Mut zur Debatte – Das Wort zum Wort zum Sonntag

Lesezeit: ~ 7 Min.

Mut zur Debatte – Das Wort zum Wort zum Sonntag, verkündigt von Julia Enxing, veröffentlicht am 8.7.23 von ARD/daserste.de

Darum geht es

Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) präsentiert heute ein wahres Feuerwerk an faulen Scheinargumenten zu Wissen, Wahrheit und Debatte.

Nachdem Frau Schardien erst letzten Samstag schon das Thema Streitkultur für ihre evangelische Religionsreklame instrumentalisiert hatte, liefert Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) heute nochmal eine katholische Version hinterher.

Ob Sommerloch, mangelnde Absprache, mangelnde Themenauswahl, Gleichgültigkeit oder irgendein anderer Grund die Ursache für die thematische Wiederholung ist, lässt sich schwer sagen.

Aber vielleicht hat Frau Prof. Dr. Julia Enxing ja noch ganz andere, katholische Aspekte auf Lager, die Frau Schardien entgangen waren?

Lassen wir uns überraschen!

Am Ende muss es halt jeder selber wissen

Zum Einstieg gibts ein paar Allgemeinplätze mit Diskussionsthemen von Debatten, die aufgrund ihrer politischen Brisanz laut Frau Prof. Dr. Enxing dann so enden:

[…] Nach einer Weile, jede Wette, sagt dann irgendwer leicht ermüdet: „Naja, am Ende muss es halt jeder selber wissen“.

(Quelle der so als Zitat gekennzeichneten Abschnitte: Mut zur Debatte – Wort zum Sonntag, verkündigt von Julia Enxing, veröffentlicht am 8.7.23 von ARD/daserste.de)

Vorab: Was die Wette von Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) angeht: Da wette ich dagegen. Längst nicht alle Debatten werden von diskussionsmüden Gesprächsteilnehmern mit solchen Killerphrasen beendet.

Am häufigsten höre ich Sätze wie „Am Ende muss es halt jeder selber wissen“ von Gläubigen. Mit der religiösen Variante (also mit „glauben“ statt „wissen“) haben wir dann ein alt bekanntes Scheinargument, das hier schon mal kurz unter die Lupe genommen wurde.

Roter Hering meets Strohmann

Hier serviert Frau Prof. Dr. Enxing ihrem Publikum erstmal einen fetten Roten Hering – in Form einer irreführenden pseudointellektuellen Abhandlung zum Begriff „wissen“ aus der eben zitierten Diskussions-Abwürge-Floskel.

Inhaltlich („sinngemäß“ wäre in diesem Fall wohl übertriebener Euphemismus) lässt sich Frau Prof. Dr. Enxings Scheinargumentation (hier im Original nachzulesen) ungefähr so zusammenfassen:

  • Am Ende muss es nicht jede [sic] selbst wissen, weil es am Ende auch nicht jeder selbst wissen kann. Wir entscheiden letztendlich zwar alle selbst und tragen die Verantwortung, aber wissen können wir es nicht selbst. Weil unsere Entscheidungen nicht nur uns selbst betreffen, können wir auch nicht selbst wissen, was insgesamt die beste Lösung, das bestmögliche Handeln ist.

Begrifflichkeitsgeschwurbel dieser Art ist oft ein Indiz dafür, dass jemand den Anschein erwecken möchte, etwas zu einem Thema zu sagen zu haben, obwohl er oder sie faktisch eigentlich nichts Erhellendes beizutragen hat. Dazu passt auch die gespielte Empörung, Zitat: „Aber genau das bringt mich erst recht auf die Palme.“

Absichtliches Missverstehen

Wohl niemand (außer Frau Prof. Dr. Enxing) versteht die Floskel, dass es am Ende halt jeder selber wissen müsse so, dass Menschen schlussendlich, also abschließend wissen müssten, was insgesamt die beste Lösung, das bestmögliche Handeln ist.

Vielmehr ist damit gemeint, dass die eigenen Ansichten, etwa zu einer politischen Streitfrage, von der persönlichen Einstellung, basierend auf dem persönlichen Wissensstand und vielen weiteren Faktoren (gemeinhin in Summe auch bezeichnet als „Meinung“) abhängen.

