Vielfalt ist gut! – Das Wort zum Wort zum Sonntag

Lesezeit: ~ 8 Min.

Vielfalt ist gut! – Das Wort zum Wort zum Sonntag, verkündigt von Gereon Alter, veröffentlicht am 22.05.2021 von ARD/daserste.de

Darum geht es

Herr Alter versucht heute, dem Pfingstfest mit Hilfe einer Skulptur von Niki de Saint Phalle, des Eurovision Song Contests und des dabei von einem „Jendrik“ vorgetragenen Liedes Relevanz zu verleihen. Irgendwie soll es um das Stichwort „Vielfalt“ gehen.

Eine Skulptur von Niki de Saint Phalle. Sie scheint gut zu passen: zum Eurovision Song Contest (ESC), zum Song von Jendrik und auch zum morgigen Pfingstfest. Die Figur ist bunt, scheint lebendig, vielfältig. So, wie das Leben halt ist.

Wenn man näher hinschaut, sieht man allerdings auch etwas weniger Schönes. Da klammert sich jemand ängstlich an einen anderen. Da sucht jemand Schutz. Und auch das kennen wir leider: Menschen fühlen sich nicht mehr sicher, weil einige Wenige nicht damit klarkommen, dass unsere Gesellschaft bunt und vielfältig ist. Das fängt mit schrägen Blicken an. Das führt zu den judenfeindlichen Parolen, die wir gerade in vielen Städten auch hier im Ruhrgebiet hören. Und das endet mit so widerlichen Anschlägen, wie denen von Hanau, Kassel und Halle.
(Quelle der so als Zitat gekennzeichneten Abschnitte: Vielfalt ist gut! – Wort zum Sonntag, verkündigt von Gereon Alter, veröffentlicht am 22.05.2021 von ARD/daserste.de)

Was Herrn Alter nicht aufzufallen scheint: Immer wieder sind auch Religionen direkt und indirekt der Grund dafür, dass einige Wenige (oder genauer: immernoch bzw. wieder erschreckend Viele) nicht damit klarkommen, dass unsere Gesellschaft bunt und vielfältig ist.

Vielfalt aus katholischer Sicht

Auch das Christentum leistet hier seinen unrühmlichen Beitrag, insbesondere die katholische Kirche.

Bestrebungen von engagierten Katholik*innen, sich von längst überholten Sichtweisen zu befreien um, wenn schon nicht im 21., dann doch wenigstens mal im 20. Jahrhundert anzukommen, werden vom Vatikan ausdrücklich und unmissverständlich abgelehnt:

Gelebte Homosexualität bleibt nach Auffassung der Konzernleitung weiterhin sündhaft. Und wer keinen Penis hat, kann auch keine wirksamen Verwandlungszauber vollbringen.

Auch daran, dass die vertetene Glaubenslehre für Menschen, die keine oder andere Götter verehren für ihre Glaubensfreiheit oder ihren Andersglauben dereinst die denkbar grausamste Bestrafung durch ewige Höllenqualen vorsieht, hat sich natürlich nichts geändert. Ohne die göttliche Bestrafung wäre der Belohnungsaspekt des biblisch-christlichen Heilsversprechens hinfällig.

Selbst der katholische Mainstream, der sich gerne weltoffen und tolerant gibt, fabuliert trotzdem immer gerne von der Errichtung des „Königreich Gottes.“ Nach wie vor hält man die Verbreitung der biblisch-christlichen Glaubenslehre für den Schlüssel zu einer besseren Welt. Dass diese „Neuevangelisierung“ heute zumeist gewaltfrei durchgeführt wird, ist kein Verdienst der Kirche. Sondern der Aufklärung und der Säkularisierung.

Ein Problem der Kirche? Nicht nur…

Das für sich genommen wäre ja zu verschmerzen: Wenn die Kirche ein Problem mit einer bunten und vielfältigen Gesellschaft hat, dann ist das eben ihr Problem.

