Gedanken zum „Impuls„: Das Sakrament der Versöhnung – die Chance eines Neuanfangs, verkündigt von Stadtpfarrer Stefan Buß aus Fulda, veröffentlicht am 17.1.26 von osthessen-news.de
Darum geht es
Stadtpfarrer Buß verpackt die systematische Schuldindoktrination von Kindern in manipulative Wohlfühlrhetorik, die psychologische Abhängigkeit erzeugt und individuelle Selbstverantwortung durch religiöse Kontrollmechanismen ersetzt.Das Spiel mit der Schuld
Buß beginnt mit einer scheinbar harmlosen Analogie: Ein kaputtes Spiel, das man neu starten kann. Doch dieser Vergleich verschleiert die eigentliche Dynamik. Bei einem Spiel entscheiden die Beteiligten selbst, ob sie neu anfangen. Bei der Beichte wird Kindern eine existenzielle Wahrheit präsentiert: Ihr seid fehlerhaft, und nur durch die Kirche (natürlich nicht irgendeine, sondern die, die Herr Buß vertritt) könnt ihr davon befreit werden.
Die zentrale Manipulation liegt in der Gleichsetzung alltäglicher kindlicher Verhaltensweisen – „manchmal sagen wir etwas Gemeines“ – mit einem Zustand, der göttlicher Vergebung bedarf. Kinder lernen hier nicht, Konflikte eigenverantwortlich zu lösen oder sich direkt bei den Betroffenen zu entschuldigen. Sie lernen, dass ihre moralische Rehabilitation von einem religiösen Ritual abhängt.
Gott als emotionaler Erpresser
Besonders perfide ist die Darstellung Gottes als wartender Vater. Buß versichert uns: „Gott ist kein Polizist“ – aber genau das ist er im katholischen System. Ein Gott, der permanente Beobachtung und regelmäßige Beichte erfordert, ist sehr wohl eine Überwachungsinstanz. Die vermeintlich liebevolle Umarmung kommt mit Bedingungen: Man muss zurückkommen, man muss bekennen, man muss das kirchliche Ritual anerkennen.
Die Parabel vom verlorenen Sohn wird hier instrumentalisiert, um eine Abhängigkeitsbeziehung zu rechtfertigen. Der Subtext lautet: Egal was du tust, du brauchst Gott – und praktisch gesprochen: die Kirche – um wieder „in Ordnung“ zu sein. Das ist keine bedingungslose Liebe, sondern emotionale Konditionierung. Und weil eine Ablehnung dieser Liebe mit der fürchterlichsten Form von Bestrafung bewehrt ist, die sich kranke Hirne seinerzeit mit dem Höllenkonzept auszudenken in der Lage waren, handelt es sich um eine Erpressung der widerwärtigsten und unmenschlichsten Art.
Der Rucksack-Trick
Die Metapher vom schweren Rucksack ist psychologisch geschickt gewählt. Sie suggeriert, dass Schuldgefühle nur durch das Sakrament der Beichte abgelegt werden können. Dabei wissen wir aus der Psychologie längst: Echte Verarbeitung von Fehlverhalten erfordert Reflexion, direkte Wiedergutmachung und manchmal professionelle Unterstützung – aber sicher keine Beichte bei einem Priester.
Was Buß als „Heilung“ verkauft, ist in Wahrheit eine Externalisierung der Selbstverantwortung. Statt Kindern beizubringen, dass sie selbst die Fähigkeit haben, aus Fehlern zu lernen und Beziehungen zu reparieren, wird eine religiöse Mittelinstanz installiert. Der Priester wird zum Gatekeeper zwischen dem Kind und seinem eigenen moralischen Gleichgewicht.
Kinder als Zielgruppe
Besonders bedenklich ist das Timing. Erstkommunionkinder sind typischerweise zwischen acht und neun Jahren alt – ein Alter, in dem kritisches Denken noch nicht voll entwickelt ist und Autoritätspersonen großes Vertrauen entgegengebracht wird. Genau in dieser vulnerablen Phase wird ihnen vermittelt: Du bist schuldhaft, du brauchst Vergebung, und nur wir können sie dir geben.
Dies ist keine Einladung zur Selbstreflexion, sondern eine Indoktrination in ein System der permanenten Schuld und institutionellen Abhängigkeit. Die Kirche etabliert sich frühzeitig als unverzichtbare moralische Instanz – ein Muster, das sich durch das ganze Leben ziehen soll.
Die Alternative: Säkulare Ethik
Aus humanistischer Sicht brauchen Kinder keine Sakramente, um mit Fehlern umzugehen. Sie brauchen:
- Ehrliche Kommunikation über Werte und deren Begründung
- Raum für Fehler als natürlichen Teil des Lernprozesses
- Anleitungen zur direkten Konfliktlösung mit den Betroffenen
- Stärkung des Selbstwertgefühls unabhängig von religiösen Ritualen
- Vermittlung von Selbstverantwortung statt Abhängigkeit
Eine säkulare Ethik ermutigt Menschen, moralische Verantwortung aus eigenem Antrieb zu übernehmen – nicht weil ein überwachender Gott (vertreten durch neugierige Priester) es verlangt, sondern weil es richtig ist und Beziehungen stärkt.
Fazit
Hinter Buß‘ sanfter Rhetorik von „Barmherzigkeit“ und „Neuanfang“ verbirgt sich ein System, das Kinder systematisch in psychologische Abhängigkeit führt.
Die Beichte ist kein freiwilliger Akt der Befreiung, sondern ein institutionalisierter Mechanismus zur Aufrechterhaltung kirchlicher Deutungshoheit über Moral und Schuld.
Wahre Freiheit bedeutet nicht, immer wieder bei einer Institution um Vergebung bitten zu müssen. Wahre Freiheit bedeutet zu verstehen, dass wir selbst verantwortlich sind für unser Handeln – und dass wir die Fähigkeit haben, ohne religiöse Vermittler ethisch zu wachsen.


















Die Beichte ist vor allem ein perfektes Überwachungsinstrument.
Denn erst wenn man die kleinen und grossen Fehler der Menschen kennt, kann man diese perfekt erpressen!
„Das ist so quasi wie bei der Stasi.“ 🙂