„Jemand muss es am Ende halt selber wissen“ bedeutet nichts anderes als: „Jemand muss sich am Ende halt selber eine Meinung bilden.“ Und nicht: „Jemand muss erst die letztgültige Wahrheit gefunden haben, um mitreden zu können.“

Zum „Roten Hering“ gesellt sich hier also noch ein Strohmann:

Frau Prof. Dr. Enxing konstruiert sich mit ihrem absichtlichen Missverstehen einer Floskel einen leicht angreifbaren Standpunkt zurecht, den so aber wohl niemand vertritt. Das alles vermengt sie zu einem Non-Sequitur-Gemisch, das sofort verpufft, sobald man das kritische Denken und die Logik-Lampe einschaltet.

Wissen vs. Glauben

Noch absurder erscheinen solche Einlassungen zum Thema „Wissen“, wenn sie von Menschen stammen, die gleichzeitig auch die Methode des religiösen Glaubens propagieren. Also das vorsätzliche Für-Wahr-Halten von Behauptungen. Unabhängig von Beweisbarkeit oder Plausibilität. Und das daran-Festhalten. Auch wider besseres Wissen.

Nach diesem ersten theologisch-rhetorischen Reinfall zum Thema „wissen“ schwenkt Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) jetzt um zum Thema vom letzten Samstag:

Wir müssen uns austauschen, wir müssen debattieren, wir müssen streiten, die Meinungen anderer anhören, zulassen und unsere eigenen einbringen. So mühsam es ist.

Ja, streiten ist schlimm, aber nicht mehr streiten noch viel schlimmer. Resignation ist doch das Aus einer jeden Gesellschaft.

Auf geht’s, Frau Prof. Dr. Julia Enxing!

Resignieren Sie nicht! Debattieren Sie! Streiten Sie! Hören Sie sich die Meinungen anderer an, lassen Sie sie zu und bringen Sie Ihre eigenen ein! So mühsam es ist! Denn Resignation ist doch das Aus einer jeden Gesellschaft!

Ich eröffne mal die Diskussion mit einigen Themen:

  • Ich halte es für unverantwortlich und verachtenswert, Menschen wider besseres Wissen vorzugaukeln, es gäbe ein bestimmtes magisches Himmelswesen, das sich zwar, sollte es existieren, exakt so verhält, als existiere es nur als kollektive fixe Idee in der menschlichen Phantasie, auf dass sie aber trotzdem hoffen und vertrauen und das sie verehren sollen.
  • Schon allein schon die Bewerbung der gerade schon kurz beschriebenen Methode des religiösen Glaubens halte ich für eine Schande für eine Person, deren akademischer Titel suggeriert, sie sei den Grundsätzen des kritischen Denkens und des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnes verpflichtet.
  • Mindestens genauso verachtenswert finde ich es, ausgerechnet den Gott aus der biblisch-christlichen Mythologie als wohlmeinenden Friedensbringer darzustellen.

Ich bin, sicher auch im Namen der geschätzten Leserschaft, gespannt auf Ihren Kommentar, den Sie gerne direkt hier unten auf der Seite abgeben und so zeigen können, dass es sich bei Ihren Appellen für Streitkultur nicht nur um selbstgerechte Heuchelei handelt.

Fast zum Schluss noch ein Zirkelschluss…

In der Bibel steht, Gott ruft die Menschen dazu auf, nicht zerstritten zu sein, aber gleichzeitig heißt es auch, dass die Menschen einander helfen sollen, die Wahrheit zu suchen und zu erkennen.

Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.), offenbar verfolgen Sie heute das Ziel, so viele Beispiele für faule Scheinargumente in Ihrer Verkündigung unterzubringen wie möglich.

Zum Roten Hering und zum Strohmann gesellt sich jetzt also noch ein klassischer Zirkelschluss.

Geübt im Suchen

Auf die Frage, was genau mit Wahrheit gemeint sein könnte, wird es keine einfache Antwort geben. So einfach ist das Leben leider nicht. Aber eines ist wichtig: Es kommt nicht darauf an, die Wahrheit sofort zu finden und sich auf Biegen und Brechen zu einigen. Es kommt darauf an geübt zu sein im Suchen, im Ringen um die Wahrheit.

