Gedanken zu: Impulse von Stefan Buß: Die dünne Silberschicht

Lesezeit: ~ 2 Min.

Gedanken zu: Impulse von Stefan Buß: Die dünne Silberschicht, veröffentlicht am 19.10.22 von osthessennews.de

Darum geht es

Pfarrer Buß kritisiert, dass Menschen mehr auf ihren Besitz vertrauen als auf seinen Gott. Ein Impuls, der gleich mehrere Fragen aufwirft.

Pfarrer Buß erzählt heute eine Geschichte, in der ein weißer (sic!) Rabbi den Wohlstand eines reichen Mannes kritisiert, indem er ihn darauf hinweist, dass es nur eine dünne Silberschicht (als Metapher für Reichtum) sei, die bei einem Spiegel dafür sorgt, dass man nur sich selbst (=Egoismus) darin sieht. Und nicht, wie bei Fensterglas, die Menschen auf der anderen Seite (=Altruismus).

Die fragwürdige Moral von der Geschicht: Reichtum macht egoistisch.

Beati pauperes spiritu, Level 10.000

Diese Vorlage nutzt Pfarrer Buß, um seine eigenen Gedanken dazu zu entfalten, für die das Attribut „krude“ wohl als Euphemismus anzusehen ist (Hervorhebungen von mir):

[…] Nicht der Besitzer irdischer Güter ist ja im Grunde das Übel, sondern die falsche Sicherheit die Menschen darin suchen. Nicht nur deren Besitz, auch vieles andere kann zur Silberfolie werden, in der man nur noch sich selbst spiegelt. Jesus, der in den Evangelien und in der Heiligen Schrift uns begegnet, er spricht uns Menschen Heil und Leben zu. Darin liegt oft auch die Zumutung des Evangeliums. Nicht in unmenschlicher asketischer Kraftmeierei, sondern im bedingungslosen Vertrauen auf die Liebe Gottes. Das Vertrauen auf diese Menschenfreundlichkeit Gottes, dieser Glaube allein, hat auch damals den Aposteln die Freiheit geschenkt zu besitzen, als besäßen sie nichts, zu verlassen als verließen sie nichts.

Wie schwach muss das Vertrauen des Menschen auf diese Fürsorge der Liebe Gottes sein, wenn wir immer wieder als Menschen ängstlich besorgt an unseren Armseligkeiten hängen.

Wenn wir nicht loslassen, nicht hergeben können. Der Mensch muss wieder mehr von dieser Glaubenserfahrung leben, dass Gott den Menschen hält, aushält, ja gar trägt. Der Mensch kann loslassen, alles, was er besitzt und in der Freude darüber wird es ihm nicht schwerfallen aus dieser Fülle, aus diesem Reichtum andere weiter zu schenken.

(Quelle des Zitats: Impulse von Stefan Buß: Die dünne Silberschicht, veröffentlicht am 19.10.22 von osthessennews.de)

Zumutung ist ein gutes Stichwort: Eine ausführliche Analyse dieser Bußschen Ansichten und Äußerungen erspare ich der geschätzten Leserschaft und mir an dieser Stelle.

Wer über einen halbwegs funktionierenden ethischen Kompass und über eine halbwegs realitätskompatible Weltanschauung verfügt, wird sich sicher problemlos selbst erschließen können, welche der Aussagen schlicht gelogen und welche, wenn überhaupt, nur mit kompletter religiöser Umnachtung zu erklären sind.

Bei einer solchen Anhäufung von klerikaler Heuchelei, Überheblichkeit und Ignoranz, die einen offenbar inzwischen noch weiter fortgeschrittenen Realitätsverlust befürchten lässt, stelle ich mir

Vier Fragen:

  1. Ist es Herrn Buß noch wenigstens ansatzweise bewusst, dass das, was er da in die Kamera spricht fernab jeder Realität ist?
  2. Falls ja, erzählt er solchen Unsinn vorsätzlich (=Betrug), oder ist es ihm einfach egal (=Bullshit)?
  3. Wie kann es sein, dass Eltern ihre Kinder einem Menschen aussetzen, der mit seinen Veröffentlichungen belegt, dass ihm der Bezug zur irdischen Wirklichkeit abhanden gekommen ist und der offensichtlich mit einer Weltanschauung unterwegs ist, die höchstens noch eine hauchdünne Schicht von dem trennt, was die Medizin als Wahn bezeichnet?
  4. Und wie kann es sein, dass ein Multimilliardenkonzern, der seine Angestellten mit der Verkündigung solch absurder Hirngespinste beauftragt, bis zum heutigen Tag und wohl auch noch bis auf Weiteres in einem beispiellosen Umfang staatlich, also von der Allgemeinheit (und nicht etwa nur von seinen Schäfchen) jährlich in vielfacher Millionenhöhe subventioniert und sonderprivilegiert wird? Damit ich mich dann von einem Stadtpfarrer, dem neben seinem Realitätssinn wohl auch jegliches Selbstvertrauen abhanden gekommen zu sein scheint dafür kritisieren lassen muss, dass ich mehr auf mich und meine „Armseligkeiten“ vertraue als auf seinen erfundenen und eingebildeten magischen Himmelszauberer, den er seinem Publikum vorgaukelt?
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2 Gedanken zu „Gedanken zu: Impulse von Stefan Buß: Die dünne Silberschicht“

  1. Des einen Armut ist der Reichtum des anderen…
    Wofür brauchts denn all diese goldenen Kathedralen, Badewannen, Thröne, Immobilien, etc.?!

    Weil selbstverständlich nur die Kirche und der Klerus viiieeel besser mit „eurer popeligen Armut“ umgehen kann, also spendet reichlich!!!

    KOPF AUF TISCHPLATTE SCHLAG…AAAAAAAHHHHHH!!!

    Antworten
  2. Ein äußerst gut bezahlter Angestellter eines multimilliarden schweren Konzerns (das meiste davon erpresst und geraubt) faselt von Armut und Reichtum. 🤣 Mit der Verarsche sind die seit 2000 Jahren unterwegs.
    Zum Teufel mit der Religion!

    Antworten

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