Was fehlt den Kirchen? – Kommentar zum O|N-Kommentar

Lesezeit: ~ 8 Min.

Gedanken zum Kommentar von O|N-Volontär Philipp Gerhard: „Zahl der Christen in Deutschland geht zurück – was fehlt den Kirchen?“, veröffentlicht am 11.4.26 von Osthessennews

Darum geht es

Der O|N-Kommentar zum Mitgliederschwund der Kirchen verwechselt Kommunikationsprobleme mit einem Substanzproblem, verschweigt den Missbrauchsskandal und verkauft überwiegend staatlich finanzierte Sozialarbeit als kirchliche Leistung.

Nicht modern genug – oder einfach nicht mehr glaubwürdig?

Auf Osthessen-News ist am 11. April ein Kommentar von Philipp Gerhard erschienen, der sich fragt, warum den Kirchen die Mitglieder davonlaufen. Die Antwort des Autors: Es fehle an Modernität, an cooler Social-Media-Präsenz, an Anschluss an die Jugend. Leider schrammt dieser Befund am eigentlichen Problem so konsequent vorbei.

Stagnation? Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte

Der Kommentar behauptet, die Mitgliederzahlen würden „seit Jahren stagnieren“ – und widerlegt sich im selben Absatz selbst: Minus 550.000 bei den Katholiken, minus 580.000 bei den Protestanten. Das ist keine Stagnation, das ist ein Aderlass von mehr als einer Million Menschen in zwölf Monaten. Seit 2021 sind die beiden großen Kirchen in Deutschland in der Minderheit, 2024 gehörten ihnen zusammen noch rund 45 Prozent der Bevölkerung an. Die Kurve zeigt seit Jahrzehnten konstant nach unten, nicht seitwärts, wie es bei einer Stagnation der Fall wäre.

Ein sprachliches Detail, das nicht nur Detail ist: Wer von „Stagnation“ spricht, suggeriert ein Problem, das sich mit etwas gutem Willen wieder beheben lässt. Wer von „anhaltender Schrumpfung“ spricht, beschreibt das, was tatsächlich passiert. Die Wortwahl ist nicht neutral.

Der Mythos vom Trauen und Taufen

„Zwar heiratet man später kirchlich und tauft wieder seine Kinder“, schreibt der Autor. Das mag in Osthessen an einzelnen Sonntagen noch stimmen, als Trendbeschreibung ist es falsch. Taufen, Trauungen und Beerdigungen – die sogenannten Kasualien – gehen seit Jahren deutlich zurück. 2024 wurden in der katholischen Kirche noch rund 110.000 Menschen getauft, im Vorjahr waren es 116.000. Auch hier keine Stagnation, sondern Rückgang. Anekdotische Eindrücke aus der eigenen Ortsgemeinde als repräsentativen Befund auszugeben, ist methodisch bequem, aber eben nicht belastbar.

Die zentrale Fehldiagnose: Drumherum oder Kern?

Hier liegt der eigentliche Denkfehler des Kommentars. Der Autor behauptet, die Menschen fühlten sich „mit der Kultur und auch dem Glauben verbunden“, nur „das Drumherum“ schrecke ab. Die empirische Lage deutet auf das genaue Gegenteil. Gerade die Rituale – die feierliche Trauung, die Taufe, die Beerdigung mit Orgel – werden weiter nachgefragt, solange sie als kulturelle Form verfügbar sind. Was verschwindet, ist der Kern: Der Glaube an einen persönlichen Gott, an Auferstehung, an die Heilsrelevanz von Sakramenten. Das ist kein Kommunikationsproblem, das Social-Media-Redakteure lösen können. Das ist ein inhaltliches Problem der Institution.

Der Kommentar dreht Ursache und Wirkung um, und das ist kein harmloser Fehler. Die Diagnose „Modernisierungsstau“ erlaubt der Kirche, weiterzumachen wie bisher, nur mit Instagram-Account. Die Diagnose „Der Inhalt überzeugt immer weniger Menschen“ würde eine echte Auseinandersetzung erzwingen.