Theologen sind geübt in der endlosen Suche nach den Schnitten und Mustern von „des Kaisers neuen Kleidern.“ Sie ringen nicht um die Wahrheit. sondern sie ringen darum, dass ihr Glaube wahr sein möge. Sie können nur hoffen (und beten), dass ihr Gott auch weiterhin niemals tatsächlich nachweisbar in Erscheinung tritt. Das ist die unbedingte Voraussetzung für ihre tägliche Beschäftigung und für den religiösen Glauben insgesamt.

Wissenschaft sucht nicht nach Wahrheit, sondern nach weniger Falschheit

Meme Wahrheit suchen

Die philosophische Frage nach der Existenz einer absoluten Wahrheit ist zumindest für die wissenschaftliche Debatte irrelevant. Hier sucht niemand nach einer solchen endgültigen Wahrheit.

Solche Vorstellungen kolportieren gerne zum Beispiel religiös Gläubige. Um mit der Unerreichbarkeit dieses vermeintlichen Zieles ihrem Götterglauben Relevanz anzudichten. Und um die bestens bewährten (und aus religiöser Sicht deshalb gleichsam existentiell gefürchteten) wissenschaftlichen Methoden zur Erkenntnisgewinnung zu diskreditieren.

Das endet dann oft in religiösen Scheinargumenten wie dem altbekannten Auch an Logik, Wissen und Vernunft kann man nur glauben.„.

Ziel der Wissenschaft ist es, falsche Ideen als solche zu entlarven, um sie dann aufzugeben und/oder durch bessere zu ersetzen.

„Besser“ bedeutet in diesem Zusammenhang einfach nur: Weniger falsch.

Es sind die Gläubigen, die bei diesem Suchen und Ringen unredlich und unehrlich zu sich selbst sein müssen, wenn sie ihren Glauben nicht verlieren möchten. Denn religiöser Glauben reagiert höchst flüchtig auf Erkenntniswerkzeuge wie Falsifikation oder ergebnisoffene Untersuchung.

Was bei diesem Spagat herauskommt (gleichzeitig gläubig zu sein und trotzdem rational erscheinen zu wollen), demonstriert Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) im heutigen „Wort zum Sonntag.“

Religiöser Glaube ist das Gegenteil von Wissenschaft

Und spätestens hier fliegen religiös Gläubige wegen eines Dilemmas entweder aus der (wissenschaftlichen) Debatte oder aus ihrem Glauben:

Wissenschaft vs. Glaube

Entweder, sie halten wider besseres Wissen an ihren Glaubensvorstellungen und deren falschen Prämissen fest (Beispiel: Zufällig genau der Gott, in dessen Anhängerschaft ich hineingeboren worden war, existiert tatsächlich. Er meint es gut mit mir. Manchmal greift er auf meine Bitten hin in meinem Sinn ins irdische Geschehen ein. Er hat sich zu seiner eigenen Befriedigung seinen Stiefsohn bzw. sich selbst zwecks meiner Erlösung von meiner angeblich ererbten Schuld am Kreuz zu Tode foltern lassen. Usw…).

Damit halten sie Dinge für wahr, die nicht mit der irdischen Realität übereinstimmen. Sondern als mythologische Fiktion dem Bereich der Phantasie zuzuordnen sind.

Und katapultieren sich damit selbst aus einer ernsthaften Debatte, die über eine bestenfalls unterhaltsame Plauderei hinausgeht.

Oder, sie ersetzen ihre (bis zum Beweis des Gegenteils falschen) religiösen Vorstellungen (für den Anfang einfach mal alles, was im christlichen „Glaubensbekenntnis“ steht) durch die bis zum Beweis des Gegenteils richtigere Vorstellung, dass es sich auch bei ihrem Glaubenskonstrukt genauso um ein eben solches handelt.

Wie bei den vielen tausend anderen Glaubenskonstrukten auch, die sich Menschen schon ausgedacht haben:

Ein ausschließlich von Menschen aus Unwissenheit, Angst, Skrupellosigkeit, unstillbarer Gier nach Macht und Reichtum zum Gefügigmachen einer kleinen Menschengruppe und zur Rechtfertigung von Verbrechen aller Art bis hin zum Völkermord konzipiertes Unterdrückungskonstrukt. Das auf Irreführung, falschen Versprechen, furchtbaren Drohungen und einem tradierten chronischen Bestätigungsfehler basiert.

Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) weiß, was Götter möchten

Damit wäre zwar der Ausweg aus dem Glaubenslabyrinth gefunden und die eigene intellektuelle Redlichkeit gerettet.

Nach diesem Schritt (meistens eher: Prozess) würden Menschen dann nicht mehr Sätze wie diesen öffentlich aussprechen:

Nur so können wir uns einander annähern und finden somit auch ein Stück näher den Frieden, den Gott für diese Welt möchte.

Um sowas behaupten zu können, muss man die Methode des vernünftigen Erkenntnisgewinnes selbst dann ignorieren, wenn man mit ihr eigentlich vertraut sein sollte.

Und dann sollte man sich aber auch dessen bewusst sein, dass man sich mit solchen Verkündigungen über Wissen und Wahrheit wie die, die Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) heute präsentiert nur bis auf die Knochen blamieren kann.

Das mag sie ja gerne tun. Aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit!

Ich bin dankbar in einem Land zu leben, in dem die offene Debatte unter Wahrung des gegenseitigen Respekts geradezu erwünscht ist. Ich bin dankbar in einer Stadt zu leben, in der man jeden Abend zu irgendeiner kostenlosen Diskussionsveranstaltung gehen kann und sich so ein Bild über die Meinungsvielfalt der Menschen hierzulande machen kann.

Wer hats erfunden?

Genauer: Wer hat Meinungsfreiheit und -vielfalt gegen den erbitterten Widerstand der Kirche durchgesetzt?

Und wem sind Sie deshalb folgerichtig zu Dank verpflichtet, Frau Prof. Dr. Enxing?

Genau. Denen, die für weniger Glauben und mehr Wissen gesorgt haben und sorgen. Für mehr Demokratie und weniger theokratisch-patriachialisch-absolutistische Wahlmonarchie. Und für weniger religiös-heuchlerische Scheinmoral und mehr humanistisch-säkulare ethische Werte.

Für mehr Aufklärung statt religiöser Verdummung von Kindern und Erwachsenen!

Nicht zerstritten sollen wir sein, aber streitlustig. Wir sollen Lust und Mut am Streiten haben, damit wir gemeinsam etwas voranbringen können.

Mut zur Debatte – auf geht’s!

Bringen wir gemeinsam etwas voran! Und überlegen wir in einer gemeinsamen Debatte, wie die Allgemeinheit vom Potential der Menschen profitieren kann, deren Zeit und Energie jetzt noch mit Religionsgedönse und Götterverehrung verbraten wird!

Überlegen wir, wie man die vier Sendeminuten vom „Wort zum Sonntag“ sinnvoller nutzen kann als zur Glaubens- und Kirchenreklame!

Damit wäre für die Allgemeinheit auf jeden Fall mehr gewonnen als mit irgendwelchen Ankedoten, die letztlich alle doch nur dem Zweck dienen, den beiden christlichen Kirchen noch irgendeine Relevanz anzudichten, die weder sie, noch ihre Glaubenslehre heute noch hat.

Damit könnten die Sprecherinnen und Sprecher problemlos den Vorwurf ausräumen, es ginge ihnen im „Wort zum Sonntag“ in Wirklichkeit gar nicht um die (menschlichen, gesellschaftlichen, politischen…) Themen, die sie als Aufhänger benutzen. Sondern einfach nur um Glaubens- und Kirchenreklame.

Auch eine Debatte zum Thema „Erkenntnisgewinn im Alltag“ stelle ich mir interessant vor. Und verweise in diesem Zusammenhang auf die kleine, schon etwas ältere AWQ-Serie zum diesem Thema.

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7 Gedanken zu „Mut zur Debatte – Das Wort zum Wort zum Sonntag“

  1. Ach Frau Professor Enxing – wo waren Sie denn während des Geschichtsunterrichts?

    „Wir müssen uns austauschen, wir müssen debattieren, wir müssen streiten, die Meinungen anderer anhören, zulassen und unsere eigenen einbringen.“ Wissen Sie eigentlich, wie lange und brutal Ihre Kirche genau gegen diese Forderungen gekämpft hat?

