Gastkommentar: Das Wort zum Wort zum Weltjugendtag

Lesezeit: ~ 15 Min.

Kommentar von AWQ-Leser Klaus Bernd zu Gedanken zu: Impulse von Stefan Buß: Weltjugendtag in Lissabon

Die strunzdumme Überhöhung von „Maria stand auf“ in „Die Handlung des Aufstehens zeigt uns Maria als Frau der Nächstenliebe und der Mission.“ hat mich motiviert, das Motto des WJT und die ganze erste Rede von Jorge Mario Bergoglio (JMB), wie sie auf vaticannews veröffentlicht wurde, etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Als erstes fällt auf, dass er SEINEN (?) Gott nur in dem abschließenden „Gott segne Portugal“ erwähnt. Dagegen lobt er den Okeanos, der seine Mutter Gäa (Erde) umarmt und so dazu einlädt, die gesamte bewohnte Welt in Zärtlichkeit einzuhüllen. Zusammengefasst gibt es viel Esoterisches um den Ozean und dessen Einfluss auf die Portugiesen.

Viel Europa-Bashing, in der Form, dass Europa seiner Aufgabe als großer Zampano der Friedensstiftung in der Welt nicht nachkomme und auch seiner Aufgabe als Herz des Westens nicht nachkomme.

In diesem Sinne stellt er anmaßend vorwurfsvoll die Fragen:

„Wohin steuerst du, wenn du der Welt keinen Friedenskurs vorschlägst, kreative Wege, um dem Krieg in der Ukraine und den vielen Konflikten, die die Welt mit Blut beflecken, (ein Ende zu machen)?“. Und „Welchen Kurs verfolgst du, Westen?“ Und „Wohin steuert ihr, Europa und Westen …?“.

Den Osten fragt er das nicht? Warum nicht? Weil er ansatzweise, wie Patriarch Kyrill, im „Westen“ „DAS BÖSE“ sieht?

Zum Thema Krieg und Frieden hat sich der Große Heilige und Kirchenlehrer Augustinus ausführlich geäußert. Nachzulesen auf Wikipedia. Demnach wäre es geradezu Gotteslästerung, wolle man einen Krieg verhindern oder beenden, da „…Gott befiehlt Krieg, um den Stolz der Sterblichen auszutreiben, zu zerschmettern und zu unterwerfen…“!!!

Von Lissabon ist JMB nach Fatima weitergereist, um dort laut vaticannews verstärkt für den Frieden in der Ukraine zu beten. Da reibt man sich als gläubiger Mensch doch sicher die Augen. Warum sollte das in Fatima mehr bewirken als in Rom? Weil das ein besonderer esoterischer Kraftort ist? Kann man hoffen, dass dort die Jungfrau Maria wieder mal vorbeikommt um die Bitten persönlich abzuholen und dem HERRN vorzulegen? Vermutlich ist der eigentliche Grund, dass Fatima nach Corona ein bisschen Hilfe braucht, um das Wallfahrts-Business wieder anzuschieben.

„Die Handlung des Aufstehens zeigt uns Maria als Frau der Nächstenliebe und der Mission.“

Die Handlung des Aufstehens zeigt mich als Mann der menschlichen Bedürfnisse. Ich muss aufs Klo.

Soweit die Zusammenfassung, Im folgenden die vollständige Analyse zur gefälligen Verwendung.

So lautet das Motto des WJT:

„Maria stand auf und machte sich eilig auf den Weg“ ( Lk 1,39)

In keiner der online verfügbaren Bibel-Übersetzungen taucht das wortwörtlich so auf. Auch wenn es inhaltlich keinen großen Unterschied macht, warum benutzt man nicht die sicherlich mit viel Geld und Kompetenz erstellte Einheitsübersetzung von 2016?

Dort heißt es: “In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.“

Wie auch immer, ein Motto von nicht gerade seltener Sinnfreiheit für Events dieser Art. Erwähnenswert aber, dass dieses Ereignis bei keinem der anderen drei Evangelisten erwähnt wird. Immerhin ist im Folgenden von einem sensationellen Ereignis die Rede: der kleine Johannes, der Täufer, randaliert im Leib seiner Mutter Elisabet vor Begeisterung, dass er dem nocht nicht mal embrionalen Jesus begegnet. Und die schwangere Jungfrau Maria hält einen esoterischen Vortrag von exzellenter poetischer Qualität:

»46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn / 47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. 48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. 49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig. 50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten. 51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; 52 er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen. 53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen, 55 das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“«

Bescheidenheit geht zwar anders und zutreffendes Vorhersagen auch, aber ist das nicht eine herrliche Ode? Ein pubertierendes jungfräuliches (trotzdem und immer noch!) Groupie schwärmt begeistert von ihrem Sugar-Daddy! Kann man doch in jedem Pontifikalamt zitieren.