Jedoch sieht sich die Kirche nach wie vor in der Position, ihre eigenen Moralvorstellungen zum Standard für alle Menschen erheben zu dürfen. Kirchenvertreter und Kirchenmitglieder sitzen in Ethikräten, besetzen politische Ämter, nehmen über einen beispiellosen Lobbyapparat Einfluss auf die Politik und mischen mit, wenn es um Themen geht, die die gesamte Gesellschaft betreffen.

Sie profitiert dazu wie gehabt gerne von der millionenschweren staatlichen Subventionierung. Und von den zahlreichen Sonderprivilegien. Die es ihr zum Beispiel ermöglichen, Verkündigungssendungen wie das „Wort zum Sonntag“ vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreiten zu lassen. Oder auch, um in Form von konfessionellem Religionsunterricht bei Kindern für sich zu werben.

Der christliche Mainstream hat sich die biblisch-christliche Lehre weitgehend so zurecht gebogen, dass er heute damit zumindest nicht mehr aneckt.

Mehr noch: Dinge, die man bis vor Kurzem (und in manchen Abteilungen bis heute) vehement und früher auch gewalttätig bekämpft hatte, schreibt man sich heute gerne auf die eigenen Fahnen. Wer weiß, womöglich wird Jesus eines Tages wegen seiner zahlreichen Männerfreundschaften noch als Vorreiter für gleichgeschlechtliche Liebe verkauft werden. Mit entsprechend interpretierten Bibelstellen, versteht sich.

Vielfalt an Pfingsten – Pachamama im Tiber

Während christliche Fundamentalisten, also jene, die die Fundamente ihres Glaubenskonstruktes ernst nehmen Vielfalt und Pluralismus als Werk des Bösen verteufeln, bastelt sich Herr Alter heute die Pfingstlegende als Beleg dafür zurecht, dass wir die positive Wahrnehmung von Vielfalt gar dem Christentum zu verdanken hätten.

Die biblisch-christliche Mythologie ermöglicht es aber genauso, auch zu ganz anderen Schlüssen zu kommen:

Wenn etwa der österreichische „Lebensschützer“ Alexander Tschugguel eine Pachamama-Skulptur, die als Zeichen für Vielfalt in einer katholischen Kirche anlässlich der Amazonas-Synode aufgestellt worden war entwendet und in den Tiber wirft, dann kann er sich dabei schlüssig und schwer widerlegbar auf das erste der 10 biblischen Gebote berufen.

Außerdem handelt er damit in der christlichen Tradition, die zum Beispiel durch das Fällen der Donar-Eiche durch den christlichen Missionar Bonifatius Teil des christlichen Legendenschatzes geworden war.

Lifesaver à la Alter

„Lifesaver“ hat Niki de Saint Phalle ihr Werk genannt: „Lebensretter“. Das ist es, was wir in diesen Tagen brauchen. Menschen, die andern zu einer Stütze werden, ja, vielleicht sogar zu einem Lebensretter. Und sei es nur dadurch, dass sie Zeichen setzen. Zeichen für ein tolerantes und friedvolles Miteinander.

Lifesaver-Brunnen in Duisburg - Foto: JuergenG, CC BY-SA 2.5 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5>, via Wikimedia Commons
JuergenG, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Natürlich bietet Kunst immer Raum zur freien Interpretation. Manchmal beabsichtigt, manchmal aber auch gegen die Intention der Künstlerin oder des Künstlers.

Zumindest der Beschreibung auf der Webseite nrw-skulptur.net zufolge soll diese Skulptur etwas anderes zum Ausdruck bringen als mitmenschliche Stützen (Hervorhebung von mir):

  • Dargestellt ist ein Vogelwesen mit ausgebreiteten Schwingen, aus denen in weiten Bögen das Wasser sprüht. An den Körper des Fabelwesens klammert sich eine Frauengestalt. Der majestätische Vogel des Mythos und der Phantasie ist hier als Lebensretter dargestellt, der die Fähigkeit hat, den Menschen über das rein mechanistische Weltbild des Konsums und des Alltags hinauszuheben.
    (Quelle: nrw-skulptur.net: Lifesaver)

Hier ist es also ausdrücklich eben kein Mitmensch, der als Lebensretter in Erscheinung tritt. Sondern ein Vogelwesen. Als Metapher für Mythos und Phantasie.

