine, wie ich finde, wesentlich angenehmere und beruhigendere Vorstellung als Jenseitsphantasien im Allgemeinen und das unmoralische und unmenschliche biblisch-christliche jenseitige Belohnungs-Bestrafungskonzept im Besonderen.

Stottern und Schweigen beim Gebet: Anzeichen von Skepsis und Vernunft?

Auch für Frau Behnken scheint das, was die von ihr vertriebene Religion zum Thema zu bieten hat keine oder kaum noch Bedeutung mehr zu haben. Statt ihrem gläubigen Publikum den Tod durch das Versprechen einer ewigen himmlischen Herrlichkeit zu versüßen und ihre glaubensfreie oder andersgläubige Zuschauer vor ebenso ewiger physischer und psychischer Dauerfolter durch Höllenqualen bei vollem Bewusstsein zu warnen, kommt sie ausgerechnet im Gebet ins Stottern:

Manchmal nur mit Heulen und Schreien und nicht wissen, ob man das aushalten wird. Und sonst: Indem eine zuhört. Und einer umarmt oder die Hand hält. Indem wir in Sommernächten in den Sternenhimmel schauen, indem wir beten, vielleicht, und stottern im Gebet oder schweigen. Indem wir über den Tod sprechen. Für viele, für mich ist das heilsam und tröstlich. Bedenke, dass du sterben musst – leicht ist das nicht. Überhaupt nicht. Aber es kann das Wissen wecken, wie ungeheuer kostbar jeder Augenblick ist. Jeder Atemzug. Jede Berührung.

Wie darf man dieses Stottern im Gebet oder sogar Schweigen deuten? Regen sich da vielleicht Verstand und Skepsis?

Klopfen da womöglich ganz leise die Vernunft und die eigene intellektuelle Redlichkeit an, wenn einem erwachsenen Menschen im 21. Jahrhundert irgendwann dann doch mal dämmert, dass Gebete nichts anderes als Selbstgespräche sind?

Religiöser Wunsch vs. irdische Wirklichkeit

Wenn man beginnt sich einzugestehen, dass mitmenschliche Unterstützung in schwierigen Situationen natürlich sehr wohl hilfreich sein kann, Götter hingegen noch niemals irgendwie außerhalb der menschlichen Phantasie und Einbildung mit irgendetwas nachweislich in Erscheinung getreten sind?

Und wenn man feststellt, dass die Unterhaltung mit einer imaginären Gestalt zumindest für einen Erwachsenen ein geradezu lächerlich naives (oder, wenn es wirklich ernst gemeint ist, durchaus auch wahnhaftes) Verhalten ist?

Eine hilfreiche Übung könnte auch ein laut dem eigenen Spiegelbild ins Gesicht gesprochenes Gebet sein. Ich fände es mal interessant zu erfahren, wie Gläubige das empfinden.

Klar: Auch zwischen Menschen können mal die Worte fehlen. Aber trotzdem können Menschen füreinander da sein, auch mal schweigend. Aber anders als Götter eben in echt, nicht nur als Wunschvorstellung oder Einbildung.

Gerade bei Gebeten, die zum Beispiel in einer lauen Sommernacht ganz ohne (die Kollektiv-Suggestion verstärkende) Mitbeter zusammengestottert werden, sehe ich gute Chancen, dass sich bei Betenden eine heilsame kognitive Dissonanz bemerkbar machen kann, wenn religiöse Wunschvorstellung auf irdische Wirklichkeit trifft.

Schätze fürs Diesseits?

  Bedenke, dass du sterben musst – leicht ist das nicht. Überhaupt nicht. Aber es kann das Wissen wecken, wie ungeheuer kostbar jeder Augenblick ist. Jeder Atemzug. Jede Berührung.

Aber Frau Behnken. Sie sollen doch keine irdischen Schätze sammeln! Bei Berührungen achten Sie bitte auf die Mahnung von Paulus, einander nicht aufzufressen. Und denken Sie daran: Laut biblisch-christlicher Lehre ist das irdische Diesseits ja sowieso nur die Vorauswahl für das, was danach kommen soll.

Frau Behnken, spielt das alles für den Glauben, den Sie verbreiten, denn heute gar keine Rolle mehr? Wo bleibt Ihre Vertröstung aufs Jenseits, die angeblich allen Gläubigen das Sterben so ungemein erleichtern soll?