Glaube an „höhere Mächte“ – ein rhetorischer Taschenspielertrick

Der Autor beklagt eine fehlende Identifikation mit der Kirche, „obwohl ein Glaube an höhere Mächte doch recht verbreitet ist“. Hier wird eine hochgradig unscharfe Kategorie zum Kronzeugen aufgerufen. „Höhere Mächte“ – das kann alles sein: Schicksal, Karma, Sternzeichen, ein diffuses Etwas, der Dalai Lama, die Heilkraft von Edelsteinen. Mit dem trinitarischen, eifersüchtigen, exklusiven Gott des Christentums hat das nichts zu tun. Der christliche Gott duldet bekanntlich keine anderen Götter neben sich, schon gar keine Patchwork-Spiritualität mit Amulett.

Dass diffuse spirituelle Gefühle zunehmen, während traditioneller Glaube zurückgeht, ist kein Argument für die Kirchen – es ist ein Symptom ihres Bedeutungsverlusts. Wer in der Not zu einer App statt zum Pfarrer greift, ist kein verhinderter Katholik.

Die Caritas-Legende

Der rhetorisch vielleicht wirksamste Teil des Kommentars ist auch der problematischste. Der Autor listet Caritas, Diakonie, Johanniter, Malteser, kirchliche Kitas auf und folgert: Mit weniger Kirchenmitgliedern gehe auch dieses soziale Engagement verloren. Das ist in dieser Form schlicht irreführend.

Der Eigenanteil der Kirchen an der Finanzierung von Caritas und Diakonie liegt je nach Berechnung zwischen rund 1,8 und 6 Prozent. Der Löwenanteil kommt aus öffentlichen Haushalten, aus der Kranken- und Pflegeversicherung, aus Entgelten der Nutzerinnen und Nutzer – und aus der Arbeit der Beschäftigten. Der Religionswissenschaftler und die Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) haben das seit Jahren akribisch belegt. Selbst Diakonie und Caritas räumen in ihren eigenen Transparenzangaben ein, dass Leistungsentgelte die mit Abstand größte Einnahmequelle sind.

Noch pointierter: Es handelt sich um staatliche Aufgaben, die nach dem Subsidiaritätsprinzip an gemeinnützige Träger delegiert werden. Würde die Caritas morgen verschwinden, bliebe die Aufgabe – und mit ihr das Geld. Andere Träger wie Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz oder Paritätischer Wohlfahrtsverband existieren längst. Sie leisten die gleiche Arbeit, nur ohne den Anspruch, den Heiligen Geist gleich mit auszuliefern und ohne ein problematisches Sonderarbeitsrecht, das Beschäftigte für Ehescheidung oder gleichgeschlechtliche Partnerschaft kündigen darf.

Dass der Kommentar diese Verteilung verschweigt und stattdessen suggeriert, kirchliche Sozialarbeit sei wesentlich eine Leistung der Kirchen an die Gesellschaft, ist der klassische Fall der „Caritas-Legende“. Der Begriff ist nicht von säkularen Aktivisten erfunden worden; er hat es inzwischen in die wissenschaftliche Literatur und in Wikipedia geschafft.

Maximale Startbedingungen, minimaler Effekt

Bemerkenswert wird der Schrumpfungsprozess, wenn man ihn ins Verhältnis zu den Ausgangsbedingungen setzt. Kaum eine Organisation in Deutschland verfügt über ein vergleichbares Bündel an Wettbewerbsvorteilen. Die Kirchen ziehen ihre Mitgliedsbeiträge über das staatliche Finanzamt ein, bequem und kostengünstig. Sie erhalten seit 1803 ununterbrochen Staatsleistungen – aktuell rund 600 Millionen Euro pro Jahr von Bund und Ländern, also aus Steuermitteln der Allgemeinheit, auch von Konfessionsfreien und Anhängern anderer Religionen.

Sie unterhalten theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten, komplett aus dem öffentlichen Haushalt finanziert. Der Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach, die Lehrkräfte bezahlt der Staat. Militär- und Anstaltsseelsorge werden aus Steuermitteln vergütet. In den Rundfunkräten und Ethikgremien sind die Kirchen institutionell gesetzt. Das kirchliche Arbeitsrecht erlaubt eine Beschäftigungspraxis, die anderen Arbeitgebern längst untersagt wäre. Hinzu kommt der mediale Grundton, der – wie auch der besprochene Kommentar zeigt – kirchennahe Framings oft reproduziert, statt sie zu prüfen.