Jorge Mario Bergoglio ist nach Lissabon gejettet, um die Jugend der Welt im Glauben zu bestärken. In seiner Begrüßungsrede meint er aber vor allem die erwachsenen politischen Verantwortlichen Europas in den Senkel stellen zu müssen. (Da JMB dem „Gott ist die Liebe“ seines verehrten Vorgängers noch ein „Gott ist die Zärtlichkeit“ draufsetzt, rede ich im folgenden statt vom „Lieben Gott“ – was eigentlich schon kindisch genug ist – vom Lieben Zärtlichen Gott.)

»APOSTOLISCHE REISE NACH PORTUGAL ZUM WELTJUGENDTAG
NR. 1 ANSPRACHE DES HEILIGEN VATERS
Treffen mit Verantwortungsträgern, der Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps
Lissabon, 2. August 2023
Herr Präsident, Herr Parlamentspräsident, Herr Premierminister, Mitglieder der Regierung und des diplomatischen Korps, Verantwortungsträger, Repräsentanten der Zivilgesellschaft und der Welt der Kultur, meine Damen und Herren!
Ich grüße Euch herzlich und danke Ihnen, Herr Präsident, für den Empfang und für die freundlichen Worte, die Sie an mich gerichtet haben.«

Und für die rund 80 Millionen Euro, die Portugal dafür hat springen lassen bedankt er sich nicht. Ist ja auch nur Mammon. Zumal die Verantwortungsträger wie immer bei solchen Veranstaltungen blauäugig oder betrügerisch verkünden, dass sie aus dem Event ein Mehrfaches davon an Einnahmen erzielen werden.

».. Ich freue mich, in Lissabon zu sein, einer Stadt der Begegnung, die verschiedene Völker und Kulturen umfasst und die in diesen Tagen noch universaler wird; sie wird gewissermaßen zur Hauptstadt der Welt…«

Und der Stadt des Erdbebens von 1755, lustigerweise am Tag Allerheiligen, das fast alle Viertel, und fast alle Kirchen der Stadt zerstört hat und 30.000 bis 100.000 – auf ein paar mehr oder weniger kommts dem Lieben Zärtlichen Gott ja nicht an – Menschen das Leben gekostet hat.

»Das passt gut zu ihrem multiethnischen und multikulturellen Charakter – ich denke an das Viertel Mouraria, in dem Menschen aus mehr als sechzig Ländern in Harmonie leben – und es zeigt den kosmopolitischen Charakter Portugals, der in dem Wunsch verwurzelt ist, sich der Welt zu öffnen und sie zu erkunden, indem man zu neuen und weiteren Horizonten aufbricht.«

Dass Mouraria als Ghetto für die aus der Stadt vertriebenen Mauren entstanden ist, muss man ja nicht erinnern und die Harmonie in diesem Armenviertel muss man ja auch nicht näher untersuchen. Wie das Rotlichtviertel Alfama und das Kneipenviertel Bairro Alto, wurde es 1755 Gott sei Dank weitgehen verschont. Und dass sich der kosmopolitische Charakter Portugals noch bis 1974 in brutaler kriegerischer Kolonialpolitik manifestierte, wollen WIR auch endlich mal unter den Teppich kehren.

»Nicht weit von hier, in Cabo da Roca, ist der Satz eines großen Dichters dieser Stadt eingemeißelt: »Hier… wo das Land endet und das Meer beginnt« (L. Vaz de Camões, Os Lusíadas, III, 20). Jahrhundertelang glaubte man, dass sich dort die Grenze der Welt befand, und in einem gewissen Sinne ist das wahr: Wir befinden uns an den Grenzen der Welt, denn dieses Land grenzt an den Ozean, der die Kontinente abgrenzt.«

Und wenn die Kirche noch heute die Macht hätte, wären die Grenzen dieses Kontinents noch immer die Grenzen der Welt.

