„Gender(-irr?)sinn“ – Das Wort zum Wort zum Sonntag

Lesezeit: ~ 8 Min.

„Gender(-irr?)sinn“ – Das Wort zum Wort zum Sonntag, verkündigt von Pastor Christian Rommert, veröffentlicht am 7.8.21 von ARD/daserste.de

Darum geht es

Wie kaum anders zu erwarten liefert Pastor Rommert ein biblisches Argument für seinen Entschluss, seine Verkündigungen ab sofort mit hörbaren Gendersternchen auszustatten.

Ob eine genderneutrale Sprache nun tatsächlich zu weniger Ausgrenzung führt oder nicht, ist fraglich.

Zur Kritik an gendergerechten Sprache ist vorab anzumerken, dass dieses Thema, ähnlich wie auch die Islamkritik fatalerweise auch von der politisch Rechten für ihre Zwecke instrumentalisiert wurde und wird. Das erschwert einen sachlichen, differenzierten Diskurs.

…um nichts zu erreichen

In diesem lesenswerten Beitrag, der gerade auf der Webseite der Richard Dawkins Foundation veröffentlicht wurde, bringt Volker Dittmar etliche Argumente, die gegen die gerade heiß diskutierten sprachlichen Veränderungen sprechen.

Volkers These:

  • […] das Gendern der Sprache beruht auf einer Reihe von Irrtümern, falschen Annahmen und führt dazu, die Grammatik der Sprache zu zerstören, um nichts zu erreichen. Hehre Ziele, so schlecht angestrebt, dass man außer Ärger nichts erreichen wird.
    (Quelle Volker Dittmar via de.richarddawkins.net: Was hältst Du vom Genderstern? – Eine kleine Stern-Stunde)

Gendern, weil G*tt auch alle liebt

Unabhängig von der Gendersprache-Thematik an sich interessiert uns natürlich, wie Pastor Rommert seine sprachliche Veränderung begründet:

Warum mache ich es trotzdem, liebe Zuschauer*innen? Nun, ich will mit meiner Sprache Menschen nicht ausgrenzen. Ich will Menschen nicht verletzen. Die Botschaft Jesu, die bezieht Menschen ein in diese große Vision von seinem neuen Reich. Gottes Liebe grenzt nicht aus. Sie ist inklusiv.
(Quelle der so als Zitat gekennzeichneten Abschnitte: „Gender(-irr?)sinn“ – Wort zum Sonntag, verkündigt von Pastor Christian Rommert, veröffentlicht am 7.8.21 von ARD/daserste.de)

Natürlich ist es Herrn Rommert grundsätzlich zugute zu halten, dass er Menschen mit seiner Sprache nicht ausgrenzen oder verletzen möchte. Die Frage ist, ob eine Verwechslung von natürlichem und grammatikalischem Geschlecht hier tatsächlich das beste Mittel der Wahl ist.

Reichsphantasien: Gottes Liebe grenzt nicht aus?

Trotzdem, oder eigentlich gerade erst recht stellt sich außerdem die Frage, wie er auf die verwegene Idee kommt, die Liebe des biblischen Gottes, und um den geht es hier ja, grenze nicht aus, sondern sei gar inklusiv.

Das, was in der Bibel als Gottes Liebe beschrieben wird, ist ausdrücklich und unmissverständlich exklusiv. Also das genaue Gegenteil von inklusiv.

Und auch die dem biblischen Jesus zugeschriebene Botschaft entpuppt sich bei Licht betrachtet keineswegs als so universell und bedingungslos wie Herr Rommert es hier darstellt.

Natürlich beziehen Visionen von neuen Reichen Menschen mit ein. Wer möchte schon ein menschenleeres Reich regieren?

  • Der Begriff Reich Gottes, auch Königsherrschaft Gottes oder Gottesherrschaft, hebräisch מלכות malkût, altgriechisch βασιλεία τοῦ θεοῦ basileía toũ theoũ bezeichnet in der Bibel das dynamische Wirken JHWHs, des Gottes der Israeliten, in der Welt und den räumlichen Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.
    (Quelle: Wikipedia: Reich Gottes)

Ein Herrschaftsbereich, in dem sich der Wille ausgerechnet dieses Gottes durchsetzt, kann wohl kaum als nicht ausgrenzend bezeichnet werden.

