Fundstück: Christliche Nächstenliebe, objektiv betrachtet

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Einige Überlegungen von Volker Dittmar zum Thema Nächstenliebe als christlicher Wert:

Werte sind, was uns wertvoll ist. Nächstenliebe steht in dem Doppelgebot der Liebe, von dem gerne nur die Hälfte zitiert wird:

  • Du sollst Gott von ganzem Herzen lieben und Deinen Nächsten wie Dich selbst.

Gebote sind Mittel, um Ziele zu erreichen, die von den Werten vorgegeben werden. Man kann aus dem Doppelgebot der Liebe einige christliche Werte herausdestillieren, indem man sich ansieht, welche Ziele damit verfolgt werden. Man kann also fragen, was für Werte dort vertreten werden?

Die Frage nach den Werten wird damit nicht direkt beantwortet, nur indirekt: Gott ist der höchste aller Werte, deswegen muss man ihn bedingungslos lieben, gleich, was er auch mit einem anstellt. Die Nächstenliebe ist an eine Bedingung geknüpft, nämlich die, dass sie nicht höher ausfallen soll als die Selbstliebe. Bei Menschen wird also nicht verlangt, dass man sie mehr liebe als sich selbst – bei Gott schon. Gott steht über den Menschen.

Deswegen gehört zu den christlichen Werten Gehorsam und Unterwerfung unter den Willen Gottes. Da man von Gott nichts wissen kann stellvertretend gegenüber den Klerikern. Gebete gehören auch zu den christlichen Werten, sofern es sich um Lob- und Dankgebete handelt (Bittgebete stehen auf einem anderen Blatt). Ebenso folgt daraus eine Weltabgewandtheit, denn nicht das Diesseits ist Sitz der wichtigen Werte, sondern das Jenseits. Letzteres hat einen höheren Stellenwert.

Man könnte diese Werte direkt nennen, tut es aber nicht, weil man damit verraten würde, dass keiner dieser Werte die Grundlage unserer Gesellschaft bilden kann.

Es gibt nur drei Verteidigungen der Religion:

  1. Religion ist wahr.
  2. Religion ist nützlich.
  3. Unglauben ist für uns schädlich.

Werte sind nicht wahr oder falsch, daher entfällt Punkt 1. Man muss also betonen, dass die Werte für uns irgendwie nützlich sind – und zwar nicht nur für die Gläubigen. Bzw. dass eine Ablehnung dieser Werte destruktiv ist. Man muss dies im Vagen lassen, weil sonst deutlich wird, dass diese Verteidigung der Religion als Grundlage unserer Gesellschaft vollkommen daneben geht.

(Quelle: Volker Dittmar via Facebook)

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