In Summe: Eine Organisation mit diesen Startbedingungen, die dennoch pro Jahr eine Million Mitglieder verliert, hat kein Marketingproblem. Sie hat ein Produktproblem. Wenn selbst der steuerlich, infrastrukturell und medial subventionierte Betrieb den Abwärtstrend nicht bremsen kann, spricht das nicht für eine Renovierungsbedürftigkeit der Fassade, sondern für einen Riss im Fundament.

Die große Leerstelle: Missbrauch

In einem Text, der fragt, warum Menschen der Kirche den Rücken kehren, kommt das Wort „Missbrauch“ nicht vor. Kein einziges Mal. Das ist bemerkenswert. Die 2018 veröffentlichte MHG-Studie dokumentierte 3.677 nachweisbare Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen durch katholische Kleriker zwischen 1946 und 2014 – und die Studienautoren selbst schrieben, die Dunkelziffer sei erheblich höher. Die Studie identifizierte strukturelle Faktoren: Klerikale Machtstrukturen, Zölibat, die kirchliche Sexualmoral, die Überhöhung des Priesteramts. Dass man sich inzwischen schämen muss, eine solche Organisation durch eine kostenpflichtige Mitgliedschaft zu unterstützen, die nach wie vor ihre Täter schützt und deren Opfer verhöhnt, scheint Herrn Gerhard nicht bewusst zu sein.

Aus Umfragen wie dem Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung ist bekannt, dass der Vertrauensverlust durch die Missbrauchsfälle und deren Vertuschung zu den zentralen Austrittsmotiven zählt. Wer die Frage „Warum laufen den Kirchen die Leute weg?“ beantworten will, ohne diesen Punkt auch nur zu streifen, betreibt keine Analyse, sondern Imagearbeit. Dasselbe gilt für weitere strukturelle Streitpunkte: den Umgang mit Frauen, mit queeren Menschen, mit Geschiedenen, mit der eigenen Reformunfähigkeit. Der Synodale Weg war nicht zufällig im Rom der Glaubenskongregation zur Sackgasse geworden.

Die eigentliche Ursache: Eine andere Weltdeutung

Was im Kommentar ebenfalls vollständig fehlt, ist die schlichtere, aber weitreichendere Erklärung. Die moderne, naturwissenschaftlich-aufgeklärte Weltsicht hat die Erklärungsmonopole der Religion auf allen Feldern abgelöst: Kosmologie, Biologie, Medizin, Ethik, Psychologie. Wer heute über den Ursprung des Universums nachdenkt, greift zur Urknalltheorie, nicht zur Genesis. Wer Krankheiten behandelt, geht zum Arzt, nicht zum Exorzisten. Wer ethische Fragen stellt, kann auf Jahrhunderte säkularer Moralphilosophie zurückgreifen, ohne sich auf angebliche Offenbarungen aus der ausgehenden Bronzezeit berufen zu müssen.

Eine Institution, deren Kernangebot eine magisch-mythologische Welterklärung ist – Gott als persönlicher Adressat von Bitten, Wunder, Auferstehung, Heilsgeschichte – steht in dieser Lage nicht vor einem Marketingproblem. Sie steht vor einem Plausibilitätsproblem. Das lässt sich nicht durch Reels und Podcasts beheben.

Die vom Autor selbst zitierten Phänomene deuten darauf hin: Predigten von einer „heilen Welt“ wirken „realitätsfern und nicht lösungsorientiert“, Menschen haben „die alten Phrasen leid“. Richtig beobachtet – aber die falschen Schlüsse gezogen. Das ist kein Kommunikationsdefizit. Religion kann keine empirischen Lösungen bieten. Das ist schlicht nicht ihr Gegenstandsbereich. Und genau deshalb wird sie für Menschen, die Lösungen suchen, entbehrlich.