Im Gegenteil: Menschen, die von ihrer Gedanken- und damit auch Glaubensfreiheit Gebrauch machen und an keine oder andere Götter glauben, werden nicht nur ausgegrenzt. Denen droht der Inklusionsgott mit ewiger Höllenfolter. Denn der Glaube an diesen einen Gott ist ja gerade das, was „Reich Gottes“ ausmacht.

Fragwürdiges Fundament

Konfrontiert man Mainstream-Verkündiger wie Herrn Rommert mit der Tatsache, dass die biblische Gesamtaussage ein unmenschliches und unmoralisches Belohnungs-Bestrafungskonzept beschreibt, in dem ein gnadenloser Himmelsdiktator seine Entscheidung über ewige Belohnung in Form von Gottesnähe oder genauso ewige Bestrafung durch physische und psychische Dauerfolter mit Höllenqualen bei vollem Bewusstsein davon abhängig macht, ob jemand zeitlebens bereit war, sich ihm exklusiv zu unterwerfen, dann reagieren sie gerne mit dem Vorwurf, dass das ja eine fundamentalistische Interpretation der Bibel sei.

Tatsächlich handelt es sich hierbei nun mal um das biblische Fundament des christlichen Glaubens. Wenn einem die Fundamentalisten der eigenen Ideologie unheimlich werden, dann sollte man mal überlegen, ob vielleicht mit dem Fundament etwas nicht stimmt.

Im Fall eines Glaubenskonstruktes, dessen Fundament dogmatisch in Form einer „Heiligen Schrift“ auf dem Wissens- und soziokulturellen Entwicklungsstand seiner Entstehungszeit festzementiert ist,  muss man sich irgendwelche Strategien ausdenken, wie man mit diesem problematischen Erbe umgeht.

Schließlich kann man ja nicht einfach die Inhalte, die einem nicht (mehr) ins persönliche Welt- und Wertebild passen aus der Bibel streichen.

Natürlich kann man sie in seiner persönlichen Interpretation weglassen, wie das ja auch Herr Rommert in seinen Verkündigungen zu tun pflegt. Aber das ändert nichts daran, dass sich Gläubige mit anderen Vorstellungen nach wie vor darauf berufen können, dass die Aussagen, die Herr Rommert konsequent verschweigt genauso Teil des von Gott persönlich geoffenbarten (oder zumindest inspirierten, was weniger absurd klingt) Wortes sind.

Gott = Jesus?

In seiner heutigen Verkündigung präsentiert Pastor Rommert eine beliebte Strategie: Er wechselt bei Bedarf wie selbstverständlich zwischen „Gott“ und „Jesus“ hin und her.

Der Umstand, dass Christen behaupten, Jesus sei genauso Gott wie auch Mensch ändert nichts daran, dass zwischen dem, was die Bibelschreiber ihrem biblischen Gottessohn posthum in den Mund gelegt hatten und dem, was die Bibel über die Eigenschaften, Forderungen, An- und Absichten ihres Gottes berichtet deutliche Unterschiede festzustellen sind.

Ein Grund für mich für das hörbare Gendersternchen. Natürlich hat Jesus damals nicht das Gendersternchen gesprochen. Aber: Ihm ging es doch immer darum, die Ausgegrenzten einzuladen. Die hat er eingeladen mitzumachen in dem neuen Reich der Liebe Gottes.

Dass Jesus, sollte er denn gelebt haben, seine Anhänger hauptsächlich aus den sozialen Randgruppen aquiriert hatte, kann auch einfach damit zusammenhängen, dass sonst kaum jemand für seine Endzeitpredigten empfänglich gewesen sein dürfte:

In der Mitte der Gesellschaft oder gar in der Oberschicht hatten wohl weder Juden, noch Anhänger griechischer oder römischer Götter eine Notwendigkeit oder zumindest ein Interesse daran, den Glaubensanbieter zu wechseln.

Anders die „Ausgegrenzten“, die, die sowieso nichts zu verlieren hatten. Für die dürfte die Aussicht, unabhängig von ihrem sozialen Status Mitglied dieser neuen Endzeitsekte werden zu dürfen schon verlockend gewesen sein.

Die Goldene Regel: Auch in der Bibel

Und die Etablierten, die hat er ermahnt: „So wie ihr von den Menschen behandelt werden möchtet, so behandelt auch sie!“, sagt er.

Der hier herausgepickten „Goldenen Regel“, die keineswegs auf Jesu Mist gewachsen ist und die ihm sehr wahrscheinlich auch erst später in den Mund gelegt worden war, stehen unzählige andere Bibelstellen gegenüber, aus denen sich ein anderes Gesamtbild  ergibt.

