Gedanken zu: Impulse von Stefan Buß: Selbstfürsorge im Alltag

Lesezeit: ~ 3 Min.

Gedanken zu: Impulse von Stefan Buß: Selbstfürsorge im Alltag, veröffentlicht am 24.8.22 von osthessennews.de

Darum geht es

Pfarrer Buß hat nicht verstanden, dass Selbstfürsorge eben nicht die Abhängigkeit von eingebildeter göttlicher Liebe bedeutet – sondern die Befreiung von solchen Hirngespinsten.

Durch welche Umstände bzw. in welchem Zusammenhang Herr Buß auf die „Trainerin für Stress und Trauma-Sensibilität“ Maria Zemp gestoßen war, können wir nur vermuten.

Zumindest scheinen ihn die Tipps von Frau Zemp so beeindruckt zu haben, dass er einen ganzen „Impuls“ dafür verwendet, diese Lebensweisheiten an seine Schäfchen (oder wen auch immer er mit seinen Impulsen ansprechen möchte) weiterzugeben.

Das kann insofern erstaunen, als dass alles, was Menschen für sich selbst bzw. für ihr eigenes Wohlbefinden tun, von Kirchenverkündigern gerne mal als „Selbstoptimierungswahn“ kritisiert wird. Klar: Positives hat immer von Gott zu kommen. Und nicht vom Mensch selbst.

Da er der Selbstfürsorge argumentativ offenbar nichts mehr entgegen zu setzen hat, schaltet Herr Buß schnell um und pappt seinen Götterglauben einfach noch unten dran. Wie groß da wohl die Verzweiflung sein muss…?

Selbstfürsorge-Tipps…

Meditation

Und nachdem Herr Buß mit einer ganzen Litanei an Lifestyle-Profitipps à la „Versuche einmal am Tag richtig herzlich zu lachen“ oder „Frage dich immer wieder einmal: Was sind meine Stärken? Was mache ich gerne? Was schöpfe ich an Kräfte in mir gar nicht aus? Was wollte ich schon immer mal tun?“ ein Loblied auf Selbstfürsorge, Selbstachtung und Selbstbewusstsein gesungen hat, zeigt er durch seinen eigenen Beitrag zum Thema, dass er wohl noch viele Ratgeber lesen, viele Gespräche führen oder vielleicht auch mal einige Sitzungen absolvieren müsste, um vielleicht doch noch dahinter zu kommen, was es bedeutet, selbstbewusst, selbstständig und selbstverantwortlich zu denken und zu handeln:

[…] Ich ergänze gerne: Mache dir auch jeden Tag bewusst, du bist so wie du bist von Gott geliebt und angenommen. Du bist in seinen Augen wertvoll.

Ich wünsche Ihnen einen guten, von Gott gesegneten Tag.

(Quelle: Impulse von Stefan Buß: Selbstfürsorge im Alltag, veröffentlicht am 24.8.22 von osthessennews.de)

,,,vs. römisch-katholische Selbsterniedrigung

…und bis dahin wird Stadtpfarrer Buß auch weiterhin in jedem Gottesdienst seine religiös verordnete Minderwertigkeit im Chor mit seinen verbliebenen, auf Holzbänkchen knieenden Schäfchen mit der altbekannten katholischen Standard-Unterwerfungsformel zum Ausdruck bringen:

  • Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

…ob Katholiken dazu manchmal auch heute noch der römisch-katholische Selbsterniedrigungs-und-Unterwerfungs-Evergreen „Oh Herr, ich bin nicht würdig“ anstimmen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Vor etwa 40 Jahren hatte dieses Lied („Oh stille mein Verlangen, du Seelenbräutigam || dich würdig zu empfangen || dich würdig zu empfangen || du wahres Gotteslamm“) jedenfalls noch zum Repertoire der allsonntäglichen Liturgie gehört.

Themaverfehlung, Setzen, 6

Bei Selbstfürsorge geht es ja gerade darum, selbst für sich selbst (fürzu-) sorgen.

Und für das eigene Selbstwertgefühl ist es schnurzpiepegal, wie irgendwelche Götter einen finden. Oder sonstwer.