»Lissabon ist von seiner Umarmung und seinem Duft geprägt. Ich schließe mich gern dem an, was die Portugiesen zu singen lieben: »Lissabon duftet nach Blumen und Meer« (A. Rodrigues, Cheira bem, cheira a Lisboa, 1972). Ein Meer, das viel mehr ist als ein Landschaftselement; es ist ein Ruf, der in die Seele eines jeden Portugiesen eingeprägt ist: »klangvolles Meer, Meer ohne Boden, Meer ohne Ende« nannte es eine lokale Dichterin (S. de Mello Breyner, Mar sonoro); während ein anderer Dichter so betete: »Gott des Meeres, gib uns mehr Wellen, Gott der Erde, gib uns mehr Meer« (D. Faria, O país de Deus).«

Letzteres Gebet wurde wohl 1755 erhört! Mehr Meer! Tsunami!

»Angesichts des Ozeans denken die Portugiesen über die unendlichen Weiten der Seele und den Sinn des Lebens in der Welt nach. Und auch ich möchte einige Gedanken teilen, indem ich dem Bild des Ozeans folge.«

Das ist schon eine kühne Behauptung, dass „die Portugiesen“ derart esoterische Gedanken hegen.

»Nach der klassischen Mythologie ist Okeanos der Sohn des Himmels (Uranos): Seine Weite führt die Sterblichen dazu, nach oben zu schauen und sich zur Unendlichkeit hin zu erheben. Gleichzeitig ist Okeanos aber auch der Sohn der Erde (Gäa), die er umarmt und so dazu einlädt, die gesamte bewohnte Welt in Zärtlichkeit einzuhüllen.«

Eigentlich schade, dass uns die Kirche diese zärtlichen Götter weggenommen hat. Grenzt das nicht an Anbetung dieser Götter? Tatsächlich erwähnt er SEINEN (?) Gott nur in dem abschließenden „Gott segne Portugal“.

»Der Ozean verbindet nämlich nicht nur Völker und Staaten, sondern auch Länder und Kontinente. «

Ozeane trennen erst mal, begrenzen hieß es oben gerade noch. Und Völker und Staaten befinden sich nun mal in Ländern und Kontinenten.

»Daher erinnert Lissabon, eine Stadt des Ozeans, an die Bedeutung des Zusammenseins und daran, Grenzgebiete als Berührungspunkte zu verstehen und nicht als Grenzen, die trennen.«

Ein Ozean, der nicht trennt? Das Mittelmeer trennt schon, jeder kleine Bach trennt und muss mit Brücken überwunden werden.

»Wir wissen, dass heute die großen Fragen globaler Natur sind, und doch erleben wir oft, dass wir sie unwirksam angehen, weil die Welt gerade in Anbetracht gemeinsamer Probleme gespalten ist oder zumindest nicht geschlossen genug und nicht in der Lage ist, das geeint anzugehen, was alle bedroht.«

Wir? Wer ist mit diesem „wir“ gemeint? Wir Menschen? Das heißt es sind auch die Kinder auf den Müllhalden der Favelas gemeint?!

»Es scheint, dass die weltweiten Ungerechtigkeiten, die Kriege, die Klima- und Migrationskrisen schneller voranschreiten als die Fähigkeit und oft auch der Wille, diesen Herausforderungen gemeinsam entgegenzutreten.«

Könnte man vom Lieben Zärtlichen Allmächtigen Schöpfergott, der den Frauen und selbst kleinen Mädchen und gern auch mal per Vergewaltigung Kinder schenkt, nicht erwarten, dass er mal Kinder mit diesen Fähigkeiten und diesem Willen schenkt?

»Europäischer Traum
Lissabon kann einen Tempowechsel anregen. Hier wurde 2007 der gleichnamige Vertrag zur Reform der Europäischen Union unterzeichnet. Darin wird erklärt: »Ziel der Union ist es, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern.« (Vertrag von Lissabon zur Änderung des Vertrags über die Europäische Union und des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft, Art. 1,4/2.1). Darüber hinaus wird versichert: »In ihren Beziehungen zur übrigen Welt […] leistet [sie] einen Beitrag zu Frieden, Sicherheit, globaler nachhaltiger Entwicklung, Solidarität und gegenseitiger Achtung unter den Völkern, zu freiem und gerechtem Handel, zur Beseitigung der Armut und zum Schutz der Menschenrechte« (Art. 1,4/2.5)… Dies ist also der Geist des Zusammenseins, beseelt vom europäischen Traum eines Multilateralismus, der über den bloßen westlichen Kontext hinausgeht.«

Ist das mit dem westlich jetzt synonym zu böse gemeint? Sein Freund Kyrill sieht das ja so! Zu JMBs Buch „Atem neuen Lebens; gemeinsam beten“ hat der 2020 ein Vorwort geschrieben.