Zur Einordnung hier ein Abschnitt aus dem lesenswerten Buch „Jesus ohne Kitsch“ von Heinz-Werner Kubitza:

  • Defizite der Lehre Jesu
    Löst sich also, wenn man schärfer hinschaut, nicht nur der Wundertäter, sondern auch die Rede vom großen Humanisten und Menschenfreund Jesus in bloßes Wunschdenken auf? Erweist es sich als religiöser Kitsch? Zweifellos stehen die dürren ethischen Aussagen Jesu in einem eigentlich unüberbrückbaren Gegensatz zu dem, was ihm an Richtlinienkompetenz von allen Seiten zugetraut wird. Eine Botschaft für die ganze Welt und für alle Zeiten wird ihm unterstellt. Doch sichtbar wird lediglich ein antiker Mensch, der es eigentlich nicht geschafft hat, sich aus der religiösen Enge seinerUmgebung zu lösen und einen Standpunkt „über den Dingen“ einzunehmen. Das schaffen nur wenige, und es ist keine Schande, wenn man daran scheitert. Doch man muss die geistigen Grenzen Jesu eben auch sehen und nicht so tun, als habe sich in ihm der Weltgeist offenbart.
    Das Denken Jesu war keineswegs fortschrittlich, sondern im Gegenteil höchst provinziell und konservativ. Einerseits ist er als gläubiger Jude ganz in den Grenzen seiner Religion geblieben. Er hatte keine Botschaft für ,die Welt“, sondern sah sich nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Er hat sich nicht lösen können von der Unterscheidung der Welt in Gläubige und Ungläubige. Mit den Heiden, den Nichtjuden, wollte er nichts zu tun haben. Ihre Gebiete hat er gemieden, ihnen galt weder seine Predigt noch sein Interesse. Heute würde man eine solche Haltung wohl als ausländerfeindlich bezeichnen müssen. Er war kein Verfechter von religiöser Toleranz wie von Toleranz überhaupt. Wenn er das Wort gekannt hätte, hätte er seinen Inhalt sicherlich abgelehnt. Für ihn konnte es nur einen Gott geben.
    Die Grenzen seiner Religion hat Jesus nur in Richtung auf das Illusionäre und Extreme überschritten, im (Aber-)Glauben, dass das Reich Gottes unmittelbar bevorstünde. Auch seine Ethik ist hiervon bestimmt. Seine ethischen Anweisungen sind stets religiös rückgebunden und schwanken zwischen Verschärfung und Liberalisierung. Sie sind unsystematisch, widersprüchlich und lückenhaft. Jesus hatte eine gewisse Neigung zu Übertreibung und Vereinfachung. Nicht selten schwingt in den Gedanken des erwachsenen Mannes etwas pubertär Unreifes mit.
    Die grundsätzlichen Inhalte seiner Religion (Sabbat, Beschneidung, Tempelopfer, Geltung des Gesetzes) hat er nicht infrage gestellt. Lediglich bei Fragen zum Sabbat und zur Frage nach Reinheit und Unreinheit gewinnt seine Ethik ein eigenes Profil, ohne dass man dies als grundsätzlich neu oder revolutionär bezeichnen müsste. Sein Menschen- und Weltbild war unterkomplex, war von Schwarz-Weiß-Denken und der Unterteilung der Welt in Gerettete und Verworfene bestimmt. Seine Gerichtsvorstellung sah für die Verworfenen grausame Höllenstrafen vor.
    Die Zielperspektive seiner Ethik war in erster Linie Gott und erst in zweiter Linie der Mensch. Nicht zweckfreier Altruismus prägt seine Anweisungen, es geht bei guten Taten nicht um die Beschenkten, sondern um den Lohn, den die Täter bei Gott damit gewinnen können. Paulus hat die Bedeutung der Werke gänzlich anders gesehen als sein Herr.
    Moderne Werte fehlen bei Jesus, es wäre aber auch naiv, sie von ihm zu erwarten. Jesus weiß noch nichts von einer grundsätzlichen Freiheit des Einzelnen, von der prinzipiellen Gleichheit aller Menschen, von Gedanken- und Gewissensfreiheit, von Meinungsfreiheit und einer Gleichberechtigung der Frau. Es gibt von ihm kein Wort gegen Sklaverei, obwohl die Essener zu gleicher Zeit hier schon deutlicher waren. Versuche, ihn zu einem Vorläufer oder Visionär freiheitlicherBestrebungen in Religion und Gesellschaftzu machen, lassen sich vom Textbestand her kaum rechtfertigen und sind offensichtlich Ausdruck modernen Wunschdenkens. Es ist erstaunlich, dass
    trotz all dieser Fehlanzeigen sich immernoch hartnäckig die Meinung hält, die Ethik Jesu wäre in irgendeiner Weise revolutionär, innovativ und richtungsweisend gewesen.
    (Quelle: Heinz-Werner Kubitza: Jesus ohne Kitsch – Irrtümer und Widersprüche eines Gottessohns, Seit 156-157)