Daraus hätten sich für Herrn Alter eigentlich viel näher liegende Anknüpfungspunkte ergeben, um der biblischen Mythologie und dem christlichen Glaubenskonstrukt einen Gegenwartsbezug und damit Relevanz zu verleihen.

Stattdessen definiert Herr Alter die Aussage der Skulptur lieber seinen Zwecken entsprechend um. Mit einem 6 Tonnen schweren, bunten und sündhaft teuren Plastikvogel, vor allem aber mit dem Status eines rein menschlichen Phantasieproduktes will er sein Glaubenskonstrukt vermutlich dann lieber doch nicht in Verbindung gebracht wissen.

Die meiste Sendezeit ist bewältigt – jetzt aber schnell über den ESC zur Glaubensreklame!

Woran erinnert Pfingsten?

Der ESC ist schon seit vielen Jahren ein solches Zeichen. Und das Pfingstfest übrigens auch! Denn Pfingsten erinnert daran, dass Vielfalt etwas Gutes ist und uns nicht trennen muss.

Diese Interpretation der biblischen Mythologie erscheint mir mindestens genauso verdreht wie die Umdeutung des Duisburger Lebensretters.

An welcher Stelle wird denn in der Bibel Vielfalt als etwas Positives erwähnt? Speziell die Vielfalt, die auf menschliche Kulturleistungen zurückgeht?

Auch wenn wir verschiedene Sprachen sprechen, aus verschiedenen Ländern kommen, oder uns für verschiedene Lebensentwürfe entscheiden, es gibt einen Geist, der uns zusammenbringt. Die Bibel nennt ihn den Geist der Liebe. Und der ist mächtiger als alle Unterschiede.

Der Geist, von dem in der biblischen Mythologie die Rede ist, ist der Geist, der zunächst mal wegen der Vergewaltigung der (minderjährigen) Maria anzuklagen wäre, wenn es ihn gäbe.

Menschlicher „Geist“ vs. Heiliger Geist

Quelle: https://www.facebook.com/TheAgeOfGlobalEnlightenment/
Quelle

Das, was alle Menschen tatsächlich über alle Unterschiede hinweg eint, ist ihre Fähigkeit zur Menschlichkeit. Und zwar völlig unabhängig davon, an welche „heiligen“ oder sonstigen Geister jemand glaubt.

Hier kommt Herrn Alter die Mehrdeutigkeit des Begriffes „Geist“ natürlich sehr gelegen:

Vom biblischen „Heiligen Geist“ bleibt bei ihm nichts weiter übrig als ein Synonym für „Geist“ im Sinne von „Gesinnung“ oder „Haltung.“ Aus der wirksam, aktiv eingreifenden göttlichen Entität (sofern man Geister als Entität bezeichnen kann) wird ein anderes Wort für ein ganz natürliches, irdisches Phänomen.

Dabei ist ja gerade der ganze Witz an der Sache, dass dieser einende „Geist“ in der biblischen Mythologie eben gerade nicht menschlichen, sondern göttlichen Ursprungs ist. Vielfalt ist hier eben gerade nicht etwas explizit Gutes. Sondern etwas, das vom „Heiligen Geist“ überwunden werden kann und muss.

Umgekehrt fördert diese Vorstellung auch den gefährlichen christlichen Fehlschluss, Menschen, die an keine oder andere Götter glauben und die sich deshalb folglich nicht vom biblischen „Heiligen Geist“ besessen fühlen, hätten deshalb Defizite in Sachen Mitmenschlichkeit und Toleranz.

Vielfalt als göttliche Strafe

Noch deutlicher wird die negative Bewertung von Vielfalt im Bibelmärchen vom „Turmbau zu Babel.“ Hier sorgte der liebe Gott persönlich gezielt für sprachliche Vielfalt. Aber nicht, weil er Vielfalt gut findet. Sondern um damit die Menschen zu verwirren, um so ihre Verständigung untereinander zu verhindern. Weil der Allmächtige seine Allmacht von einem Bauprojekt gefährdet sah.

