Gebetslogik

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Gebetslogik

Gläubige Menschen haben eine Methode entwickelt, mit der sie versuchen, das Problem zu bewältigen, dass noch kein Gebet jemals von irgendeinem überirdischen Wesen erhört wurde in dem Sinne, dass dieses Wesen daraufhin tatsächlich irgendwie nachweisbar das irdische Geschehen verändert hätte.

Der “Trick” besteht darin, einfach sowohl angeblich “erhörte”, als auch nicht “erhörte” Gebete als einen “Beweis” für Gott zu deuten. Eine solche “Logik” kann man mitunter bei Kindern in einem bestimmten Alter beobachten, die dann zum Beispiel eine aufgestellte Behauptung mit “…weil halt!!!” begründen, wenn sie sonst keine Argumente haben.

Doch damit nicht genug, dass betende Menschen bereit sind, Gebete völlig unabhängig vom Ergebnis als Zeichen Gottes anzuerkennen – sie verwenden das Ergebnis immer dazu, sich selbst in ihrer Wunschvorstellung, nämlich dass ihr Gott ihre Gebete erhört, zu bekräftigen.

Diesen typischen Denkfehler nennt man “Bestätigungsfehler” (engl. confirmation bias):

  • Ein Bestätigungsfehler (engl. confirmation bias) ist in der Kognitionspsychologie die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen. (Quelle: Wikipedia)

(In-)konsequenterweise würden Menschen, die sich in ihrer religiösen Wirklichkeit nach dieser “Logik” immer wieder selbst betrügen, eine solch unredliche Argumentation natürlich niemals akzeptieren, wenn sie jemand in anderem Zusammenhang anwenden würde.

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