    „Ich bin dankbar in einem Land zu leben, in dem die offene Debatte unter Wahrung des gegenseitigen Respekts geradezu erwünscht ist. Ich bin dankbar in einer Stadt zu leben, in der man jeden Abend zu irgendeiner kostenlosen Diskussionsveranstaltung gehen kann und sich so ein Bild über die Meinungsvielfalt der Menschen hierzulande machen kann.“ Wissen Sie eigentlich, wie viele Menschenleben, zerstörte Existenzen, wieviel Leid und Opfer es gekostet hat, genau diese Dinge aus dem blutigen Rachen Ihrer Kirche zu reißen?

    Und in Ihrem Wort zum Sonntag reden Sie von „Wahrheit“ … es ist nicht zu fassen!

    Antworten
  2. Gerade habe ich Frau Prof. Dr. Julia Enxing per E-Mail zu der von ihr geforderten Debatte eingeladen:

    Guten Tag Frau Prof. Dr. Julia Enxing,

    wie jede Woche habe ich wieder einige Anmerkungen und Fragen zum „Wort zum Sonntag“ in einem Blogbeitrag veröffentlicht:

    https://www.awq.de/2023/07/mut-zur-debatte-das-wort-zum-wort-zum-sonntag/

    Da Sie ja ausdrücklich darauf hinweisen, wie wichtig das Ringen um die Wahrheit ist (Zitat: Wir müssen uns austauschen, wir müssen debattieren, wir müssen streiten, die Meinungen anderer anhören, zulassen und unsere eigenen einbringen. So mühsam es ist.), nehme ich Sie beim Wort und lade Sie ein, in einer von Ihnen geforderten Debatte um die Wahrheit zu ringen.

    Einige Thesen, die Ausgangspunkt für eine solche Debatte sein können, finden Sie im Beitrag.

    Nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion direkt auf der Seite, um Ihren Worten Taten folgen zu lassen und erklären Sie bitte beispielsweise, wie Sie dem Vorwurf begegnen, dass Religionsverkünder Menschen vorsätzlich und zum eigenen Vorteil mit Unwahrheiten in die Irre führen.

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    • „zu der von ihr geforderten Debatte eingeladen“

      Na das ist doch eher rhetorisch!
      Die trauen sich doch praktisch nur unter „Gleichgesinnte“!
      Könnte ja sein, man träfe auf einen wie „Hitch“ oder ähnlich wortgewandte Kritiker!

      Ich hab relativ selten erlebt, dass sich Religions-Apologeten auf atheist., naturalist., humanist. usw Seiten und Blogs verirrten und dort auch gestritten wurde.
      Auf relig. Seiten+Blogs aber fliegt man bei geringstem Anzeichen von Kritik (von falscher Seite) raus, ist mir häufig passiert. Einzige Ausnahme bisher: mykath.net und dort (nur) die „Gladiatoren-Arena“, die explizit zum Streit auffordert.

      Antworten
  3. Sehr geehrte Frau Prof. Dr. theol. (!) Enxing,

    ich sag Ihnen mal, was mich auf die Palme bringt:

    1. Ihr und Ihrer Berufskollegen Beliebigkeitsgefasel, das dem liberalen, synodalen, modern daher kommenden bibel-exegetischen Muster mit den Floskeln „ja, aber“, „sowohl als auch“, „ja und nein“, „so oder auch anders“ etc. entspricht.
    Allen wohl und keinem wehe, nur ja nicht anecken, im Abstrakten verharren, nur nicht festlegen lassen, entdogmatisieren, die Bibel als Gemischtwarenladen nutzen … mit dem einzigen Ziel, vom Glaubenskonstrukt noch irgendetwas in die digitale, säkulare und aufgeklärte Welt hinüberzuretten. Das wäre aber genau das Gegenteil von Streitkultur.