Dass Menschen heute über Sprachbarrieren hinweg kommunizieren und sich über Kontinental- und auch über die meisten Landesgrenzen hinweg besuchen können, haben sie keinen Geistern, Göttern oder Gottessöhnen zu verdanken. Sondern sich selbst. Genauer: Der Wissenschaft. Und natürlich den freiheitlichen Werten, die sie gegen den erbitterten Widerstand des Christentums erkämpft hatten.

Und was verschiedene Lebensentwürfe angeht: Hier sind es ausgerechnet die Länder, in denen Religion den geringsten Einfluss hat, in denen Vielfalt in Sachen Lebensentwurf und Selbstbestimmung heute ganz alltäglich oder zumindest möglich ist.

Heiliger Kleingeist

Um Beispiele zu finden, wie mit christlicher Moral Vielfalt systematisch unterdrückt wird, reicht ein Blick in die Länder, in denen Religion noch maßgeblichen Einfluss hat. Religion erweist sich auch hier einmal mehr als Teil des Problems, nicht der Lösung.

Biblisch lässt sich das schlüssig begründen:

Der „Heilige Geist“ aus der Bibel hat in seiner Funktion als drittes göttliches Drittel massive Probleme mit Vielfalt. Besonders dann, wenn es um Glaubensvielfalt geht. Da versteht er keinen Spaß. Da ist er kleinlich:

  • Jedem, der ein Wort gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.
    (Lk 12,10 EU)

„Nicht vergeben“ bedeutet hier: Zeitlich unbegrenzte physische und psychische Höllenfolter bei vollem Bewusstsein. Für das „Vergehen“, sich über ein kollektives mythologisches Hirngespinst lustig gemacht zu haben.

Weg mit dem Hass!

Also: Weg mit dem Hass! Da hat Jendrik ganz recht.

Da ich das Lied, um das es hier offenbar geht nicht kenne, kann ich dazu nichts sagen.

Quelle: Netzfund
Quelle: Netzfund

Ob die Forderung „Weg mit dem Hass“ auch für das „Wort Gottes“ gelten soll? Da wird nämlich gehasst, was das Zeug hält. Hier nur ein Beispiel von quasi beliebig vermehrbaren:

  1. Abtrünnig sind die Gottlosen schon von Geburt an, schon vom Mutterleib an gehn die Lügenredner irre.
  2. Gift haben sie in sich wie Schlangengift, sie gleichen der tauben Otter, die ihr Ohr verstopft,
  3. die nicht hört auf die Stimme der Beschwörer, (auf die Stimme) des kundigen Bannspruchredners.
  4. Zerschmettre ihnen, Gott, die Zähne im Munde, den jungen Löwen brich aus das Gebiß, o HERR!
  5. Laß sie vergehen wie Wasser, das sich verläuft! Schießt er seine Pfeile ab: sie seien wie ohne Spitze!
  6. Wie die Schnecke beim Kriechen zerfließt, so muß er zergehn, wie die Fehlgeburt eines Weibes, die das Licht nicht geschaut!
  7. Bevor noch eure Töpfe den (brennenden) Stechdorn spüren, wird ihn, noch unverbrannt, die Zornglut hinwegstürmen.
  8. Der Gerechte wird sich freun, daß er Rache erlebt, seine Füße wird er baden im Blute des Frevlers,
  9. und die Menschen werden bekennen: »Fürwahr, der Gerechte erntet noch Lohn! Fürwahr, noch gibt’s einen Gott, der auf Erden richtet!«
    (Psalm 58,4-12 MENG)

Vielfalt, in diesem Fall wiedermal Glaubensvielfalt ist der göttlich geoffenbarten „Heiligen Schrift“, die viele Christen als wertvolle Richtschnur für ihr Leben betrachten (was, zumindest wenn sie sich einigermaßen anständig verhalten darauf schließen lässt, dass sie keine Ahnung haben, was ihr lieber Gott da so alles geoffenbart hat) zufolge also ein, wenn nicht der veritable Grund für abgrundtiefen Hass.