»Einer umstrittenen Etymologie zufolge soll sich der Name Europa von einem Wort ableiten, das die Richtung des Westens angibt. Gewiss ist hingegen, dass Lissabon die westlichste Hauptstadt Kontinentaleuropas ist. Es erinnert somit an die Notwendigkeit, weitreichendere Wege der Begegnung zu eröffnen, wie es Portugal bereits tut, insbesondere mit Ländern anderer Kontinente, die dieselbe Sprache sprechen.«

Vor allen Dingen bis 1974 getan hat, indem es seinen Kolonien gewaltsam den christlichen Glauben und seine Sprache aufgezwungen hat. Gewaltsam? Aber JMBs verehrter Vorgänger hat ja mit ungebremstem Zynismus festgestellt, dass die Ureinwohner sich , tief, tief im Innern nach der Frohen Botschaft gesehnt hätten!!! Und warum bestehen die Brasilianer darauf, dass sie Brasilianisch sprechen und nicht Portugiesisch?

»Ich hoffe, dass der Weltjugendtag für den „alten Kontinent“ ein Impuls weltweiter Öffnung wird. Denn die Welt braucht Europa, das wahre Europa:«

Was das „wahre“ Europa ist, das bestimmt der Papst? Einen Impuls weltweiter Öffnung braucht es zu Zeiten der Globalisierung wirklich nicht. Vielmehr haben wir die Schattenseiten der weltweiten Öffnung leidvoll kennenlernen müssen.

»Sie braucht seine Rolle als Brückenbauer und als Friedensstifter in dessen östlichem Teil, im Mittelmeerraum, in Afrika und im Nahen Osten. So wird Europa in der Lage sein, auf dem internationalen Parkett seine besondere Originalität einzubringen, die sich im vergangenen Jahrhundert herausgebildet hat, als es aus dem Schmelztiegel der Weltkonflikte heraus den Funken der Versöhnung überspringen ließ.«

Was für eine schöne Metapher: Schmelztiegel als Bild für zwei Weltkriege! Die Rolle und die Opfer der USA und der Sowjetunion muss man jetzt wirklich nicht erwähnen, oder? Und sind es nicht gerade die Länder des „Ostens“, die Europa mit „DEM BÖSEN“ identifizieren?

»Dabei verwirklichte es den Traum, mit dem Feind von gestern das Morgen zu bauen sowie Wege des Dialogs und der Integration zu eröffnen, indem es eine Friedensdiplomatie entwarf, die Konflikte ausräumen und Spannungen abbauen soll, und die in der Lage ist, selbst die schwächsten Zeichen der Entspannung zu erkennen und zwischen den krummsten Zeilen zu lesen.«

So wie Kirchenfürsten und Berufs-Katholiken zwischen den „krummsten Zeilen“ (!) des Alten Testaments noch „göttliche Erziehungskunst der heilschaffenden Liebe Gottes“ (KKK) herauslesen.

»Wo ist der mutige Friedenskurs?
Im Ozean der Geschichte befinden wir uns gerade in einer stürmischen Situation und es ist das Fehlen eines mutigen Friedenskurses spürbar. Wenn man Europa beherzt betrachtet, müsste man es im Geist des Dialogs, der es kennzeichnet, fragen: Wohin steuerst du, wenn du der Welt keinen Friedenskurs vorschlägst, kreative Wege, um dem Krieg in der Ukraine und den vielen Konflikten, die die Welt mit Blut beflecken, (ein Ende zu machen)?«

So. das war jetzt genug Zuckerbrot, jetzt kommt die Peitsche. Dass die katholischsten Länder Europas dem gemeinsamen Wirken Europas nur Knüppel zwischen die Beine werfen, muss jetzt nicht vertieft werden. Was er von seinem Lieben Zärtlichen Gott nicht erwartet, erwartet er von Europa!!? Wie geht das eigentlich „beherzt betrachten“? Und warum der Konjunktiv „müsste“? Er fragt doch oder fragt er gleichzeitig auch nicht?