Da ich mit Ihnen nich auf Facebook befreundet bin und Ihnen deshalb dort meine Themenvorschläge nicht mitteilen kann, tue ich das hier:

Erklären Sie doch bitte mal in Ihrem nächsten “Wort zum Sonntag” möglichst verständlich, in eigenen Worten und ohne Bibelstellen, wie Sie sich das mit dem Jenseits konkret vorstellen: Was geschieht Ihrer Meinung nach mit menschlichen Persönlichkeiten, nachdem der zugehörige Körper gestorben ist? Oder haben Sie das Jenseits, wie es in der biblisch-christlichen Mythologie dargestellt wird, schon längst aufgegeben?

Wenn noch Zeit bleibt, könnten Sie außerdem darauf eingehen, was genau die vorübergehende Todesfolterung von Jesus denn nun eigentlich konkret bewirkt haben soll. Oder auch, was konkret das Frohe an der Frohen Botschaft ist, die das Christentum vorgibt zu verkündigen. Und wie immer die spannendste Frage: Was unterscheidet Ihren Gott von einer rein menschlichen Fiktion/ Einbildung / Wunschvorstellung?

Gerade die biblisch-christlichen Aspekte scheinen Sie in Ihrer Verkündigung so weit wie möglich auszuklammern und widmen sich stattdessen den menschlichen Aspekten des Sterbens. Für Ihren Gott bleibt noch ein Stottern oder Schweigen.

Wozu brauchen Sie überhaupt noch Ihr Glaubenskonstrukt, wenn es gar nicht um den Tod an sich und die diesbezügliche religiöse Wirklichkeitserweiterung geht?  Sondern wenn zum Beispiel der Sterbeprozess oder, für die Hinterbliebenen, der Verlust eines Verstorbenen die Dinge sind, die Menschen tatsächlich (be-)treffen und über die man sich deshalb Gedanken machen sollte?

Sterben wies beliebt

Wie brauchen Lösungen für Angehörige und Seelsorger

Das heißt auch: Da sein, wenn Menschen sterben. Das ist zu wenig gelungen in den letzten Monaten. Dafür müssen wir Lösungen entwickeln, wie das verantwortungsvoll gehen kann, dass zugehört werden kann, Hände gehalten, werden. Dass Sterbende von Angehörigen und Seelsorgern begleitet werden.

Wo wir gerade bei Lösungen zum Thema Sterben sind: Was wir auch brauchen, und zwar dringend, ist eine Lösung des Problemes der kirchlichen Einmischung in das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen. Denn hier haben wir in Deutschland immernoch einen Zustand zu beklagen, der für einen Säkularstaat unerträglich ist.

Ebenfalls großen Nachholbedarf sehe ich beim Ausbau säkularer Sterbebegleitung. Wer nicht an das Konzept einer Seele glaubt, der hat auch kaum Bedarf an Seelsorge, aber vielleicht sehr wohl an psychologischer Unterstützung und Begleitung. Ganz ohne Seelen und Jenseitse.

Wenn es hier um die Corona-bedingten Einschränkungen der letzten Wochen und Monate geht: Die Frage, wie im Fall einer Pandemie am sinnvollsten zu verfahren ist, stellt sich für die Sterbebegleitung natürlich genauso wie in der Kirche, im Restaurant, im Bordell oder im Baumarkt.

Was immerhin hierzulande sehr wohl gelungen war in den letzten Monaten, ist die Vermeidung eines Kollapses des Gesundheitssystemes und sich daraus ergebende Folgen wie zum Beispiel Triage-Situationen.

Der Tod gehört mitten ins Leben?

Der Tod gehört mitten ins Leben. Das heißt: Ich nehme ihn mit in diesen Sommer, den Tod.

Frau Behnken, aber Sie stellen doch gerade nicht den Tod an sich in den Mittelpunkt, sondern den Menschen? Und dessen Bedürfnisse – sei es als Lebender, als Sterbender, als Begleitender oder als Hinterbliebener?

Gerade ein solcher Fokus aufs Diesseits und auf Zwischenmenschliche zeigt doch, wie überflüssig jegliche Götter- und Jenseitsphantasien dafür heute sind.

Ihre heutige Verkündigung macht auf mich (um im Bild zu bleiben) den Eindruck, als ob Sie versuchen, den endgültigen Tod Ihres in den letzten Zügen liegenden Glaubenskonstruktes noch irgendwie ein bisschen hinauszuzögern.

