Kirchenkunstreport 2016
Was erwartet den Besucher katholischer Kirchen in Nordbayern im Jahr 2016? Vertreter der christlichen Kirchen bezeichnen ihre Verkündigungen gerne als "Frohe Botschaft." Die Darstellungen, die man in den Kirchen auch heute noch antrifft, wecken allerdings starke Zweifel daran, dass es sich bei dieser Botschaft tatsächlich um eine frohe handelt.
Das zentrale Thema in jeder christlichen Kirche ist natürlich die Darstellung eines Menschen, den der christlichen Legende zufolge der Wüstengott Jawhe vor rund 2000 Jahren am Kreuz als Menschenopfer zu seiner eigenen Befriedigung hatte zu Tode foltern lassen. Viele Künstler hatten sich bemüht, das unsägliche Leid möglichst detailreich und blutig darzustellen. Nicht etwa die Auferstehungslegende, sondern die brutale Hinrichtung eines Menschen steht im Vordergrund.
Frohe Botschaft?
Darüberhinaus sind in den meisten Kirchen auch noch andere Darstellungen zu finden, die sich ebenfalls kaum mit einer "frohen Botschaft" in Verbindung bringen lassen: Statuen und Bilder von "Heiligen", also von Menschen, die mindestens zwei Wunder vollbracht haben müssen und die oft wegen ihres Glaubens umgebracht worden waren. Üblicherweise werden diese Personen so dargestellt, wie sie angeblich getötet wurden. Und hier erwarten den Besucher brutalste Grausamkeiten aller Art: Menschen, denen ein Schwert seitlich aus dem Hals herausragt, Menschen, die ihren eigenen abgeschlagenen Kopf im Arm halten, ein blutiger, abgeschlagener Menschenkopf auf einem Teller serviert, Menschen, die an einen Baum gefesselt und die von Pfeilen durchbohrt oder ausgepeitscht wurden oder eine Frau, die gerade in einem großen Topf über großer Flamme gekocht wird. Auch finden sich Standbilder von alten Männern und kleinen Kindern in fragwürdigen Posen, sowie unmissverständliche Darstellungen von Diskriminierung. In einer Dorfkirche steht zum Beispiel ein großer, weißer Mann mit Flügeln, Rüstung, Schwert und Schild (mit der zynischen Aufschrift: Wer ist wie Gott?) auf einem Menschen mit dunkler Hautfarbe und Gesichtszügen eines (vermutlich) Afrikaners, der sich gerade im Todeskampf windet. In einigen Kirchen werden auch kunstvoll verzierte menschliche Knochen und Knochenteile zur Schau gestellt. Einige Kuriositäten gabs ebenfalls zu entdecken. Zum Beispiel haben in einer Kirche einige Männer einen Drachen gefangen und angekettet, in einer anderen Kirche tippt sich ein Engel an die Stirn. Wappen und ähnliche Symbole deuten auf Verknüpfungen zwischen Kirche und Staat hin. Fotos von diesen und weiteren Darstellungen finden sich im Kirchenkunstreport 2016. Es handelt sich dabei nicht um die Ausstellungsstücke speziell ausgewählter Kirchen. Die Auswahl stellt einen Querschnitt aus rund 30 Kirchen in den beiden Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld dar.
Warum ein Kirchenkunstreport?
Ich möchte besonders die gläubigen Menschen dazu anregen, ihre persönliche Wahrnehmung solcher Darstellungen kritisch zu hinterfragen. Dazu kann ein kleines Gedankenexperiment helfen: Man stelle sich einen Moment vor, eine beliebige andere Glaubensgemeinschaft würde ihre Verkündigungsräume mit Skulpturen von geqälten und gefolterten Menschen ausstatten. Selbst wenn einem die zugehörigen Legenden bekannt wären: Würde man dieser Glaubensgemeinschaft abnehmen, dass sie eine frohe Botschaft verkündet? Würden verantwortungsvolle Eltern guten Gewissens ihre Kinder dorthin schicken? Die Kirchenvertreter möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die Innendekoration ihrer öffentlich zugänglichen Räume ein gänzlich anderes Bild abgibt als das, wie sie sich selbst gern darstellen. Vielleicht kann diese Form der Aufklärung für Manche sogar ein Anlass sein, nicht nur die eigene Wahrnehmung, sondern in der Folge auch mal die eigene Glaubensüberzeugung zu hinterfragen. Viele weitere Impulse dazu finden sich auf dieser Webseite.