Man muss einem Papst doch wohl nicht diese Worte des Kirchenlehrers in Erinnerung rufen (zitiert nach Wikipedia): „Augustinus ging aber noch weiter:
Was, in der Tat, ist denn überhaupt so falsch am Krieg? Dass Menschen sterben, die ohnehin irgendwann sterben werden, damit jene, die überleben, Frieden finden können? Ein Feigling mag darüber jammern, aber gläubige Menschen nicht […]. Niemand darf jemals die Berechtigung eines Krieges bezweifeln, der in Gottes Namen befohlen wird, denn selbst das, was aus menschlicher Gier entsteht, kann weder den unkorrumpierbaren Gott noch seinen Heiligen etwas anhaben. Gott befiehlt Krieg, um den Stolz der Sterblichen auszutreiben, zu zerschmettern und zu unterwerfen. Krieg zu erdulden ist eine Probe für die Geduld der Gläubigen, um sie zu erniedrigen und seine väterlichen Zurechtweisungen anzunehmen. Denn niemand besitzt Macht über andere, wenn er sie nicht vom Himmel erhalten hat. Alle Gewalt wird nur auf Gottes Befehl oder mit seiner Erlaubnis ausgeübt. Und so kann ein Mann (KB: Wagner-Söldner!) gerecht für die Ordnung kämpfen, selbst wenn er unter einem ungläubigen Herrscher (KB: Putin!) dient. Das, was ihm befohlen wird, ist entweder eindeutig nicht gegen Gottes Vorschrift, oder wenn es nicht eindeutig ist, wenn zum Beispiel ein ungerechter Befehl ergeht, zeigt die Ordnung des Dienens, dass der König schuldig, der Soldat unschuldig ist. Wieviel unschuldiger muss da ein Mann sein, der einen Krieg führt, der von Gott befohlen wurde, der ja niemals etwas Falsches befehlen kann, wie jeder weiß, der ihm dient?[21]“

»Und eine weitere Frage, vor einem größeren Horizont: Welchen Kurs verfolgst du, Westen? Deine Technologie, die den Fortschritt markiert und die Welt globalisiert hat, reicht allein nicht aus. Noch weniger reichen die fortschrittlichsten Waffen, die keine Investitionen für die Zukunft darstellen, sondern eine Verarmung des wahren Kapitals der Menschen, nämlich jenes der Bildung, der Gesundheitsversorgung und des Sozialstaats.«

Du Westen! Der Osten hat keine Waffen, keine Raketen, keine Technologie? Zum Europa-Bashing kommt jetzt noch ein „Westen-Bashing“! Ganz im Tenor Kyrills. Und der von Putin finanzierte massenhafte Bau von Kirchen? Sind das etwa Investitionen für die Zukunft? Für Bildung? Für Gesunheitsversorgung? Für Sozialstaat?

»Es ist besorgniserregend, wenn man liest, dass an so vielen Orten ständig finanzielle Ressourcen in Waffen investiert werden, statt in die Zukunft der Kinder… Ich träume von einem Europa als dem Herzen des Westens, das seinen Einfallsreichtum dafür einsetzt, um Kriegsherde zu löschen und Lichter der Hoffnung zu entzünden; ein Europa, das es versteht, seine junge Seele wiederzuentdecken, das von der Größe des Zusammenseins träumt und über die Bedürfnisse des Augenblicks hinausgeht; ein Europa, das Völker und Menschen einbezieht, ohne ideologischen Theorien und Kolonialisierungen hinterherzulaufen…«

Ach ist das ein schöner Traum. Und wieder scheint er Europa mehr zuzutrauen und ihm mehr Verantwortung für die Verwirklichung seines Traumes unterzuschieben als seinem Lieben Zärtlichen Gott.

»Der Ozean als eine riesige Wasserfläche erinnert an die Ursprünge des Lebens. In der heutigen fortschrittlichen Welt ist es paradoxerweise vordringlich geworden, menschliches Leben zu schützen, das durch utilitaristische Abwege gefährdet ist, die es gebrauchen und wegwerfen. Ich denke an viele ungeborene Kinder und älteren Menschen, die sich selbst überlassen sind, an die Mühe, diejenigen aufzunehmen, zu schützen, zu fördern und zu integrieren, die von weit her kommen und an die Türen klopfen, an die Einsamkeit vieler Familien, die Schwierigkeiten haben, Kinder in die Welt zu bringen und aufzuziehen.«

Ach wie rührend, da kommen einem die Tränen. Achtung Theodizee! Schließlich wirft auch der Liebe Zärtliche Gott Milliarden befruchtete Eier einfach so weg. Und mit den Alten veranstaltet ER ein veritables Waterboarding: Was du meinst, du stirbst an dem Schlaganfall? Noch lange nicht! Erst kannst du noch ein paar Jahre vor dich hin vegetieren.