Das ist ja gerade der Gag dabei. Und gerade das scheint Herrn Buß aber nicht mal ansatzweise erfasst zu haben. Sonst hätte seine Ergänzung vielleicht gelautet:

  • Mache dir auch jeden Tag bewusst, dass dein persönliches Glück nicht von anderen Menschen, Geistern oder Göttern abhängt. Du bist wertvoll, weil du du bist. Und nicht, weil dich angeblich irgendwer oder irgendetwas für wertvoll hält.

…aber natürlich geht es Herrn Buß gar nicht um die Menschen. Sondern darum, seinen Götterglauben als irgendwie relevant verkaufen zu müssen.

Als etwas, das heute auch noch gebraucht wird und eine Daseinsberechtigung hat. Damit sich Menschen, die sich minderwertig oder ungeliebt fühlen (zum Beispiel, weil sie sich für einen Beruf entschieden haben, der ihnen körperliche Liebe verbietet), wenigstens von einem imaginären Freund geliebt fühlen können.

Selbstfürsorge: Möglicher Ausweg aus der Abhängigkeit – und aus der christlichen Selbstüberschätzung

Quelle: Netzfund
Quelle: Netzfund

Selbstfürsorge könnte möglicherweise dazu beitragen, auch religiös induzierte Minderwertigkeitsgefühle und daraus resultierende Probleme zu bewältigen. Um sich nicht länger vom angeblichen Wohlwollen eines fiktiven magischen Himmelswesens abhängig machen zu müssen.

Und womöglich erkennen Gläubige sogar irgendwann (rückblickend), dass ihr Götterglaube sie gar nicht automatisch zu besseren, psychisch gesünderen oder allgemein glücklicheren Menschen gemacht hat. Obwohl gläubige Erwachsene ihnen das vielleicht vom Säuglingsalter an so eingetrichtert hatten.

Das christliche Glaubenskonstrukt kann man für alles Mögliche instrumentalisieren. Dafür, dass es Menschen im Diesseits besser geht, war es weder konzipiert worden, noch ist es dafür geeignet.

Das Diesseits dient hier lediglich dem Zweck, Gott mit der eigenen Unterwürfigkeit davon zu überzeugen, dass er einen in der angeblichen jenseitigen Ewigkeit nicht bestraft, sondern für seine Unterwürfigkeit belohnt.

Dem gegenüber steht die Idee, sich selbst darum zu sorgen, ein glückliches, gesundes und sinnerfülltes Leben im Diesseits zu führen.

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3 Gedanken zu „Gedanken zu: Impulse von Stefan Buß: Selbstfürsorge im Alltag“

  1. Herrn Buß empfehle ich dringend, zur Selbstfürsorge dieses Buch intensiv durchzuarbeiten:

    Andreas Edmüller & Thomas Wilhelm: „Manipulationstechniken. So wehren Sie sich.“ Haufe Verlag, 2020 (5. Auflage).

    Sowohl sein Verhältnis zur christlichen Religion als auch seine Impulse werden davon enorm profitieren.

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  2. Sehen sie, Herr Buss, da haben wir für sie diese tolle Winterjacke mit den extra langen Ärmeln.
    Ja, glauben sie mir, es ist wirklich der neueste Schrei, dass die Dinger hinter dem Rücken zugknöpft werden.
    Die halten auch gaaanz arg warm, weils der „liebe Gott“ so will.
    Und bitte gehen sie jetzt ganz ruhig mit den beiden starken jungen Männern mit, die ihnen ihr neues Apartement zeigen…

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    • 🤔 „….du bist so wie du bist von Gott geliebt und angenommen?“
      🤔 Hää? Ich dachte der hat uns so erschaffen wie wir sind? Wieso muss er mich dann annehmen?
      😱 Verflixt, ich muss endlich aufhören in diesem sinnentstellten Gelaber nach Fakten zu suchen, sonst werde ich noch religiös.

      Lebensweisheiten? Herr Buß, Sie sind der König der Kalenderweisheiten.
      Sie haben Ihr Studium der Kalenderweisheiten mit Summa cum laude bestanden. Das fatale ist nur, Menschen hören Ihnen zu, gut die sind natürlich schon weiter wie ich, die denken dabei nicht.

      Kikeriki, ändert sich’s Wetter nicht, bleibt’s wie’s is.

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