Kommentar zu 14 katholische Kindertagesstätten am Start – Wertorientiertes Qualitätsmanagement in katholischen Kindertagesstätten

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Kommentar zu 14 katholische Kindertagesstätten am Start – Wertorientiertes Qualitätsmanagement in katholischen Kindertagesstätten, veröffentlicht am 05.02.16 von Osthessennews, Verfasser nicht genannt

[…] …betonte der Fuldaer Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, dass die katholischen Kindertagesstätten vorzügliche Orte seien, an denen Menschen Zugang und Kontakt zur Kirche erführen.*

Prof. Dr. Stanke macht immerhin keinen Hehl daraus, dass die Kirche ihre Kindertagesstätten dazu missbraucht, Kinder mit ihren religiösen Wahngedanken indoktrinieren zu lassen.

Genau wie Kinder in einer Kindertagesstätte noch nicht in der Lage wären, sich zum Beispiel für eine bestimmte Partei zu entscheiden, sind sie natürlich auch noch nicht in der Lage, selbständig beurteilen zu können, ob das, was ihnen hier aufgetischt wird, tatsächlich der Wahrheit entspricht oder ob es sich dabei nicht vielleicht doch nur um erfundene Märchen handelt und noch viel weniger, ob sie daran glauben wollen oder ob sie sich lieber an die Wahrheit halten, die keines Glaubens bedarf.

Insofern wirkten katholische Kindertagesstätten missionarisch in die Gesellschaft hinein und ließen viele die bedingungslose Liebe Gottes unter Kindern und Eltern spürbar werden.

Besonders pervers und perfide finde ich es, wenn Kindern suggeriert wird, Liebe habe irgendetwas mit einem erfundenen Gott (der, nebenbei bemerkt, alles andere als lieb ist, wenn man dem anderen Teil des Märchenbuches glaubt) zu tun statt sie darin zu bestärken, dass Liebe etwas rein Natürliches und in diesem Fall Menschliches ist.

Wer etwas anderes glauben möchte, mag das gerne tun – wehrlose Kinder mit solchem Illusionen zu vergiften ist verantwortungslos und erniedrigend.

[…] Kinder seien von sich aus religiös und müssen nicht zum Glauben erzogen werden.

Wie arrogant, weltfremd und verblendet muss man sein, um einen solchen – Pardon – Bullshit** behaupten zu können? Kinder sind zum Glück von sich aus natürlich nicht religiös.

Nur durch verantwortungslose Erziehung, frühkindliche religiöse Indoktrination und Gruppenzwang wird ihnen – leider immernoch erschreckend effektiv – eingebläut, dass der möglichst kritiklose Glauben an fiktive Geschichten und Geister tugendhaft und erstrebenswert sei.

Manche Menschen schaffen es ein Leben lang nicht, sich von diesen Fiktionen und schädlichen Illusionen zu befreien – trotz Professur.

  • Man sollte sich zur heiligsten Pflicht machen, dem Kinde nicht zu früh einen Begriff von Gott beibringen zu wollen. Die Forderung muss von innen heraus geschehen, und jede Frage, die man beantwortet, ehe sie aufgeworfen ist, ist verwerflich. Das Kind hat vielleicht seine ganze Lebenszeit daran zu wenden, um jene irrigen Vorstellungen wieder zu verlieren. (Friedrich von Schiller, dt. Schriftsteller, 1759-1805)

Nichts und niemand ist von sich aus religiös. Kinder sind von Natur aus neugierig. Und sie sind besonders in den ersten Lebensjahren schutzlos dem ausgeliefert, was sie von Eltern oder anderen Erwachsenen vorgesetzt bekommen. Diese Schutzlosigkeit nutzt die Kirche schamlos aus, um genau hier ihre schädlichen religiösen Viren gezielt zu verstreuen.

Und wenn Kinder angeblich gar nicht zum Glauben erzogen werden müssen, warum stellt die Kirche dann nur Mitarbeiter ein, die bezeugen müssen, dass sie genau das tun?

Diese These erläuterte Hauptreferent Prof. Dr. Ralf Haderlein in seinem Vortrag „Das Profil einer katholischen Kindertagesstätte“. Hier bekämen Kinder auf ihre Warum- und Sinnfragen Antworten aus einer christlichen Dimension heraus.

Der christliche Glaube kann keine brauchbaren Antworten auf Warum- und Sinnfragen bieten, weil er auf der (bis zum Beweis des Gegenteils) rein fiktiven Annahme der Existenz eines Gottes beruht.

Somit spielen christliche Antworten keine reale Rolle für Fragen, die unsere natürliche, reale Wirklichkeit betreffen. Daran ändert sich auch nichts, wenn ein Prof. Dr. etwas anderes behauptet.

Das pädagogische Personal stehe also vor der Herausforderung, sich selbst über seinen religionspädagogischen Auftrag klar zu werden und darüber, mit welcher Haltung und welchen christlichen Werten es Kindern und Eltern begegnen wolle.

Das pädagogische Personal steht vielmehr vor der Herausforderung, sich selbst der Tatsache bewusst zu werden, dass es nicht nur heuchlerisch, sondern sogar in höchstem Maße verantwortungslos ist, Kinder mit religiösen Gedanken zu vergiften und sie mit billigen theologischen Taschenspielertricks zu täuschen, statt sie bei der Entdeckung der faszinierenden, spannenden und vor allem realen Wirklichkeit zu unterstützen und zu begleiten.

Einen kleinen Beitrag dazu möchte unsere Seite WWW.KWQ.DE liefern.

Auch der Arbeitgeber des pädagogischen Personals steht vor einer Herausforderung, nämlich endlich die mit nichts zu rechtfertigende religiöse Diskriminierung von nicht- und andersgläubigen Mitarbeitern aufzugeben.

Wenn schon die Werte nicht stimmen, hilft auch das beste Qualitätsmanagement nichts, im Gegenteil.

  • Jeder vernünftige Verstand beginnt mit einem lebensbejahenden Atheismus. Er befreit die Seele von Aberglauben, Schrecken, Duckmäusertum, gemeiner Willfährigkeit und Heuchelei und schafft Raum für das Licht des Himmels. (George Bernard Shaw, brit. Dichter, 1856-1950)

*Die als Zitat gekennzeichneten Abschnitte stammen aus dem eingangs genannten und verlinkten Originalartikel, veröffentlicht von Osthessennews.

**Der Begriff Bullshit ist ein Vulgärausdruck für Quatsch, Schwachsinn, Blödsinn. Wir verwenden diesen Begriff äußerst sparsam und ausschließlich in Bezug auf Aussagen, die uns so hanebüchen erscheinen, dass wir keine andere adäquate Bezeichnung dafür haben.

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