Gedanken zu: Konzentrieren auf das Wesentliche – Silvestergottesdienst auf Milseburg findet zunehmend Anklang unter Jugendlichen

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Gedanken zu: Konzentrieren auf das Wesentliche – Silvestergottesdienst auf Milseburg findet zunehmend Anklang unter Jugendlichen, Original-Artikel verfasst von Rudolf Karpe, veröffentlicht am 1.1.2016 von osthessennews.de

[…] Er (Pfarrer Schmitt) wies auf das Wesen des Christseins frei von jeglichem Aberglauben hin und stellte die Gnade Gottes für die Menschen in den Vordergrund.*

Ob sich jemand von den Besuchern wohl mal darüber Gedanken gemacht hat, warum ausgerechnet der christliche Glaube kein Aberglaube, sondern ein „richtiger“ Glaube sein soll?

Oder darüber, dass in Wirklichkeit Gott noch niemals in irgendeiner realen Art und Weise mit einer wie auch immer gearteten „Gnade“ (oder sonstwie) in Erscheinung getreten ist, egal, wie oft diese schon „für die Menschen in den Vordergrund“ gestellt wurde?

Oder darüber, dass es unverantworlich und heuchlerisch ist, gerade Kindern und Jugendlichen (zum Glück scheint ja nur eine Handvoll Kinder und Jugendliche anwesend gewesen zu sein) eine „Gnade Gottes“ als real zu versprechen, die es bis zum Beweis des Gegenteils gar nicht gibt und auf die man in der realen Welt natürlich nicht zählen kann?

Oder darüber, dass es keinem göttlichen Einfluss, sondern der Evolution zu verdanken ist, dass man als sozio-kulturell entwickeltes Wesen Gemeinschaft bei Kerzenschein nach einer Nachtwanderung als stimmungsvoll und feierlich erleben kann?

Die Forderung, sich „auf das Wesentliche“ zu konzentrieren, darf man wohl, gerade aus dem Mund eines Pfarrers, als Zugeständnis interpretieren, dass es an der Zeit ist, sich von religiösen Fiktionen zu verabschieden und sich auf das tatsächlich Wesentliche – die Wirklichkeit – zu konzentrieren. Damit folgt Pfarrer Schmitt vermutlich dem Dalai Lama, der diese Erkenntnis schon vor ihm hatte (Hervorhebung von mir):

  • „Alle großen Weltreligionen, mit ihrer Betonung der Liebe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz und Vergebung können innere Werte fördern. Die Realität unserer heutigen Welt ist jedoch, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, unsere Ethik auf Religionen zu gründen. Aus diesem Grund komme ich zunehmend zu der Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, über eine Spiritualität und Ethik völlig jenseits aller Religionen nachzudenken.“ (Quelle: Facebook-Seite des Dalai Lama)

* Der als Zitat gekennzeichnete Abschnitt stammt aus dem eingangs genannten und verlinkten Original-Artikel, verfasst von Rudolf Karpe, veröffentlicht am 1.1.2016 von osthessennews.de

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