Wer die biblischen Überlieferungen als wertvolle Moralquelle verkaufen möchte, kommt also nicht umhin, den allergrößten Teil davon umzuinterpretieren. Oder gleich ganz wegzulassen.

Und das, was dann noch übrig bleibt, lässt sich mit humanistischen Werten überzeugender und schlüssiger argumentieren als etwa mit einem gottgegebenen „Naturrecht“ oder anderen Ideen aus einer widersprüchlichen archaischen Gottesmythologie.

„Liebe Zuschauer“ beinhaltet schon alle Geschlechter

Also: „Liebe Zuschauer?“, als wenn Deutschland nur aus Männern besteht! Geht nicht! Grenzt aus! Richtiger wäre „Liebe Zuschauerinnen“, weil die Mehrzahl der Menschen, die um diese Uhrzeit zuschauen, Frauen sind. Aber letzten Endes auch nicht korrekt, weil auch Männer darunter sind und Menschen, die sich diesen beiden Lesarten nicht zuordnen lassen. Also: „Liebe Zuschauer*innen“. Es gibt Männer, es gibt Frauen und es gibt Menschen, die sind divers.

Kritiker von gegenderter Sprache weisen darauf hin, dass hier das natürliche Geschlecht (Sexus) mit dem grammatikalischen Geschlecht (Genus) verwechselt bzw. durcheinandergebracht wird.

Eine ausführliche Erklärung ist in diesem FAZ-Leserbrief zu finden.

Gender-Sprache, um irgendwie gerecht zu sein

Mir geht es nur darum, mir Mühe zu geben, irgendwie gerecht zu sein. Und mir ist es lieber, es hört sich etwas doof an, als dass ich jemanden ausgrenze.

Wie oben schon angedeutet: Gegen das Vorhaben, Menschen nicht ausgrenzen zu wollen, ist natürlich nichts einzuwenden.

Die Frage ist, ob das Verwenden von Formulierungen, die sich etwas doof anhören dafür eine sinnvolle und zielführende Maßnahme ist. Eine, die auch tatsächlich weniger Ausgrenzung zur Folge hat. Oder erweckt man damit vielleicht nur den Anschein, irgendwie gerecht zu sein?

Ausgerechnet Jesus…

Ich will lernen, durch meine Sprache das Signal zu senden: Ich sehe Dich, ich nehme Dich wahr, ich will, dass Du dabei sein kannst! Für mich ist das mit dem gesprochenen Gendersternchen eine ganz praktische Umsetzung dieses großartigen Ansatzes Jesu.

Dieser großartige Ansatz stammt nicht vom biblischen Jesus:

  • Als Goldene Regel (lateinisch regula aurea; englisch golden rule) bezeichnet man einen alten und verbreiteten Grundsatz der praktischen Ethik, der auf der Reziprozität menschlichen Handelns beruht […]
  • Ähnliche, negativ oder positiv formulierte Merksprüche oder Lehrsätze sind seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. in religiösen und philosophischen Texten aus China, Indien, Persien, Altägypten und Griechenland überliefert. Diese Texte entstanden teilweise zeitlich parallel und werden nicht auf eine gemeinsame Quelle zurückgeführt.
    (Quelle: Wikipedia: Goldene Regel)

Wie diesem Wikipedia-Artikel zu entnehmen ist, haben auch viele andere Religionen die „Goldene Regel“ ebenfalls in ihre Glaubenskonstrukte implementiert.

Ausgerechnet der biblische Jesus erscheint als Protagonist für nicht ausgrenzendes Verhalten denkbar ungeeignet. Zumindest, wenn man die biblische Gesamtaussage betrachtet, statt einzelne (Halb-)sätze daraus herauszupicken.

