Wahr oder nicht: Woher wissen wir, was wahr ist?

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Menschen haben verschiedene Methoden entwickelt um herauszufinden, was wahr ist.

Ob es eine absolute Wahrheit überhaupt gibt, wird sich möglicherweise nie sicher sagen lassen. Und das gilt auch für die Realität: Wer kann schon sagen, ob die Dinge tatsächlich so sind, wie sie uns erscheinen, zu sein? Denn wir können die Dinge nur soweit erkennen, wie es der menschlichen Wahrnehmung und Erkenntnis eben möglich ist.

Was ist wahr?

Deshalb spricht viel dafür, dass es sich bei dem, was wir als Wirklichkeit annehmen, “nur” um eine Abbildung der Realität handelt. Je näher eine Wirklichkeit an der Realität ist, umso brauchbarer erweist sie sich als Grundlage für neue Erkenntnisse.

Schon immer haben Menschen versucht, dahinter zu kommen, was wie zusammenhängt. Galten etwa Blitz und Donner lange als Götterzorn, kamen die Menschen irgendwann dahinter, was diese Phänomene tatsächlich verursacht. Was als “wahr” anerkannt wird, ist also keine absolute, unbedingte und unabänderliche Wahrheit. Sondern vielmehr eine möglichst genaue Annäherung an die Wahrheit.

Dabei hat die Menschheit schon erstaunliche Fortschritte gemacht. Dinge, die selbst noch vor wenigen Jahren völlig unbegreiflich schienen, konnten erkannt und mit schon vorhandenen Erkenntnissen in Zusammenhang gebracht werden.

Umgekehrt mussten sogar jahrhundertelang sicher geglaubte Erkenntnisse auch wieder verworfen werden. Wenn sie sich durch neue Erkenntnisse als falsch herausgestellt haben. Diese Offenheit, den eigenen Standpunkt durch neue Erkenntnisse bei Bedarf auch zu korrigieren, ist eine wichtige Voraussetzung für einen fortwährenden Prozess der Wahrheitsfindung.

Woher wissen wir was wahr ist?

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Der Gott der Lücke

Sogar das Christentum sah sich irgendwann genötigt, das lange für wahr gehaltene geozentrische Weltbild (die Erde ist der Mittelpunkt des Universums) gegen das heliozentrische Weltbild (die Erde kreist um die Sonne) zu ersetzen. Obwohl die Kirche ungezählte Menschen dafür verfolgt und ermordet hatte, dass sie das letztere Weltbild als zutreffend erkannt und behauptet hatten.

Auch wenn wir schon so viel wissen: Es gibt natürlich nach wie vor noch viele Wissenslücken. Die einzig redliche Antwort auf diese noch offenen Fragen ist: “Wir wissen es (noch) nicht.”

Wer Wissenslücken als “Beweis” für das Wirken eines bestimmten überirdischen Wesens anführt, ist in die “God of gaps-Denkfalle” getappt. Denn wenn man etwas nicht weiß, dann beweist das einfach nur, dass man etwas (noch) nicht weiß. Es beweist nicht, dass hier Götter ihre Finger oder was auch immer im Spiel haben müssen.

Grund der Neugier: Wer oder was bestimmt mein Schicksal?

Der wohl stärkste Antrieb bei der Suche nach dem, was wahr ist, ist der menschliche Wunsch zu erkennen, wer oder was das eigene Schicksal bestimmt. Diese Suche bewegt sich zwischen zwei Extremen:**

  • Mythos: Alles wird von höheren Mächten (Göttern, Führern…) veranlasst und gelenkt. Unser Schicksal liegt in Gottes Hand. Diese Annahme vertreten Religionen.
  • Chaos: Alles, was passiert, ist so komplex und undurchschaubar, dass man davor nur resignieren kann. Wer so denkt, gibt die Verantwortung ab. Weil er ja meint, dass alles sowieso keinen (für ihn erkennbaren) Sinn habe. Tja, Schicksal halt.
  • Logos ist zwischen diesen beiden Extremen angesiedelt: Ich selbst bin “meines Glückes Schmied.” Wer sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, kann Problemen auf den Grund gehen und versuchen, geeignete, tatsächlich wirksame Lösungen zu finden. Er verlässt sich weder auf höhere Mächte, noch fügt er sich seinem Schicksal.

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**Beschrieben nach: Anton Pototschnik, Thomas Pototschnik: Der Bauplan der Freiheit, S. 12-13

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