Framing und Binnenperspektive

Auch die Sprache des Kommentars verrät viel. „Heilige Messe“ statt Gottesdienst, „Kann die Kirche sich noch selbst retten?“ als Leitfrage: Das ist die Perspektive einer Institution, die gerettet werden soll, nicht die eines neutralen Beobachters. Die Gegenfrage wäre: Warum sollte sie eigentlich gerettet werden? Welche Funktion, die nicht anderweitig besser erfüllt wird, erfüllt sie noch? Und vor allem: Was tritt an ihre Stelle, wenn sie kleiner wird?

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Diese Fragen zu stellen, ist keine Häme. Es ist das Mindeste, was man von einem Kommentar erwarten darf, der sich dem Thema kritisch nähern will. Der vielzitierte Schlusssatz – man solle doch „genau bei denjenigen nachfragen, die der Kirche eher nicht wohlgesonnen sind“ – wirkt in diesem Zusammenhang fast ironisch, weil der Text selbst genau das versäumt.

Eine säkular-humanistische Gegenperspektive

Eine offene Gesellschaft braucht Räume für Sinnfragen, für Rituale bei Geburt, Hochzeit und Tod, für solidarisches Engagement. Nichts davon ist exklusiv an Religion gebunden. Humanistische Feierredner, säkulare Trauungen, konfessionsfreie Bestattungen, Ehrenamt bei AWO, DRK, Paritätischem oder zahllosen kleinen Vereinen – all das existiert und wächst. Die Bedarfe, die Religion historisch gedeckt hat, bleiben; die Antworten verändern sich.

Der Rückgang der Kirchenmitgliedschaft ist insofern weder Krise noch Katastrophe, sondern Ausdruck einer funktionierenden pluralen Gesellschaft, in der Menschen ihre weltanschauliche Orientierung selbst wählen. Was sich ändern muss, ist nicht die Instagram-Strategie der Bistümer, sondern das Verhältnis von Staat und Kirche: die Abschaffung historisch überholter Staatsleistungen, ein Ende des kirchlichen Sonderarbeitsrechts, religiös neutrale Ethik- und Lebenskundeangebote an Schulen.

Ein Blick nach vorn: Wie könnte es weitergehen mit den Kirchen?

Wie wird es weitergehen? Ein realistisches Szenario lässt sich in zwei Phasen skizzieren. In der ersten – der laufenden – werden die Kirchen ihr historisch gewachsenes Lobbynetzwerk nutzen, um den Status quo so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Solange es in fast jedem Landesparlament, in jedem Ministerium, in öffentlich-rechtlichen Gremien und in den wichtigsten Parteien verlässliche kirchenverbundene Ansprechpartner gibt, bleiben Staatsleistungen, Sonderarbeitsrecht, Konkordate und Steuerprivilegien weitgehend unangetastet. Die Schrumpfung geht weiter, aber die Privilegienstruktur hält – eine Weile noch.

Die zweite Phase beginnt, wenn der Druck aus der Bevölkerung und aus den Haushalten zu groß wird. Wenn eine Mehrheit der Steuerzahler konfessionsfrei ist und in einem Bundesland vielleicht nur noch jeder dritte Einwohner überhaupt Kirchenmitglied, wird die Legitimation für Ausnahmeregelungen schlicht erodieren. Die im Grundgesetz seit 1919 vorgesehene, aber nie vollzogene Ablösung der Staatsleistungen wird kommen. Das kirchliche Sonderarbeitsrecht wird am Antidiskriminierungsrecht weiter abgeschliffen, bis es dem allgemeinen Arbeitsrecht entspricht. Der Religionsunterricht wird weitgehend durch einen gemeinsamen Ethik- oder Lebenskundeunterricht ersetzt.

Die Kirchen selbst dürften sich in diesem Prozess in das verwandeln, was sie soziologisch längst sind: Vereine zum Beten, Singen und ehrenamtlichen Engagement. Rechtlich organisiert als eingetragene Vereine oder Stiftungen, finanziert durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, ohne besondere staatliche Anbindung. Caritas und Diakonie werden als Wohlfahrtsverbände weiterbestehen, aber unter gleichen Regeln wie AWO, DRK oder Paritätischer Gesamtverband. Was heute oft schon faktisch so funktioniert, wird dann auch rechtlich und finanziell angeglichen.