»Man könnte auch hier sagen: Wohin steuert ihr, Europa und Westen, mit der Ausgrenzung älterer Menschen, den Mauern mit Stacheldraht, den Massakern auf See und den leeren Wiegen? … Wohin steuert ihr, wenn ihr angesichts des Leidens im Leben oberflächliche und falsche Heilmittel anbietet, wie den einfachen Zugang zum Tod, eine Bequemlichkeitslösung, die lieblich erscheint, aber in Wirklichkeit bitterer ist als das Meereswasser? …«

Jaaa das kesselt wieder. Schöner esoterischer schnulziger Kitsch. Besonders das mit den leeren Wiegen! Und mit den Massakern auf See! Was ist damit eigentlich gemeint? Seeschlachten hat es doch schon lange keine mehr gegeben. Ach, „das Mittelmeer darf nicht zu Friedhof werden“ stammt von ihm. Ist es aber doch schon seit den Zeiten der Phönizier, oder? So langsam wäre doch mal ein Blick nach Osten angebracht, oder? Wohin steuerst du, Putin? Wohin steuerst du, Kyrill? Nach Westen, um die alte Kumpanei von Thron und Altar wiederzubeleben.

»Gemeinsam aufbauen
Das vom Ozean umspülte Lissabon gibt uns jedoch Grund zur Hoffnung. Ein Meer junger Menschen strömt in diese gastfreundliche Stadt,«
Da müssen ein paar Obdachlose halt mal verschwinden
»und ich möchte für die großartige Arbeit und das großzügige Engagement Portugals danken,«

80 Millionen Euro, ohne Nebenkosten und Sachleistungen.

»ein so komplex zu bewältigendes, aber hoffnungsreiches Ereignis auszurichten. Wie man hier sagt: »Neben der Jugend wird man nicht alt«. Junge Menschen aus der ganzen Welt, die den Wunsch nach Einheit, Frieden und Geschwisterlichkeit hegen, fordern uns heraus, ihre Träume vom Guten zu verwirklichen.«

Wer ist wieder mal „uns“? Auch die Hartz IV – Empfänger?

»Sie sind nicht auf der Straße, um ihre Wut herauszuschreien, sondern um die Hoffnung des Evangeliums mitzuteilen. Und wenn heute vielerorts ein Klima des Protests und der Unzufriedenheit herrscht, ein fruchtbarer Boden für verschiedene Arten des Populismus und Verschwörungstheorien, so ist der Weltjugendtag eine Gelegenheit, etwas gemeinsam aufzubauen. Er lässt den Wunsch aufleben, Neues zu schaffen, in See zu stechen und gemeinsam in die Zukunft zu steuern.«

Jawohl die katholischen, das sind gute Buben … und Mädels!

»Dabei kommen einige kühne Worte von Pessoa in den Sinn: »Seefahren ist notwendig, leben ist nicht notwendig […]; das, was nötig ist, ist das Erschaffen« (Navegar é preciso). «

„leben ist nicht notwendig“!!! Gerade hat er noch über das „weggeworfene ungeborene (!) Leben gejammert. Das geborene (!) Leben kann man ruhig auf See wegwerfen? Erinnert das nicht an Augustinus, der den „gerechten Krieg“ rechtfertigte? Noch mal: Muss man einem Papst diese Worte des Kirchenlehrers in Erinnerung rufen (zitiert nach Wikipedia): „ … Dass Menschen sterben, die ohnehin irgendwann sterben werden, …“ (s.o.)
Einen Bürgermeister von Tübingen hat man für ein ähnliches Zitat mit einem Hate-Shit-Storm überschüttet, die katholische Kirche hält ihren Kirchenlehrer dafür immer noch in höchsten Ehren und erntet dafür nicht die leiseste Kritik.

»Bemühen wir uns also mit Kreativität Mühe, etwas gemeinsam aufzubauen! Ich stelle mir drei Baustellen der Hoffnung vor, an denen wir alle gemeinsam arbeiten können: die Umwelt, die Zukunft und die Geschwisterlichkeit…
Die Umwelt. Portugal teilt mit Europa viele vorbildliche Anstrengungen zum Schutz der Schöpfung. Aber das globale Problem bleibt nach wie vor sehr ernst: Die Ozeane erwärmen sich und ihre Tiefen bringen die Hässlichkeit an die Oberfläche, mit der wir unser gemeinsames Haus verschmutzt haben. Wir sind dabei, die großen Lebensreservoire in Plastikdeponien zu verwandeln. Der Ozean erinnert uns daran, dass das menschliche Leben mit einer Umwelt in Einklang gebracht werden muss, die größer ist als wir selbst und die sorgsam gehegt werden muss, indem wir an die jungen Generationen denken. Wie können wir sagen, dass wir an die jungen Menschen glauben, wenn wir ihnen keinen gesunden Raum geben, um eine Zukunft aufzubauen? …«

Kann man so stehn lassen. Aber was ist denn „eine Umwelt, die größer ist als wir selbst“? Das ist entweder banal oder esoterisch.

