Anachronismus: Kirche goes Cloud

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Wie in diesem Artikel zu lesen war, hat das Bistum Fulda beschlossen, den kompletten IT-Bereich outzusourcen und künftig eine Cloud-Lösung zu nutzen.

Das bedeutet: Eine Institution,

  • die wie keine andere technischen und kulturellen Fortschritt über viele Jahrhunderte rigoros und gewaltsam verhindert hat,
  • die genau ein einziges Buch mit archaischen Märchen, Mythen und Legenden auch heute noch für außerordentlich bedeutsam und verbindlich hält,
  • die die Existenz und den Einfluss eines dreiteiligen Gottes, der sich einen Teil seiner selbst als Menschenopfer als Liebesbeweis hat hinrichten lassen behauptet,
  • die Menschen mit erfundenen Heilsversprechen in die Irre führt und mit ebenso erfundenen jenseitigen Bedrohnungen einschüchtert,
  • die meint, sich in das Leben aller Menschen mit längst überholten und äußerst fragwürdigen Moralismen, Vorschriften und Dogmen einmischen zu können,

nutzt ab sofort zur Verbreitung ihrer “Werte” und Ideen den aktuellen technischen Stand der Informationstechnologie.

Grund für die Umstellung sei der Wunsch, die Datensicherheit zu verbessern. Offenbar wollen sich die Christen nicht darauf verlassen, für die Datensicherheit zu beten, was ja eigentlich dem christlichen Konzept am ehesten entsprechen würde. Schließlich wird Menschen immer wieder empfohlen, für oder gegen alles Mögliche zu beten.

Hoffentlich ist den Ober- und Unterhirten täglich bewusst, dass sie viele Voraussetzungen dieser Techniken Menschen verdanken, die ihre Kirche für deren Forschung nicht nur mit dem Tod bedroht, sondern oft genug auch eliminiert hat, wenn die Forschungsergebnisse nicht dem jeweiligen kirchlichen Weltbild entsprachen.

  • Ein Anachronismus (griechischἀναχρονισμόςanachronismós „Verwechslung der Zeiten“, aus ἀναana „gegen“ und χρόνοςchrónos „Zeit“) bezeichnet die falsche zeitliche Einordnung von Vorstellungen, Ereignissen, Dingen oder Personen in einem Zusammenhang. (Quelle: Wikipedia)
  • » Wer das Atom spalten kann und über Satelliten kommuniziert, muss die hierfür erforderliche intellektuelle und emotionale Reife besitzen. Diese zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass man in der Lage ist, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen. «
    (Michael Schmidt-Salomon, Manifest des evolutionären Humanismus)
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