Trotz milliardenschwerer staatlicher Palliativversorgung des christlichen Kirchenkonzerns bleiben von Ihrer Religion mit ihrer umfangreichen Todes- und Jenseitsmythologie bei Ihnen aber nur noch ein gestottertes Gebet und Schweigen übrig beim Versuch, Ihren Gott ins Spiel zu bringen? Lassen Sie ihn doch einfach in Ruhe sterben!

Über meine Zeit hinaus?

Wenn ich in den nächtlichen Sommerhimmel schaue, fühle ich beides: Wie winzig und zufällig und entbehrlich ich bin. Und wie geborgen und aufgehoben ich mich fühle in der großen Schönheit des Kosmos und des Universums. Auch über meine Zeit hinaus.

Frau Behnken, wie stellen Sie sich das konkret vor mit dem “auch über meine Zeit hinaus”? Meinen Sie damit den Umstand, dass Ihre Energie und die Atome, aus denen Sie zum Zeitpunkt Ihres Todes gerade zusammengesetzt sein werden erhalten bleiben?

Oder darfs schon noch ein bisschen mehr sein, so mit Seele und Himmel und so? Denken Sie daran: Ohne ein Jenseits wirds schwierig mit dem Heilsversprechen Ihrer Glaubenslehre!

Ich frage das, weil es mich interessiert, wie erwachsene, ansonsten sicher vernünftig denkende Menschen offenkundig falsche Vorstellungen über die Beschaffenheit des Universums heute noch für wahr und wichtig halten können.

Und um besser verstehen zu können, welche religiösen Vorstellungen Ihren Verkündigungungen zugrunde liegen, fände ich ein kleines “Definitionsstündchen” mal sehr aufschlussreich. In welchen Punkten unterscheidet sich Ihre Weltanschauung von einem naturalistisch-humanistischem Standpunkt?

FacebooktwitterredditpinterestlinkedintumblrmailFacebooktwitterredditpinterestlinkedintumblrmail

4 Gedanken zu „Unbeschwert und leicht? – Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Thema Sterben“

  1. Das war sie also, die volkommene Bankrotterklärung, eines sterbenden Phantasiekonstruktes.

    Frau Behnken, sollten Sie dies jemals lesen, dann wünsche ich Ihnen viel Mut und Kraft, auf ihrem Weg zurück in die Wirklichkeit.
    Und bitte haben Sie auch den Anstand, sich bei denen öffentlich zu entschuldigen, denen Sie bei fürstlicher Bezahlung jahrelang einen Bären aufgebunden haben!

    Sie werden sehen, mit der Zeit gehts besser…
    …Willkommen im LEBEN!!!

    Antworten
  2. Mir ist es auch völlig unbegreiflich, wie zivilisierte, objektivdenkende Menschen, so etwas realitisch für wahr halten können.
    Sicherlich haben wir alle unsere Sehnsüchte und Träume (von einer besseren und gerechteren Welt, das wir anerkannt und geliebt werden und ein sorgenfreies Leben führen, etc.)
    Der allwissende und allgütige Gott hat schon hier bei der Erschaffung der diesseitigen Welt völlig versagt. Und dann soll im Jenseits alles perfekt sein?
    Ich kann mich nur an den Überlegeungen und Fragen hier anschließen:
    Was erwartet mich denn nun im Jenseits konkret und wo ist das? Was hat der “Opfertot” von Jesus denn jetzt genau bewirkt? (was bei genaueren Hinsehen, -wenn es sich tatsächlich so zugetragen hat- eine Mogelpackung ist!) Und was war denn vor Jesus?

    Antworten
  3. Pures Geschwafel. Frau Annette Behnken könnte selbst in einer hochnotpeinlichen Befragung den Sinn ihrer Spruchblasen nicht erklären. Immerhin rundet sich jetzt mein Bild von einem Theologiestudium ab. Der Zirkus Krone verkauft zur Zeit Löwenkacke, das Gläschen zu € 5,00. Wie komme ich jetzt von Theologie auf Löwenkacke im Glas?

    Antworten
    • Ist doch klar, Löwenkacke ist wenigstens gehaltvoll, reich an Nährstoffen. daraus kann sogar neues Leben entstehen!

      Aus Worthülsen, sind noch nie Früchte entstanden, zumindest keine Hülsenfrüchte…

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

zwei × drei =