    2. Streiten ist kein Selbstzweck, Frau Enxing, und nicht jeder Problemlösung oder Meinungsbildung muss ein Streit vorausgehen.
    Soll ich etwa mit einem Holocaust-Leugner streiten?
    Soll ich bei jeder Grillparty, jeder Geburtstagsfeier, jedem Meeting über Gott und die Welt einen Streit vom Zaun brechen?
    Alles zu seiner Zeit und am richtigen Ort.
    Und worüber würden Sie wohl streiten wollen?
    Über die Wahrheit?
    Das kann doch wohl bei Ihnen nur die göttliche Wahrheit sein, oder? Aber darüber gibt es doch nichts zu diskutieren, es sei denn, Sie würden ergebnisoffen zum Beispiel über die Friedensliebe Ihres Gottes streiten wollen. Wollen Sie das? Da wären Sie dann aber gezwungen, konkret zu werden und auf Gegenargumente einzugehen, wie Sie ja nicht müde werden, dies in Ihrem Sermon zu fordern.
    Ich vermute jedoch, dass da Ihre Lust am Streiten gewaltig schrumpfen würde und Sie genauso wie auf die Fragen und Argumente von AWQ reagieren würden, nämlich: gar nicht.

    Antworten
  4. Bevor man in eine Debatte mit Frau Prof. Dr. Julia Enxing (kath.) einsteigt, sollte erst mal geklärt werden, zu welchen Themen sie überhaupt eine eigene Meinung haben oder gar äußern darf. Zu religiösen sicher nicht, denn ihr Arbeitsvertrag und der Katechismus der katholischen Kirche verpflichten sie dazu, die katholische Wahrheit zu lehren. Da gibt es keinen Spielraum; das ist unter dem Titel „Das Lehramt der Kirche“ Absatz 85 ff umständlich aber eindeutig geregelt. Hieraus die klarste Aussage:
    »100 Die Aufgabe, das Wort Gottes verbindlich auszulegen, wurde einzig dem Lehramt der Kirche, dem Papst und den in Gemeinschaft mit ihm stehenden Bischöfen anvertraut.«

    Nichtsdestotrotz würde ich ihr zu gerne die Frage stellen, wie sie zu dieser Aussage des KKK steht:
    »122 … Obgleich die Bücher des Alten Testamentes ,,auch Unvollkommenes und Zeitbedingtes enthalten“, zeugen sie dennoch von der Erziehungskunst der heilschaffenden Liebe Gottes: …«
    Beispiele für „Unvollkommenes“, „Zeitbedingtes“ und „Erziehungskunst“ brauche ich in diesem Forum wohl nicht zu nennen. Wer solch eine Aussage glaubt, unterstützt oder gar lehrt ist für mich kein Gesprächspartner.
    Erst diese Tage hat Jorge Mario Bergoglio alias Papst Franziskus die Pillenenzyklika von Gian Pietro Carafa alias Papst Paul IV bestätigt. Eine Debatte über dieses anmassende, übergriffige Machwerk lehne ich zum Beispiel ebenfalls ab. Dazu habe ich nur eins zu sagen: Raus aus meinem Schlafzimmer !

    Antworten
  5. Lächerlich, dieses Gesäusel über Streitkultur in Ihrer Lieblingsreligion.
    Religionen werden verkündet! So auch in Ihrem WzS Frau „Prof“ Enxing.
    Verkünden bedeutet für den Gegenüber: „Maul halten und zuhören“! Genau auf diese Weise werden Religionen verbreitet, aber bitte doch nicht durch Diskussion oder gar Streit (also schon, halt nur nichtdisskursiv mit dem Schwert).
    Ich würde ja so gerne mal in einen Gottesdienst gehen, wenn man da Zwischenfragen stellen könnte.
    Nachdem bei den meisten Apologethen, die Schwelle für Verfolgungswahn und beleidigt sein unterhalb dem absoluten Nullpunkt liegt, führen bereits einfachste und sachliche Nachfragen zum Einseitigen Abbruch des Streits.
    Die Apologethen wollen keinen Streit, die wollen Wellness, mein Lieblingsgott existiert und hat uns alle lieb.

    Antworten
  6. Also ich hab die Ensing bereits früher mehrfach angeschrieben, dass Sie sich hier auf awq gerne zu ihrem geäußerten Blödsinn im WZS äußern kann bzw. soll: aber die schweigt standhaft und labert weiter ihren Unsinn im WZS. Das ist vergebene „Liebesmüh“

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