»Baustellen der Hoffnung
Die Zukunft ist die zweite Baustelle. Und die Zukunft sind die jungen Menschen. Aber viele Faktoren entmutigen sie, wie der Mangel an Arbeit, das hektische Tempo, denen sie ausgesetzt sind, die steigenden Lebenshaltungskosten, die Schwierigkeit, Wohnung zu finden und, was noch beunruhigender ist, die Angst, eine Familie zu gründen und Kinder zur Welt zu bringen. In Europa und allgemeiner im Westen erleben wir eine traurige Talfahrt der Bevölkerungsentwicklung: Der Fortschritt scheint eine Frage zu sein, die die technischen Entwicklungen und die Annehmlichkeiten des Einzelnen betrifft, während die Zukunft doch erfordert, der Geburtenabnahme und dem Rückgang des Lebenswillens entgegenzuwirken.«

Genau, immer noch mehr Menschen gibt immer noch mehr Arme und die lieben der Liebe Zärtliche Gott und sein Stellvertreter ganz dolle. Genug Ressourcen gibt es ja. Z.B. Wasser; wir, also nicht JBM und der Liebe Zärtliche Gott, sondern „der Mensch“, müssen es ja nur von Bangladesh in die Sahel-Zone schaffen und zu Trink- und Brauchwasser aufbereiten

»Eine gute Politik kann dabei viel bewirken, sie kann Hoffnung schaffen. Sie ist nämlich nicht dazu berufen, die Macht zu halten, sondern den Menschen die Kraft zur Hoffnung zu geben. Sie ist heute mehr denn je dazu aufgerufen, die wirtschaftlichen Ungleichgewichte eines Marktes zu korrigieren, der Reichtum hervorbringt, ihn aber nicht verteilt und so die Menschen ihrer Ressourcen und Sicherheiten beraubt. Sie ist aufgerufen, sich als Quelle von Leben und Fürsorge wieder zu entdecken, mit Weitblick in die Zukunft, in die Familien und in die Kinder zu investieren, generationenübergreifende Allianzen zu befördern, in denen die Vergangenheit nicht mit einem Wisch ausgelöscht wird, sondern Bindungen zwischen Jung und Alt gefördert werden… «

„Eine gute Politik“, woher nehmen und nicht stehlen? Könntest Du nicht, Lieber Zärtlicher Gott, … vielleicht, … aber nur wenn Du wirklich willst … ein bisschen mehr gute Politik in die Herzen der Menschen …? Seit wann wird Vergangenheit „mit einem Wisch ausgelöscht“? Und von wem?

»Daran erinnert das portugiesische Gefühl der saudade, das eine Nostalgie ausdrückt, eine Sehnsucht nach dem abwesendem Guten, das nur im Kontakt mit den eigenen Wurzeln wiederbelebt wird. In diesem Sinne ist die Bildung wichtig, die nicht nur technische Kenntnisse vermitteln darf, um wirtschaftlich voranzukommen, sondern dazu bestimmt ist, in eine Geschichte einzuführen, eine Tradition zu überliefern, das religiöse Bedürfnis des Menschen zur Geltung kommen zu lassen und die soziale Freundschaft zu begünstigen.«

„religiös“ meint natürlich „katholisch“. Denn diese Tradition hat seit dem Tod seines verehrten Glaubenssbruders Antonio de Oliveira Salazar sehr gelitten. Das religiöse Bedürfnis muss vor allem erst mal indoktriniert werden; möglichst im frühesten Kindesalter.

»Die letzte Baustelle der Hoffnung ist die der Geschwisterlichkeit, die wir Christen von unserem Herrn Jesus Christus erlernen.«

Da gibt es aber doch noch ein paar Stellen in der Bibel, die „neu übersetzt“ werden müssen. Schon die Geschwisterlichkeit von Kain und Abel taugt ja wohl kaum als Vorbild. Man muss allerdings zugeben, dass die Zwietracht zwischen ihnen vom Lieben Zärtlichen Gott höchstpersönlich gesät wurde.

»In vielen Teilen Portugals sind der Sinn für Nachbarschaft und Solidarität sehr lebendig. Doch im allgemeinen Kontext einer Globalisierung, die uns zwar näher zusammenrücken lässt, uns aber keine geschwisterliche Nähe gibt, sind wir alle aufgerufen, den Sinn für Gemeinschaft zu fördern, angefangen beim Aufsuchen derer, die neben uns wohnen. Denn, wie Saramago feststellte, »was der Begegnung den wahren Sinn gibt, ist die Suche, und man muss einen weiten Weg zurücklegen, um das zu erreichen, was nahe ist« (Todos os nomes, 1997).«

Wunderbar! Fast so schwurbelig wie die Texte seines verehrten Vorgängers.