Der Beitrag des Christentums zum Thema beschränkt sich hauptsächlich darauf, die „Goldene Regel“ in einen christlichen Kontext zu bringen. Genauer: Sie damit zu begründen, dass es sich dabei um eine Anweisung ihres Gottes handeln würde.

Ungleich vielschichtiger und umfangreicher gestaltet sich die Philosophie der Aufklärung bis in die Gegenwart, wenn man sich die diesbezüglichen Überlegungen der großen Denker wie Hobbes, Locke, Leibnitz, Voltaire, Rousseau, Kant, Schopenhauer, Nietzsche oder Popper betrachtet.

Fazit

Ob Sprechpausen tatsächlich weniger Ausgrenzung bewirken können wird sich erst rückblickend beurteilen lassen. Auch Sprachen entwickeln sich evolutionär weiter. Und nur, weil etwas schon immer so war, wie es heute ist, heißt nicht, dass es auch auf immer so bleiben muss.

Leider gibt es nach wie vor noch viele andere Bereiche, in denen sich Geschlechter-Ungerechtigkeit viel gravierender negativ auswirkt als in der Sprache. Und die sich sicher nicht durch gesprochene Sternchen beheben lassen.

Mehr zum Thema Gender

  • AWQ.DE: Das „Gerechtigkeitssternchen“ – Das Wort zum Wort zum Sonntag zum Gendersternchen
  • AWQ.DE: Gastkommentar zu: Das Bestreben nach Korrektheit Männlich/weiblich/divers: Gott* und Jesus* jetzt mit Genderstern?
  • MGEN-Podcast 80: Der Todes*: Warum haben viele Religiöse Angst vor Gender-Studies? — Gespräch mit Regina Frey
  • MGEN-Podcast 87: Gender-Alarm beim Synodalen Weg – Wenn der Todes* zwischen Theologen landet
  • Ketzerpodcast 62.4: Ulrich Kutschera im Gender-Wahn

Liebe Leser aller Geschlechter,

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2 Gedanken zu „„Gender(-irr?)sinn“ – Das Wort zum Wort zum Sonntag“

  1. Das Gendern bringt Diskussion in die Gesellschaft, was per se und für die Thematik gut ist.
    Beim Sprechen wäre es ein Leichtes, die feminine und maskuline Form ganz auszusprechen (Zuschauer und Zuschauerinnen) ohne vor dem Einschnitt des Wortes (Lehrer Innen) eine Sprechpause zu machen und den Bauch einziehen zu müssen.
    Gedruckt sieht es allerdings anders aus; der Papierverbrauch würde steigen (auch das WzS würde länger )-: und eine leichte Lesbarkeit besonders bei Büchern sich verringern. Manche Begriffe brauchen für das allgemeine Verständnis nicht unbedingt beide Formen wie diese Beispiele zeigen:
    Lehrerteam- Lehrerausbildung- Lehrergewerkschaft- Lehrerkonferenz- Lehrerkollegium- Lehrermangel- Lehrerrechte- Lehrerzimmer- Lehrerverband- Lehrerbildungsanstalt- Lehrergehalt- Lehrerchor oder bei Arzt: Arztbesuch- Arztgespräch- Arzthelferin- Arztpraxis- Arzttermin

    Ist Herrn Rommerts Gott männlich oder hat sie auch eine weibliche Komponente? Fühlt sich seine ganze Gemeinde angesprochen bei: Liebe Christ*innen und liebe Christkinder?

    Es ist wohl für Kirchenpersonal heute eine Notwendigkeit, wenn es in seinen Kirchenraum blickt, das Gros seiner Gläubigen- die Frauen- nicht auszuschließen.
    Auf seine*n Gott*in, ja nicht einmal so recht auf den Junior, kann sich Herr Rommert dabei allerdings nicht berufen. Aus der Bibel ergibt sich ein anderes Geschlechterverhältnis. Dort wird den Menschen weisgemacht, dass die Frau sogar Schuld an einer Erbsünde trage, der Mann das Haupt der Frau sei, sie sich in allen Dingen unterzuordnen habe und still sei. Auch Luther entpuppte sich als Frauenfeind.

    Es bleibt spannend, wie sich das Sprachempfinden entwickelt. Die Medien (vor allem die Printmedien) werden letztlich entscheiden, was einigermaßen verbindlich am Ende im Duden oder Wahrig stehen wird. Solange kann sich jeder und jede mit unterschiedlichen Versionen einbringen und sie im Alltag auf die Brauchbarkeit und Wirkung testen.

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