Ja, ich hasse sie mit tödlichem Haß: als Feinde gelten sie mir.

Hass aufgrund unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen („Frevler“ ist die biblische Bezeichnung für Un- und Andersgläubige) scheint gar etwas zu sein, womit man beim lieben Gott Eindruck schinden kann:

  1. Möchtest du doch die Frevler töten, o Gott! Und ihr Männer der Blutschuld, weichet von mir!
  2. Sie, die von dir mit Arglist reden, mit Falschheit reden als deine Widersacher.
  3. Sollt‘ ich nicht hassen, die dich, HERR, hassen, nicht verabscheun, die sich erheben gegen dich?
  4. Ja, ich hasse sie mit tödlichem Haß: als Feinde gelten sie mir.
    (Psalm 139, 19-22 MENG)

Im 2. Teil der Bibel wird es dann nur vorübergehend und nur scheinbar friedlicher. Warum sich Gläubige jetzt friedlich verhalten sollen statt zu hassen und zu vergelten, begründet die Bibel so:

  • Übt nicht selbst Vergeltung, Geliebte, sondern lasst Raum für das Zorngericht Gottes; denn es steht geschrieben: Mein ist die Vergeltung, ich werde vergelten, spricht der Herr.
    (Römer 12,19 EU)

Aus irgendwelchen Gründen scheint Herr Pfarrer Alter die biblische Begründung für friedfertiges, tolerantes Verhalten für nicht erwähnenswert zu halten.

Bibelstellen wie diese tauchen im christlichen Mainstream praktisch nie auf. Woher auch immer er die Maßstäbe hat, nach denen Herr Alter Geschichten aus der Bibel auswählt oder weglässt: Aus der Bibel kann er sie nicht haben.

Menschen werden gebraucht, keine Geister

Wir brauchen den „Lebensretter-Geist“, den Geist der Liebe. Den jedenfalls wünsche ich mir. Den wünsche ich Euch in Hamburg, und auch Ihnen und Euch daheim!

Liebt eure Feinde!…und wiedermal geht ein „Wort zum Sonntag“ nach alt bekanntem Schema zu Ende:

  1. Prangere ein (in diesem Fall: gesellschaftliches) Problem an,
  2. nenne die (säkular-humanistische) Lösung,
  3. konstruiere eine Aussage, die sinngemäß lautet: „Und das steht auch schon in der Bibel“
  4. und trage damit dazu bei, die „Legende von der christlichen Moral“ weiter am Leben zu erhalten.

Die Frage, warum moderne ethische und humanistische Standards als Voraussetzungen für Vielfalt und Individualismus erst etabliert werden konnten, nachdem die Macht des Christentums ausreichend gebrochen und sein Einfluss weit genug eingedämmt worden war, bleibt unbeantwortet.

Genauso wie die Frage, warum die Kirche so umfassend versagt hatte (und in weiten Teilen immer noch versagt), etwas gegen Hass auf Menschen mit anderen Weltanschauungen oder Lebensentwürfen und gegen die Unterdrückung von Vielfalt zu tun, als sie noch alle Macht der Welt dazu gehabt hätte, statt eine religiöse Legitimierung dieses Verhaltens zu ermöglichen.

Unterm Strich beweist Herr Alter mit seiner Verkündigung nur einmal mehr, dass man die biblisch-christliche Glaubensgrundlage bis zur Unkenntlichkeit verbiegen muss, um sie halbwegs akzektabel erscheinen zu lassen.

Diesen Aufwand könnte man sich auch sparen. Und stattdessen überlegen, mit welchen guten Argumenten man Menschen unabhängig von ihren Glaubensgewissheiten dazu auffordern kann, sich mitmenschlich und tolerant zu verhalten. Wenn man doch schon festgestellt hat, dass Vielfalt gut ist.

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