»Wie schön ist es, wenn wir uns als Brüder und Schwestern wiederentdecken, wenn wir uns für das Gemeinwohl einsetzen und dabei Gegensätze und Unterschiede in den Ansichten hinter uns lassen! Auch darin sind uns die jungen Menschen ein Beispiel, die uns mit ihrem Ruf nach Frieden und ihrer Lebenslust dazu bringen, die starren Zäune der Zugehörigkeit einzureißen, die im Namen unterschiedlicher Auffassungen und Glaubensüberzeugungen errichtet worden sind. Ich habe von so vielen jungen Menschen erfahren, die hier den Wunsch hegen, einander zu Nächsten zu werden. Ich denke an die Initiative Missão País, die Tausende von jungen Menschen dazu bringt, in Randgebieten, vor allem in Dörfern im Landesinneren, missionarische Solidarität im Geist des Evangeliums zu leben, indem sie viele einsame ältere Menschen besuchen. Ich möchte neben den vielen Menschen in der portugiesischen Gesellschaft, die sich um andere kümmern, auch der Kirche vor Ort, die fernab vom Rampenlicht so viel Gutes tut,«

Und auch hier massenhaft Kindesmissbrauch begangen und vertuscht hat.

»danken und sie ermutigen. Fühlen wir uns alle zusammen geschwisterlich dazu aufgerufen, der Welt, in der wir leben, und diesem wunderbaren Land Hoffnung zu geben. Gott segne Portugal!
(vatican news)«

Quelle: https://www.awq.de/2023/08/gedanken-zu-impulse-von-stefan-buss-weltjugendtag-in-lissabon/#comment-8398

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3 Gedanken zu „Gastkommentar: Das Wort zum Wort zum Weltjugendtag“

  1. Komisch, warst denn nicht schon von Anbeginn der Zeit so geplant, wies jetzt läuft, von dem persönlich, der die Anzahl deiner Haare aufm Kopp kennt noch vor der Geburt?
    Irgendwie scheint die Kommunikation zwischen Propagandaabteilung und der Chefetage gestört…
    Woran mag das wohl liegen?!

    P.S.
    Herrlich provokanter Kommentar, den Finger genau in die Wunde gelegt…
    Ein gewisser Thomas dürfte gerade vor Neid erblassen!
    Chapeau. Weiter so!!!

    Antworten
  2. Also immerhin hat Europa es nach vielen Jahrhunderten geschafft, einen der übelsten Zivilisationsblockierer und Kriegstreiber, nämlich das Christentum, weitgehend zu befrieden und säkular einzudämmen. Es gibt zwar auch in dieser Hinsicht noch genug zu tun – aber die enormen Fortschritte sind unverkennbar. Dafür sollte uns der Herr Papst schon ein paar Pluspunkte gutschreiben.

    Antworten
  3. Angesichts der Schönreden-Maschinerie des Vatikans möchte ich doch noch einen Kommentar loswerden zu den aufbauenden Worten, die der Papst an die keusche katholische Jugend Russlands gerichtet hat.

    Dostojewskij, Gorkij und Gogol
    Tschaikowskij, Mussorkskij und Schostakowitsch
    Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew
    Lenin und Trotzkij ( na gut, das wollen wir mal nicht verlangen )
    fallen ihm nicht ein
    aber
    Katharina die Große fällt ihm ein, die
    1. Deutsche war und Deutsche (Wolgadeutsche) ansiedeln ließ; als Vorbild für die Russen
    2. einen nicht geringen Verschleiß an gut ausgestatteten Sexpartnern hatte
    3. durch einen Staatsstreich an die Macht kam
    4. vermutlich ihren Mann, Zar Peter III ermorden ließ
    5. die Krim annektierte
    6. den Süden der Ukraine annektierte
    7. 3 Teilungen Polens verantwortete

    Putin was willst du mehr als eine lobende Erinnerung an diese Frau.
    Nur die Sache mit dem Staatsstreich gegen den Zaren könnte ihn ins Grübeln bringen. Und den Briefwechsel mit Voltaire muss man auch nicht an die große Glocke hängen.

    Merkwürdig auch, dass von Polen kein Protest kam. Da gibt es vielleicht doch eine allzu tief verwurzelte Beißhemmung gegen Päpste.

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