Leserbrief zum Leserbrief: Fundamentaler Unterschied

Lesezeit: ~ 2 Min.

In einem Leserbrief in der Main-Post (öffnet in neuem Tab) vom 30.7.2018 (Ausgabe Bad Kissingen) schilderte der Leser Klaus Küffner seine Vorstellungen darüber, inwiefern sich das Christentum vom Islam unterscheidet:

Quelle: Main-Post Ausgabe Bad Kissingen vom 30.7.2018
Quelle: Main-Post Ausgabe Bad Kissingen vom 30.7.2018

 

Leserbrief zum Leserbrief „Fundamentaler Unterschied“

Das Neue Testament (NT) erscheint friedlicher, weil Gott hier nicht mehr direkt ins irdische Geschehen eingreift. Tatsächlich ist die Aussage des Neuen Testaments aber sogar noch viel grausamer als die des Alten Testaments (AT). Denn im NT werden Un- und Andersgläubige nicht einfach nur vernichtet, wie es der nach eigener Aussage eifersüchtige Gott im AT noch angeordnet und selbst praktiziert hatte. Im NT wird die Bestrafung Un- und Andsergläubiger als „Chefsache“ ins Jenseits verschoben. Statt seine Feinde nur zu töten (oder töten zu lassen), bestraft Gott im NT Un- und Andersgläubige zeitlich unbegrenzt durch physische und psychische Höllenqualen bei vollem Bewusstsein dafür, dass sie sich ihm zu Lebzeiten nicht untergeordnet hatten.

Die zahlreichen Gleichnisse, in denen Jesus unmissverständlich klar stellt, dass er nicht gekommen sei um den Frieden zu bringen sondern das Schwert, dass er nicht gekommen sei um das „Gesetz“ (gemeint ist das AT) aufzulösen, sondern um es sogar noch zu verstärken oder auch die Schilderungen, dass Un- und Andersgläubige in den Feuerofen geworfen werden, kehren Gläubige heute gerne unter den Teppich. Die Brutalität im NT gipfelt im Johannesevangelium mit einer blutberauschten Vernichtungsphantasie. Die Friedensappelle von Jesus galten den Zugehörigen (=Nächsten) der eigenen Glaubensgemeinschaft.

Trotz des NT hat die christliche Lehre eine rund 1000jährige Kriminalgeschichte mit unzähligen Toten zu verantworten. Friedlich(er) wurde das Christentum erst, nachdem es durch Aufklärung und Säkularisierung weitgehend entmachtet worden war. Der fundamentale Unterschied zum Islam besteht nicht in der Lehre, sondern in der Säkularisierung. In offenen und freien Gesellschaften haben alle beliebigen Religionen ihren Platz, solange das Gesetz über der Religion steht und keine gleichberechtigten Interessen Anderer verletzt werden. Dafür gilt es sich einzusetzen.

*Quelle des Bildzitates „Leserbrief: Fundamentaler Unterschied“: Main-Post, Ausgabe Bad Kissingen vom 30.7.2018

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