Zwei Fragen werden dann dringlich, und sie sind politisch heikel.

Erstens: Was geschieht mit dem kirchlichen Vermögen? Verlässliche Zahlen gibt es nicht, die Kirchen legen keine Gesamtbilanz vor. Seriöse Schätzungen für die katholische Kirche in Deutschland bewegen sich im dreistelligen Milliardenbereich, inklusive Immobilien, Beteiligungen, Kunstschätzen und Grundbesitz. Ein erheblicher Teil davon ist historisch aus Säkularisationen und Schenkungen entstanden, oft unter Bedingungen, die heute niemand mehr so akzeptieren würde. Eine öffentliche Debatte darüber, was davon gemeinnütziger Zweckbindung unterliegt, was an die Allgemeinheit zurückfließen sollte und was Privateigentum der Religionsgemeinschaften bleibt, steht aus. Sie wird unangenehm werden.

Zweitens: Was wird aus dem theologischen Studium an staatlichen Universitäten? Die etwa zwei Dutzend theologischen Fakultäten in Deutschland sind ein historisches Unikum – staatlich finanziert, aber unter kirchlichem Mitspracherecht bei Berufungen. Ein konsequenter Umbau hieße: Entweder werden sie in religionswissenschaftliche Institute umgewandelt, die ohne Bekenntniszwang und Nihil-obstat-Verfahren arbeiten, als normale geisteswissenschaftliche Fächer. Oder sie werden aus dem staatlichen Hochschulsystem herausgelöst und in kirchliche Trägerschaft überführt, die sich selbst finanziert – analog zum Modell privater konfessioneller Hochschulen. Beide Wege sind denkbar, der erste ist aus säkularer Sicht vorzuziehen. Religionskunde und Religionswissenschaft sind legitime akademische Disziplinen. Bekenntnistheologie auf Staatskosten ist es, aufgeklärt betrachtet, nicht.

All das wird sich nicht von heute auf morgen vollziehen. Aber die Richtung ist absehbar. Was sich ändern muss, ist nicht die Instagram-Strategie der Bistümer, sondern das Verhältnis von Staat und Kirche insgesamt. Der O|N-Kommentar fragt, was den Kirchen fehlt. Die ehrlichere Frage wäre: Was bietet die Kirche eigentlich noch, das die Gesellschaft nicht ohne sie hätte? Dass auch dieser Kommentar diese Frage sorgsam umschifft, sagt viel über die Debattenlage – und wenig Gutes über den Zustand der kirchennahen Publizistik.

KI

Frage an die geschätzte Leserschaft:

Wie sieht eure Prognose für das Christentum im Allgemeinen und für die Kirchen in Deutschland im Speziellen aus?

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1 Kommentar zu „Was fehlt den Kirchen? – Kommentar zum O|N-Kommentar“

  1. Ich denke mal, es wird noch ein kurzes Aufbäumen des Christentums geben, wenn demnächst viele KI-generierte Jesuse ihre Rückkehr bekanntgeben und genau so schnell als Fake entlarvt werden, wie sie entstanden sind.
    Dies wird eine ganze Masse neuer „Tik-Tok-Christen“ nach sich ziehen, bis sich die Welle bricht und auch der letzte Trottel kapiert hat, das alles nur Fake und Märchen ist.
    Der Weg ins Museum ist nicht mehr aufzuhalten.
    (Klingt zwar etwas überzogen, aber ich rechne fest damit.)

    Bei der vorherrschenden Politikerkaste muss man evtl. noch ein bis zwei Generationen warten, bid sich das Problem biologisch von selbst erledigt, denn freiwillig geben die ihre Macht und Einfluss nicht auf.
    Ausserdem wäre es auch echt schädlich für die Karriere, wenn man plötzlich zugeben müsste, dass man jahrzehnte lang das Volk belogen hat. (Siehe Cannabis/Argumente der CDU).

    Da heutzutage deutlich mehr Informationsquellen vorhanden sind, ist dies
    ein sehr positiver Trend, der sich zum Glück auch nicht mehr aufhalten lässt!

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