Achtung: Die Bilder auf den folgenden Seiten dürften auf nicht religiös indoktrinierte und entsprechend immunisierte (bzw. abgestumpfte) Menschen verstörend (oder auch gestört) wirken.
Darstellung von göttlicher Gewalt und Diskriminierung in der Kirche: Offener Brief, dritter Versuch
15. Juni 2019
Diesmal fragen wir Herrn Vincent Krieger vom Referat Afrika/Missionsfragen, warum die katholische Kirche das "Böse" vermittels eines Afrikaners darstellt.
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Kirchenkunst revisited: Offener Brief an die Diözese Würzburg
13. Juni 2017
Immernoch werden in nordbayerischen Kirchen Darstellungen brutalster Gewalt öffentlich zur Schau gestellt. Offener Brief mit Fragen an die Diözese Würzburg.
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Kirchenkunst-Report 2016 – Teil 4: Qual und Leid
17. August 2016
Zum 4. und letzten Teil des Kirchenkunstreports 2016 kommt mir unweigerlich einmal mehr das Märchen "Des Kaisers neue Kleider" in den Sinn. Wieso scheint niemand das zu sehen, was hier nun mal zu sehen ist: Leid und Qual, Gewalt, Folter, Tod. Ganz egal, wie man diese Darstellungen vielleicht interpretieren kann: Mit einer Frohen Botschaft hat das nichts zu tun. Egal, wie schön der progressive Herr Pfarrer Gitarre spielt.
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Kirchenkunst-Report 2016 – Teil 3
28. Juni 2016
Auch im dritten Teil des Kirchenkunstreports 2016 gibts wieder von allem etwas: Drastische Darstellungen menschlichen Leids, von Qual, Gewalt und Schmerz, außerdem allerlei Waffen, Flügelwesen, schlangenartigen Drachen mit Äpfeln und natürlich wieder jede Menge alte Männer mit kleinen Kindern auf dem Arm oder im Lendenbereich.
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Kirchenkunst-Report 2016 – Teil 2
22. Juni 2016
Teil 2 der Foto-Serie mit Kirchen-Kunst in katholischen Kirchen des nördlichen Unterfrankens, aufgenommen im Sommer 2016. Nichts für schwache Nerven!
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Kirchenkunst-Report 2016 – Teil 1
8. Juni 2016
Kirchenkunst-Report 2016: Mit der Kamera unterwegs in kahtolischen Kirchen in Nordbayern - pervers, sadistisch und Gewalt verherrlichend...
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Lasset die Kinder lieber nicht zu mir kommen – Bad Kissinger „Kirchenkunst“
31. Mai 2016
Es ist kaum zu glauben, was Menschen ohne religiöse Immunisierung erwartet, wenn sie sich überwinden und die "Kunst" betrachten, mit der Kirchen selbst im Jahr 2016 noch ausgestattet sind.
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Blutige Grüße aus der Bergkapelle
22. April 2016
Die Bergkapelle des Bad Kissinger Ortsteils Hausen hält für Freunde exzessiver Gewalt entsprechende Darstellungen bereit. Wie würden Christen eine beliebige Glaubens- oder sonstige Gemeinschaft einschätzen, die solche Darstellungen öffentlich zugänglich zur Schau stellen und verehren würde? Würde man es dieser Gemeinschaft abnehmen, wenn sie behauptet, solche Darstellungen seien erforderlich, weil man eine „frohe Botschaft“ zu verkünden habe? Achtung: Die folgenden
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Kloster Kreuzberg: Gewalt-Exzesse in der Wallfahrtskirche
12. April 2016
Der Kreuzberg ist nicht nur der höchste Berg der bayerischen Rhön, er ist seit vielen Jahren auch Anziehungspunkt für Bierliebhaber und Wallfahrer. Heute braut die Franziskaner Klosterbetriebe GmbH das Klosterbier, das seit 1731 ausgeschenkt wird. Ohne ein gehöriges Level an Alkohol sind die vielfältigen exzessiven Gewaltdarstellungen in der benachbarten Wallfahrtskirche auch kaum auszuhalten, wenn man sich die Bilder und Statuen
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